blue News Logo
  • Fussball WM
  • Openairs
  • Sport
  • Schweiz
  • Ausland
  • Fussball
  • People
  • Filme & Serien
  • MyTech
  • Lifestyle
  • 24h-Ticker
blue News Logo
  • Fussball WM
  • Openairs
  • Sport
  • Schweiz
  • Ausland
  • Fussball
  • People
  • Filme & Serien
  • MyTech
  • Lifestyle
  • 24h-Ticker
blue NewsSchweizAuslandWirtschaftNews-TickerSportFussballMyTechFilme & SerienTalks & InterviewsPeopleLifestyleWetterHoroskopVideos
KarriereArbeiten bei blueJobs
blue+blue Sportblue SuperMaxblue Premiumblue Video
blue CinemaKinoprogrammDemnächst im KinoAngeboteblue Cinema Memberclub
Swisscom PrivatkundenMobileInternetTVKombi-AboGeräteHilfe & SupportSwisscom Community
DirekteinstiegE-Mail LoginmySwisscomSwisscom ShopsmyAimyCloudblue TV Player
blue News
SchweizAuslandWirtschaftNews-TickerSportFussballMyTechFilme & SerienTalks & InterviewsPeopleLifestyleWetterHoroskopVideos
Karriere
Arbeiten bei blueJobs
blue+
blue Sportblue SuperMaxblue Premiumblue Video
blue Cinema
KinoprogrammDemnächst im KinoAngeboteblue Cinema Memberclub
Swisscom Privatkunden
MobileInternetTVKombi-AboGeräteHilfe & SupportSwisscom Community
Direkteinstieg
E-Mail LoginmySwisscomSwisscom ShopsmyAimyCloudblue TV Player
WerbungRechtlichesDatenschutzImpressumPublizistische Leitlinienblue News AppFAQ
DEFRITEN
DEFRITEN
StartseiteChevron rechtsNewsChevron rechtsSchweiz

Fehler gefunden?

Jetzt melden

Meistgelesen

1Warum plötzlich alle gegen Argentinien sind
2Bis zu 46 Grad – jetzt wird es in den Ferienregionen extrem
3Handgepäck wird geplündert – Swiss warnt vor Dieben auf dieser Strecke
412 Hausverbote in 4 Wochen – Badi kämpft gegen auswärtige Problemgäste
5Dorf steht für Schnäppchenpreis zum Verkauf – doch es gibt einen riesigen Haken

Über 1300 Hitzetote in einer Woche

Rechte fordern Klimaanlagen – und bekämpfen den Klimaschutz

Klimaanlagen stehen im Zentrum einer politischen Debatte: Rechte Parteien fordern ihren Ausbau als Antwort auf häufigere Hitzewellen.

Klimaanlagen stehen im Zentrum einer politischen Debatte: Rechte Parteien fordern ihren Ausbau als Antwort auf häufigere Hitzewellen.

KEYSTONE

Rechte Parteien in mehreren europäischen Ländern fordern mehr Klimaanlagen. Die Hitze wird damit auch dort zum politischen Thema, wo Klimaschutz lange umstritten war.

Noemi Hüsser

Noemi Hüsser

06.07.2026, 04:30•06.07.2026, 07:56

Mehr zum Thema

Heli fliegt rund ein Dutzend Mal
Heli fliegt rund ein Dutzend Mal

Waldbrand nach Blitzeinschlag im Kanton Schwyz

«Kann man nicht schönreden»
«Kann man nicht schönreden»

12 Hausverbote in 4 Wochen – Badi kämpft gegen auswärtige Problemgäste

Behörde ignorierte Frau
Behörde ignorierte Frau

Sozialhilfebezügerin legt sich mit dem BAG an – und gewinnt

3
Arbeitsunfall an Fräsmaschine
Arbeitsunfall an Fräsmaschine

Lehrling verliert fast seinen Arm – Ausbildner zieht vor Bundesgericht

Darum geht’s

  • Die jüngste Hitzewelle forderte über 1300 Todesopfer in Europa. Forscher*innen führen die zunehmende Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse auf den menschengemachten Klimawandel zurück.
  • Rechte Parteien fordern einen verstärkten Ausbau von Klimaanlagen, während sie Klimaschutzmassnahmen weiterhin bekämpfen und den menschgemachten Klimawandel weiterhin leugnen.
  • Klimaanlagen können für Menschen ein sinnvoller Schutz vor Hitze sein. Fachleute sind sich aber einig, dass nur eine deutliche Senkung der Treibhausgasemissionen eine weitere Erwärmung der Atmosphäre begrenzen kann.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Über 1300 hitzebedingte Todesfälle in Europa in einer Woche Ende Juni: Die Bilanz der jüngsten Hitzewelle ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verheerend.

