Wer rast, wird selten mit letzter Härte bestraft

tafi

22.2.2021

Raser auf der Strasse. (Symbolbild)
Wer viel zu schnell auf den Strassen unterwegs ist, droht sein Fahrzeug zu verlieren. Doch Raser werden selten in letzter Konsequenz bestraft. (Symbolbild)
KEYSTONE/DPA/JULIAN STRATENSCHULTE

Nach dem Rausch der Geschwindigkeit droht selten das böse Erwachen: Das Strassenverkehrsgesetz wird kaum in letzter Konsequenz angewandt. So werden nur wenige Fahrzeuge von Rasern eingezogen.

Seit acht Jahren kann die Schweizer Justiz härter gegen Raser vorgehen – zumindest theoretisch. Doch das 2013 verschärfte Strassenverkehrsgesetz wird selten in letzter Konsequenz angewandt. Im Gegenteil: Das sogenannte Rasergesetz läuft häufig ins Leere.

Als drastische Strafmassnahme kann Rasern zum Beispiel das Fahrzeug eingezogen werden. In der Praxis kommt das allerdings kaum vor. Fiona Strebel von der Aargauer Staatsanwaltschaft berichtet bei SRF von zwölf Fällen im vergangenen Jahr – bei 120 eröffneten Verfahren wegen Raserei im Strassenverkehr.

Einen Erklärungsversuch, warum die Gerichte nicht häufiger hart durchgreifen, liefert der Baselbieter Polizei-Rechtsexperte Markus Mohler: «Von den ursprünglich drastischen Massnahmen und Strafen ist man wieder abgekommen. Man hat gefunden, es sei zu streng.»

Raser passen sich an

Andererseits hätten laut Mohler auch die Raser dazugelernt. Besser: Sie haben sich angepasst. Wer vorsätzlich zu schnell auf den Strassen unterwegs sein will, tue das nicht mehr im eigenen Fahrzeug: «Sie wissen, dass sie Gefahr laufen, dass das Fahrzeug eingezogen und verwertet wird.»

Deswegen würden für die Raserei auf den Strassen vermehrt gemietete oder geleaste Autos genutzt. Die können nämlich, weil sie den Beschuldigten nicht gehören, nicht so einfach eingezogen werden. Die Justiz stösst da schnell an ihre Grenzen.

Als Raser gilt laut Gesetz, wer in einer 30er-Zone über 70 oder innerorts statt 50 Kilometer pro Stunde 100 fährt. Sind 60 Kilometer pro Stunde erlaubt, ist bei 140 die Grenze eindeutig überschritten, in 80er-Zonen sollte man sich nicht mit 160 Kilometern pro Stunde auf dem Tacho erwischen lassen.

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