Am früheren Coop-Standort an der Hauserstrasse 43 in Windisch herrscht seit einem Jahr Stillstand. Doch die freie Fläche auf dem Areal hat zunehmend Autofahrer angelockt, die dort – offenbar im guten Glauben – kostenlos parkieren.
Damit ist jetzt Schluss: Wer seinen Wagen auf einem der nicht mehr genutzten Parkplätze abstellt, erhält seit dem Herbst Post von der Parkkontrollfirma SafePark. Der «Aargauer Zeitung» zufolge werden dann bis zu 80 Franken Umtriebsentschädigung fällig – zahlbar innert 14 Tagen.
Der Hintergrund: Nachdem Coop den Standort im November 2024 geschlossen hatte, meldete sich McDonald's als potenzieller Nachmieter. Doch Einsprachen aus der Bevölkerung gegen den geplanten McDrive – wegen Lärm, Verkehr und Nähe zum Schulareal – blockieren das Vorhaben bis heute. Das Grundstück bleibt ungenutzt, die Parkplatzflächen auch.
Massnahme löst Unmut aus
Weil in letzter Zeit Beschwerden über «Wildparkieren» und Littering zunahmen, hat die Eigentümerin, die SFP Retail AG, in Absprache mit der Verwaltungdurchgegriffen. «Wir wollten schnell eine praktikable Lösung», sagt Mediensprecherin Lena Wilczek gegenüber der AZ. SafePark GmbH – seit September im Handelsregister eingetragen – kontrolliert seit dem 29. September das Gelände. Die Einforderung von Entschädigungen sei dabei bewusst «massvoll» statt juristisch-hart durchgesetzt worden, heisst es.
Doch die Massnahme löst Unmut aus: In lokalen Facebook-Gruppen ärgern sich Betroffene laut dem Bericht über hohe Forderungen und den Mangel an Alternativen, da der nahe gelegene Chapfparkplatz wegen Bauarbeiten gesperrt ist. «Statt saftige Burger gibt’s saftige Bussen», schreibt ein Nutzer. Ein anderer fragt: «Wo sonst sollen wir parkieren – illegal in der Wiese?»
Auffällig: Die Höhe der Umtriebsentschädigung schwankt zwischen 70 und 90 Franken. Laut Wilczek seien die Beträge zu Beginn einheitlich gewesen, jetzt geprüft und teils gesenkt worden. Die Kosten ergeben sich gemäss SafePark-Anwalt André Kuhn aus den sogenannten «Umtrieben». Dazu gehörten Fotodokumentation, Halterabfragen, Postgebühren oder administrativer Aufwand. «Für fehlbare Lenker bleibt das dennoch die günstigste Variante.»
Der Entscheid, eine junge Firma einzusetzen, war offenbar bewusst getroffen: Die Bewirtschafterin Livit AG habe gute Erfahrungen mit SafePark gemacht, so Wilczek. Die Ruhe im Quartier und die Zufriedenheit der Mieterschaft stünden im Vordergrund.
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