Und sie ist kein Zufall. Eine Analyse des Forschungsnetzwerks World Weather Attribution zeigte kürzlich: Eine Juni-Hitzewelle wie die aktuelle wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.

Verglichen mit 2003 ist sie heute zehnmal wahrscheinlicher – und rund zwei Grad heisser. Der Grund: die globale Erwärmung von inzwischen 1,4 Grad. In der Schweiz sind es fast 3 Grad. Das mag nach wenig klingen. In der Praxis bedeutet das aber: Die Schweiz muss künftig häufiger mit extrem heissen Tagen über 40 Grad rechnen.

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.

Auffallend: Mehrere Parteien, die Klimaschutzmassnahmen lange bekämpft oder den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel relativiert hatten, fordern nun Klimaanlagen.

Am deutlichsten zeigt sich das in Frankreich. Der rechtsnationale Rassemblement National (RN) präsentierte kürzlich einen Plan zur flächendeckenden Anschaffung von Klimaanlagen: Sie wollen öffentliche Gebäude klimatisieren – Schulen, Kitas, Spitäler und Altersheime –, und Bürger*innen, die bei sich zuhause Klimaanlagen einbauen, zinslose Kredite zur Verfügung stellen. «Hitze tötet», begründete Politiker Thomas Ménagé den Vorstoss.

Le Pen nannte den Weltklimarat «alarmistisch»

Auffällig ist dabei die Begründung: Die Partei wirft der Regierung vor, zu wenig auf die Klimawissenschaft gehört und Frankreich nicht auf häufigere Hitzewellen vorbereitet zu haben.

«Man müsste verrückt sein, um sich angesichts des Temperaturanstiegs keine Sorgen zu machen», sagte Ménagé in einer Radiosendung. Le Pen schrieb in den sozialen Medien: «Während Hitzewellen aufgrund des Klimawandels immer häufiger und immer intensiver werden, ist es Zeit, einen grossen Plan zur Klimatisierung in Gang zu setzen.»

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.

Dabei sprach Parteigründer Jean-Marie Le Pen einst von einer «Diktatur des Weltklimarates», seine Tochter nannte dessen Prognosen noch 2023 «alarmistisch».

Im Programm des RN kam der Begriff «Klimaerwärmung» bis vor Kurzem gar nicht vor. In ihren Haushaltsforderungen wollte sie die Förderung erneuerbarer Energien streichen, Umweltagenturen abschaffen und den «grünen Fonds» kürzen, aus dem unter anderem Sanierungen und Hitzeschutzmassnahmen bezahlt werden – also jene Mittel, mit denen sich Gebäude gegen Hitze wappnen liessen, bevor es der Klimaanlage bedarf. Stattdessen will die rechte Partei die Emissionen mit Atomkraft und der Rückverlagerung der Produktion nach Frankreich senken.

«Die Schweizer Wirtschaftsleistung leidet unter nicht gekühlten Räumen»

Thomas Burgherr

SVP-Nationalrat

In Deutschland fordert auch die rechtspopulistische AfD nach Jahren der Ablehnung von Klimaschutzmassnahmen nun Klimaanlagen, verleugnet die Klimaerwärmung aber weiterhin. Der AfD-Politiker Marc Bernhard, schrieb in einer Mitteilung von Ende Juni: Nicht die globale Erwärmung – übrigens in Anführungszeichen gesetzt –, sondern der «Klimawahn» der anderen Parteien sorge für mehr Hitzetote «durch ideologische Baufehler wie den Verzicht auf Klimaanlagen».

Auch die SVP stellt Forderungen: Ihr Nationalrat Thomas Burgherr will, dass sogenannte Split-Klimaanlagen künftig ohne Bewilligung eingebaut werden dürfen. Der Aargauer Bauunternehmer argumentiert ökonomisch: «Die Schweizer Wirtschaftsleistung leidet unter nicht gekühlten Räumen», schrieb er in seinem Vorstoss. Den Klimawandel erwähnte Burgherr in seinem Vorstoss nicht. Immerhin, das Holzbauunternehmen der Familie Burgherr bietet energetische Sanierungen an.

Und als es darum ging, die Klimaziele der Schweiz verbindlich zu machen, stimmte Burgherr dagegen: Zum indirekten Gegenentwurf zur Gletscher-Initiative, der Netto null bis 2050 festschreibt, stimmte er «Nein» – seine Partei bekämpfte es per Referendum. Auf eine Anfrage von blue News, wie er seine Forderung nach einfacheren Bewilligungsverfahren für Klimaanlagen vor dem Hintergrund seines bisherigen Abstimmungsverhaltens in der Klimapolitik einordnet, antwortete Burgherr bis Redaktionsschluss nicht.

