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AFP
Im Prozess um die Brandkatastrophe von Crans-Montana mit 41 Toten tauchen belastende WhatsApp-Nachrichten auf. Die Betreiberin der Unglücksbar soll bereits Jahre vor dem Feuer exakt vor jenem Szenario gewarnt haben, das später zur Tragödie führte.
Neue Enthüllungen könnten im Prozess um die Brandkatastrophe von Crans-Montana eine wichtige Rolle spielen. Laut Gerichtsunterlagen soll die Betreiberin der Bar «Le Constellation» bereits Jahre vor dem Feuer ausdrücklich vor den Gefahren von Wunderkerzen gewarnt haben.
Wie die britische Zeitung «The Sun» berichtet, liegen der Staatsanwaltschaft verifizierte WhatsApp-Nachrichten aus dem Jahr 2019 vor. Darin weist Jessica Moretti ihre Angestellten an, beim Einsatz von Wunderkerzen besonders vorsichtig zu sein.
Dem Bericht zufolge schrieb Moretti damals an ihre Mitarbeitenden: «Wenn sie Wunderkerzen wollen, seid sehr vorsichtig – bleibt direkt dabei, bis sie abgebrannt sind.»
Anschliessend schilderte sie ein Szenario, das der späteren Katastrophe erschreckend ähnelt: «Wenn sie diese auf das Sofa oder den Boden fallen lassen oder sie hochhalten und den Schaumstoff an der Decke versengen, brennt das Constel nieder.»
Genau ein solcher Brand brach an der Silvesterfeier aus. Das Feuer kostete 41 Menschen das Leben, mehr als hundert weitere wurden verletzt.
Gegen Jessica und Jacques Moretti sowie weitere mutmasslich Verantwortliche wird unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.
Anwälte mehrerer Opfer fordern hingegen eine Mordanklage gegen das Betreiberpaar.
Die Tragödie beschäftigt die Öffentlichkeit seit Monaten. blue News berichtete bereits ausführlich über den verheerenden Brand sowie über das Schicksal zweier Geschwister, die das Inferno schwer verletzt überlebten. Angehörige der Opfer fordern inzwischen Schadenersatz in Millionenhöhe.