«Ist für uns fundamental» Wiederaufbau von Dorf Blatten am alten Ortskern möglich

tgre

7.11.2025 - 21:12

Nach einem gewaltigen Gletscherabbruch kann die Hälfte des früheren Ortskerns des Dorfes Blatten wieder bebaut werden.
Nach einem gewaltigen Gletscherabbruch kann die Hälfte des früheren Ortskerns des Dorfes Blatten wieder bebaut werden.
Bild: KEYSTONE

Nur Trümmer und ein aufgestauter See: Wie Blatten nach dem Gletscherabbruch wieder aufgebaut werden soll und wo jetzt tatsächlich gebaut werden darf.

DPA, tgre

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  • Das Dorf Blatten ist im Mai von einem gewaltigen Gletscherabbruch verschüttet worden, mehr als 90 Prozent der Häuser wurden zerstört.
  • Eine neue Gefahrenkarte zeigt nun, dass die Hälfte des früheren Ortskerns wieder bebaut werden kann. 2029 sollen die ersten Häuser wieder stehen.
  • Dennoch liegen noch 70 Prozent des Gebietes in einer Gefahrenzone und können nicht bebaut werden.

Die Hälfte des früheren Ortskerns des verschütteten Dorfes Blatten kann wieder bebaut werden. Das geht aus einer neuen Gefahrenkarte hervor, die die Behörden vorgestellt haben. Insgesamt liegen aber 70 Prozent des Gemeindegebietes in einer Gefahrenzone, in der nicht gebaut werden kann. Für die Einwohner sei das eine gute Nachricht, sagt Bürgermeister Matthias Bellwald.

«Diese positive Meldung ist für uns fundamental», sagte er bei Vorstellung der neuen Gefahrenkarte. Man habe nun die Gewissheit, dass genügend sicheres Bauland für die Bevölkerung zur Verfügung stehe.

Einige der rund 300 früheren Bewohner hatten bereits im September symbolisch einen ersten Spatenstich für den Wiederaufbau gesetzt. Die allermeisten wollen in ihrer alten Heimat neu bauen. Die ersten Häuser sollen 2029 schon wieder stehen.

Gewaltiger Gletscherabbruch vor einigen Monaten

Oberhalb des Dorfes war am 28. Mai durch bröckelndes Gestein ein Gletscher abgebrochen und mit gewaltigen Schuttmassen ins Tal gestürzt. Blatten war angesichts der Gefahr geräumt worden. Ein Schäfer kam ums Leben, der an dem Tag auf einer Weide war.

Durch den meterhohen Schuttkegel, der auf dem Dorf liegen blieb, staute sich dahinter das Flüsschen Lonza zu einem See. Mehr als 90 Prozent der Häuser wurden zerstört. Blatten liegt im Lötschental, rund 65 Kilometer Luftlinie südöstlich von Bern.

Die neue Gefahrenkarte weist aus, wo Überschwemmungen und Ufererosionen, Murgänge, Rutschungen, Fels- und Bergstürze, Stein- und Blockschlag, Lawinen oder Gletscherabbrüche für Gefahr sorgen könnten.

70 Prozent von Blatten VS laut neuer Naturgefahrenkarte unbebaubar

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07.11.2025