Wie schädlich sind Klimaanlagen?

Rückendeckung erhielt Burgherr am Mittwoch von seinem Parteikollegen im Bundesrat Albert Rösti: Klimaanlagen seien zwar «keine Staatsaufgabe», aber wer eine wolle, solle sie unbürokratisch einbauen können, so Rösti. Am Donnerstag sagte er im Tagesgespräch von Radio SRF, die Hitzewelle sei ein klares Zeichen des Klimawandels. Rösti war, bevor er Bundesrat wurde, Teil des Referendumskomitees, das den Gegenvorschlag zur Gletscherinitiative bekämpfte.

Dass die Klimaanlagen-Forderung an sich aber kein Projekt von rechtsaussen ist, zeigt GLP-Nationalrat Patrick Hässig: Auch er will mehr Kühlung, um verletzliche Menschen schützen zu können. Denn Klimaanlagen, so auch die wissenschaftliche Meinung, senken die hitzebedingten Gesundheitsrisiken, besonders bei älteren und kranken Menschen. Hässig versteht Klimaanlagen aber ausdrücklich als Ergänzung zur Emissionsreduktion, nicht als Ersatz.

Teaser image

Hitze

Patrick Hässig: Klimaanlagen in Spitälern dürfen kein Tabu sein

Es wird aber auch fachlich gestritten – nämlich darüber, wie schädlich Klimaanlagen für die Umwelt sind. SVP-Nationalrat Burgherr argumentiert in seinem Vorstoss, moderne Geräte gälten nicht mehr grundsätzlich als umweltschädigend: Es gebe inzwischen klimafreundlichere Kältemittel, und dank Solaranlagen sei im Sommer genügend Strom vorhanden. Auch GLP-Nationalrat Hässig verweist auf den wachsenden Stromüberschuss im Sommer.

Die Linke hält hingegen passiven Hitzeschutz mit Beschattung und Begrünung für nachhaltiger. «Das spart Energie und verursacht keinen zusätzlichen Lärm», sagte SP-Nationalrätin Gabriela Suter gegenüber CH Media. In Frankreich nannte Linken-Chef Jean-Luc Mélenchon die flächendeckende Klimatisierung eine «Scheinlösung, die das Problem verschärft». Kühlgeräte würden warme Luft nach draussen blasen und so den Wärmeinsel-Effekt in den Städten verstärken, so Mélenchon. Dies bestätigen verschiedene wissenschaftliche Studien, die aber im Ausmass der von Klimageräten ausgehenden Erwärmung weit auseinandergehen, von 0,5 Grad bis über 10 Grad Celsius.

Wärmeinsel-Effekt in der Schweiz sehr klein

Beim Stromverbrauch erhält das Argument der rechten Seite Unterstützung von ETH-Klimaphysiker Reto Knutti, der gegenüber CH Media sagte, Klimaanlagen seien unproblematisch, weil sie gerade an heissen Sommertagen laufen würden – wenn wegen des Solarüberschusses oft sogar negative Strompreise im Grosshandel herrschen. Auch beim Wärmeinsel-Effekt gibt Knutti Entwarnung, zumindest für die Schweiz: Während dieser Effekt etwa im japanischen Osaka auf 0,3 bis 0,7 Grad geschätzt wird, dürfte er hierzulande wegen der vergleichsweise gut gebauten Häuser und der noch geringen Zahl an Klimaanlagen «sehr klein» sein.

Klar ist jedenfalls: Klimaanlagen sind eine Anpassung an die Hitze, keine Antwort auf deren Ursache. Sie machen einzelne Räume erträglicher, ändern aber nichts an der Entwicklung, die Hitzewellen häufiger und intensiver macht. Anpassung an den Klimawandel und Klimaschutz schliessen sich nicht aus. Klimaforscher*innen sind sich aber weitgehend einig: Nur eine rasche Verringerung der Treibhausgasemissionen kann verhindern, dass die globale Erwärmung weiter zunimmt und Hitzewellen künftig noch extremer werden.


Mehr zur Hitze

02:05

Mission Abkühlung – Nicht nur bei uns brennt die Sonne – so ächzt Europa unter der Hitze

Von Rom über Budapest bis an die polnische Ostsee gibt es derzeit nur einen echten Lieblingsort: den nächsten Brunnen. Europas Hitzewelle treibt die Menschen ans Wasser – und macht selbst den Petersplatz zum Backofen.
Klimaanlagen statt Klimaschutz? Rechte Parteien setzen auf Kühlung gegen die Hitze