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Das Viererfeld in Bern soll in den kommenden Jahren zu einem neuen Wohnquartier entwickelt werden.
KEYSTONE
Die Hauptstadtgenossenschaft Bern verlangt von künftigen Mieter*innen auf dem Viererfeld deutlich höhere finanzielle Beiträge als ursprünglich angekündigt. Die Änderungen sorgen für Kritik und Austritte.
Die Hauptstadtgenossenschaft Bern gerät wegen ihres Wohnbauprojekts auf dem Viererfeld unter Druck. Wer dort künftig eine Wohnung mieten will, muss deutlich mehr Geld vorschiessen als ursprünglich angekündigt. Neben einem höheren Mitgliederbeitrag werden auch hohe Wohnungsanteile fällig. Darüber berichtet die «Berner Zeitung».
Laut Bericht beschloss die Generalversammlung Anfang Juni, den Mitgliederbeitrag von 200 auf 2000 Franken zu erhöhen. Hinzu kommen Anteilsscheine, mit denen die Genossenschaft ihr Eigenkapital stärken will. Für eine 4,5-Zimmer-Wohnung mit rund 90 Quadratmetern könnten diese laut Genossenschaft rund 36'000 Franken betragen. Insgesamt müssten künftige Mieter*innen damit gegen 40'000 Franken aufbringen.
Grund dafür sind gestiegene Baukosten. Statt der ursprünglich veranschlagten 82 Millionen Franken rechnet die Genossenschaft inzwischen mit 95 bis 100 Millionen Franken. Rund zehn Prozent davon muss sie selbst finanzieren.
Die hohen Einstiegskosten sorgen für Kritik. Alt-SP-Stadtrat Martin Krebs wirft der Genossenschaft laut «Berner Zeitung» vor, ihre sozialen Ziele aufzugeben. Statt Wohnraum «für alle» entstehe Wohnraum «für wenige», schreibt er in seinem Austrittsschreiben. Seit Anfang Juni haben laut Genossenschaft bereits 35 Mitglieder aus Protest ihren Austritt erklärt.
Co-Präsidentin Lea Gerber weist die Kritik zurück. Zwar würden die Wohnungen zunächst vor allem für Haushalte aus dem Mittelstand erschwinglich sein. Langfristig sollen sie dank Kostenmiete günstiger werden.
Zudem prüft die Genossenschaft laut Gerber einen Solidaritätsfonds sowie Kooperationen mit Stiftungen und der Stadt Bern, um auch Menschen mit tieferen Einkommen den Einzug zu ermöglichen. Die Stadt Bern hält jedoch fest, dass sie der Hauptstadtgenossenschaft derzeit keinen Auftrag für die Erstellung von vergünstigtem Wohnraum erteilt hat.