Kritik an der Ermittlung Jetzt äussert sich Bundespräsident Parmelin zur Kritik aus Italien

Petar Marjanović

31.1.2026

«Wir haben Gewaltentrennung» – Parmelin äussert sich zur Crans-Montana-Kritik aus Italien

«Wir haben Gewaltentrennung» – Parmelin äussert sich zur Crans-Montana-Kritik aus Italien

Der diplomatische Ton zwischen Rom und Bern wird rauer: Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana zieht Italien seinen Botschafter ab und erhöht den Druck auf die Schweizer Ermittler. Der Bundesrat verweist auf Rechtsstaat und Föderalismus.

31.01.2026

Der diplomatische Ton zwischen Rom und Bern wird rauer: Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana zieht Italien seinen Botschafter ab und erhöht den Druck auf die Schweizer Ermittler. Der Bundesrat verweist auf Rechtsstaat und Föderalismus.

Petar Marjanović

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana kritisiert Italien die Walliser Ermittlungen und hat seinen Botschafter in Bern vorläufig zurückgerufen, bis eine gemeinsame Ermittlungsgruppe eingesetzt wird.
  • Bundespräsident Guy Parmelin zeigt Verständnis für den Druck, verweist jedoch auf Unterschiede zwischen den Rechtssystemen und den föderalen Zuständigkeiten in der Schweiz.
  • Ein Rechtshilfeersuchen aus Rom wurde bewilligt. Italienische Behörden erhalten Zugang zu Beweismitteln, ein erstes technisches Treffen ist geplant.

Die italienische Regierung hat nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana wiederholt Kritik an den Ermittlungen der Walliser Justiz geäussert. Jüngst verschärfte sich die Reaktion Roms mit dem Entscheid, den italienischen Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, zurückzurufen.

Italien knüpfte dessen Rückkehr nach Bern an eine Bedingung: Zunächst müsse eine gemeinsame Ermittlungsgruppe eingesetzt werden.

Wie wird dieses Vorgehen im Bundesrat beurteilt? In der SRF-Sendung «Arena» nahm der diesjährige Bundespräsident Guy Parmelin (SVP) dazu Stellung. Er zeigte Verständnis für die angespannte Lage. Alle Beteiligten verlangten Klarheit und Transparenz. Falls Fehler begangen worden seien, müsse die Verantwortung benannt und gegebenenfalls sanktioniert werden.

Parmelin: Keine Kritik an italienischer Gewaltentrennung

Zur italienischen Kritik sagte Parmelin sinngemäss, Rom beurteile die Brandkatastrophe aus der Perspektive des eigenen Rechtssystems. Dieses unterscheide sich vom schweizerischen. In der Schweiz gelte der Föderalismus, der auch die Zuständigkeiten der Strafverfolgung präge. Das entbinde die Behörden jedoch nicht davon, rasch und zielgerichtet vorzugehen.

Auf Nachfrage von «Arena»-Moderator Sandro Brotz vermied Parmelin eine direkte Kritik an der italienischen Auslegung der Gewaltenteilung: Unterschiedliche gesetzliche Grundlagen könnten zu abweichenden Erwartungen führen. Entscheidend sei, dass die Arbeiten zügig vorankämen, Transparenz herrsche und Verantwortlichkeiten geklärt würden.

Walliser Justiz trifft sich mit italienischer Staatsanwaltschaft

Inzwischen zeichnet sich ab, dass sich die Walliser Staatsanwaltschaft italienischen Anliegen nicht grundsätzlich verschliesst. Vor wenigen Tagen ging ein Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft Rom ein. Das Bundesamt für Justiz bestätigte, dass diesem stattgegeben wurde.

Nach Angaben einer Sprecherin gegenüber Radio SRF geht es dabei nicht um fehlende Unterstützung der Walliser Behörden. Ausschlaggebend sei vielmehr, dass unter den Opfern auch italienische Staatsangehörige seien. Die italienische Justiz sei daher verpflichtet, ein eigenes Strafverfahren zu eröffnen. Konkret erhält die Staatsanwaltschaft Rom Zugang zu den bereits erhobenen Beweismitteln. Mitte Februar ist ein erstes technisches Treffen der Strafverfolgungsbehörden beider Länder vorgesehen.

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