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Bundesrat Albert Rösti (Mitte) zusammen mit seiner Kommunikationschefin Franziska Ingold (links) auf dem Moléson im Kanton Fribourg.
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Bundesrat Albert Rösti lud zum Sommergespräch auf den Moléson und sprach dabei über Klimaziele und ein mögliches neues AKW. Der Ton war locker, die Themen durchaus ernst. Diese Punkte sind aufgefallen.

Ziel der Reise: Journalist*innen sollten dem Bundesrat möglichst viele Fragen stellen – das begann schon in der Seilbahn.
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Nur der Süssigkeiten-Proviant, der obligate Apfel und ein cholerischer Lehrer haben gefehlt – und man hätte sich vollends zurück in der 4. Primarschule gewähnt.
Die Situation am Dienstag um 8.45 Uhr morgens vor dem Bundeshaus Ost erinnert dennoch stark an ein Schulreisli: Rund 30 Journalisten trudeln pünktlich ein, verladen ihre Ausrüstung und platzieren sich artig im Car. Eingeladen hat aber nicht die Klassenlehrperson, sondern SVP-Bundesrat Albert Rösti zum Sommergespräch mit Medienschaffenden. Ziel des Ausflugs: der Freiburger Hausberg Moléson.
Trotz staatlicher Anweisung, sicheres Schuhwerk mitzunehmen, waren einige Turnschuhe zu sehen.
Bild: blue News
Ein Schulreis-Kind erinnert sich: «Wandertüchtiges Schuhwerk» stand jedes Mal auf dem Einladungs-Zettel. Auch das Kommunikationsteam des UVEK-Vorstehers weiss um die Bedeutung von adäquater Ausrüstung und weist die Journalistenschar im Voraus darauf hin, dass bis zum Gipfel ein Naturweg zu bewältigen sei.
Mit mässigem Erfolg: Da sich ein kritischer Bundeshausjournalist standesgemäss zuerst ein eigenes Bild der Lage macht und nicht jede Regierungsinfo für bare Münze nimmt (geschweige denn Zeit für eine Rekognoszierung übrig ist), taucht rund die Hälfte der schreibenden Zunft in Turn- oder Lederschuhen auf.
Immerhin: Bundesrat Rösti geht als Vorbild voraus und montiert Wanderschuhe, Winterjacke sowie eine rote Mütze mit Schweizerkreuz und der Aufschrift «Switzerland».

Albert Rösti gab in weniger als einer Stunde über ein Dutzend Interviews.
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In jeder Schulklasse war dieses eine Kind vertreten, das immer mit der Lehrerin mitlaufen wollte. Bei einem Bundesratsausflug ist die Ausgangslage noch augenfälliger: Alle Mitwandernden versuchen möglichst, mit dem Magistrat ein paar Worte zu wechseln und verwertbares Bildmaterial von diesem zu erhalten.
Und so passt sich ein Grossteil der Menge dem Tempo des Bundesrates an, zumal der Weg zum Gipfel von der Bergstation Moléson nur kurz (rund 650 Meter) und die verfügbare Zeit entsprechend begrenzt ist. Allerdings sind genau solche formelle und informelle Gespräche Sinn und Zweck der Übung. Albert Rösti beweist derweil Ausdauer und steht fleissig Red und Antwort.

Der Nebel verzog sich rasch – davor sorgte sich der Medienminister um die Schlagzeilen.
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«Ich hoffe, Ihnen die schöne Aussicht zeigen zu können», sagt Rösti bei der Anreise durch das Car-Mikrofon. Auf dem Gipfel bestätigt sich, was die Wetterprognose befürchten liess: dichter Nebel, Temperaturen um die 6 Grad und ein eisiger Wind – und das im Juli. «Jetzt riskieren wir natürlich gewisse Schlagzeilen», scherzt Rösti.
Er wolle dies aber nicht als Sinnbild für die Aussichten in seinem Departement verstanden wissen: «Die geopolitischen Aussichten sind etwas trüb. Aber in der Schweiz ist es alles andere als trüb. Auch im UVEK nicht. Und morgen scheint hier wieder die Sonne.» Röstis typischer Optimismus trägt sogleich Früchte: Bereits gegen Mittag lichtet sich der Nebel.

Rösti rapportierte vor seinen Ferien der Öffentlichkeit, welche Dossiers bei ihm offen sind oder er noch öffnen möchte.
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Klimapolitik ab 2031, ÖV- und Strasseninfrastruktur, Stromversorgung – in Röstis Departement mangelt es nicht an Baustellen. Im Bergrestaurant referiert er über aktuelle Themen aus dem UVEK und macht einen Ausblick auf das zweite Halbjahr 2025.
So sei ihm etwa eine möglichst rasche Dekarbonisierung ein Anliegen. Punkto Strassenausbau sollen auch Projekte aus der jüngst abgelehnten Autobahnvorlage erneut überprüft werden – insbesondere Tunnelbauten. Und beim Thema Versorgungssicherheit würden zu viele Projekte im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien blockiert, so dass der Bau eines neuen AKWs dereinst ein notwendiges Szenario werden könnte.
Der Bundesrat arbeitet derzeit an einem Gegenvorschlag zur Initiative «Blackout stoppen», die das AKW-Neubauverbot aufheben will.

Vor dem Mittagessen erklang im Bergrestaurant «Heidi» – dabei ist das Heidiland fast 300 Kilometer weit entfernt.
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Ein Bundesrat kommt nicht alle Tage zu Besuch. Das stellt auch die Verantwortlichen des Bergrestaurants Le Sommet vor wichtige Fragen: Was kommt auf den Teller? Welcher Wein? Und vor allem: Welche Musik soll abgespielt werden? Wer auch immer diesbezüglich letztlich Verantwortung übernommen und diesen Richtungsentscheid getroffen hat, bewies wenig Mut zum Risiko. Im Hintergrund laufen Volksmusik-Klassiker wie «Heidi» oder «Daneli vom Trueb». Zumindest betreffend abgespielten Songs dürfte sich der Bundesrats-Ausflug von einem tatsächlichen Schulreisli unterscheiden.