Rücktrittswelle im VBS Wird dieser Mann der neue Chef des Geheimdiensts?

SDA

7.3.2025

Gabriel Lüchinger (Mitte) mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymy Selenskyj (rechts) und Viola Amherd (links) bei der Friedenskonferenz zur Ukraine auf dem Bürgenstock im vergangenen Juni. 
Gabriel Lüchinger (Mitte) mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymy Selenskyj (rechts) und Viola Amherd (links) bei der Friedenskonferenz zur Ukraine auf dem Bürgenstock im vergangenen Juni. 
Bild: Keystone/EDA/Pool/Michael Buholzer

Der Chef der Abteilung Internationale Sicherheit im Aussendepartement EDA ist für viele der Favorit auf die Nachfolge des abtretenden Nachrichtendienst-Chefs Christian Dussey. «Alle schwärmen von Gabriel Lüchinger», titelt die NZZ.

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  • Gabriel Lüchinger wird laut der «Neuen Zürcher Zeitung» als potenzieller Nachfolger für das Amt des Nachrichtendienst-Chefs gehandelt.
  • Ein Geheimdienstexperte habe der Zeitung ohne zu zögern den derzeitigen Chef der Abteilung Internationale Sicherheit im Aussendepartement EDA als Favoriten genannt.
  • Von links bis rechts sei kein negatives Wort über den Spitzendiplomaten zu hören, schreibt die NZZ.
  • Der derzeitige Geheimdienstchef Christian Dussey hat im Januar gekündigt, genau so wie Armeechef Thomas Süssli.

Gabriel Lüchinger wird laut der «Neuen Zürcher Zeitung» als potenzieller Nachfolger für das Amt des Nachrichtendienst-Chefs gehandelt. Ein Geheimdienstexperte habe der Zeitung ohne zu zögern den derzeitigen Chef der Abteilung Internationale Sicherheit im Aussendepartement EDA als Favoriten genannt.

Im Januar hatte der Chef des Nachrichtendienstes Christian Dussey gekündigt – nachdem Verteidigungsministerin Viola Amherd kurz zuvor ihren eigenen Rücktritt bekannt gegeben hatte. Dussey soll noch bis Ende März 2026 im Amt bleiben. Wenige Tage nach ihm reichte der Armeechef Thomas Süssli seine Kündigung ein – er soll bis Ende 2025 im Amt bleiben.

Von links bis rechts sei kein negatives Wort über den Spitzendiplomaten zu hören, weiss die NZZ. «Wenn Gabriel Lüchinger zusagen würde als NDB-Chef, dann könnte man die Suche gleich abbrechen», habe FDP-Ständerat Josef Dittli gesagt. Dittli ist Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission.

Ehemaliger Generalsekretär der SVP Schweiz

Dittlis Ratskollege Werner Salzmann kenne den potenziellen neuen NDB-Direktor noch besser, schreibt die Zeitung. Beide kämen aus dem Kanton Bern und gehörten der SVP an. Von 2016 bis 2018 war Lüchinger unter Albert Rösti Generalsekretär der SVP Schweiz. «Im Zusammenhang mit dem frei gewordenen Chefsessel beim Nachrichtendienst habe ich seinen Namen bisher noch nicht gehört», sagte Salzmann der «NZZ». «Doch er wäre eine sehr gute Wahl.»

Gabriel Lüchinger (rechts) mit Viola Amherd (Mitte) und Ignazio Cassis (links) im Juni 2024 bei der Friedenskonferenz zur Ukraine auf dem Bürgenstock. Lüchinger leitete die Task-Force, die die Konferenz organisierte.
Gabriel Lüchinger (rechts) mit Viola Amherd (Mitte) und Ignazio Cassis (links) im Juni 2024 bei der Friedenskonferenz zur Ukraine auf dem Bürgenstock. Lüchinger leitete die Task-Force, die die Konferenz organisierte.
Bild: Keystone/EDA/Pool/Michael Buholzer

Lüchinger sei im Sicherheitsbereich ausgezeichnet vernetzt, verfüge über internationale Erfahrung und eine hohe Sozialkompetenz. Gerade eine gute internationale Vernetzung sei für den NDB von existenzieller Bedeutung. Eigentlich könne Lüchinger alles, sagte Salzmann weiter. Das wiederum könne bedeuten, dass er kein Interesse am obersten NDB-Posten habe: «Gabriel Lüchinger hat zahllose Möglichkeiten, Karriere zu machen. Ich weiss nicht, ob er sich ausgerechnet für diesen Job entscheidet.»

Tatsächlich werde Lüchinger immer wieder für Chefpositionen in der Bundesverwaltung gehandelt, heisst es in dem Bericht weiter. So habe ihn die SVP 2023 als Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers nominiert.

Linke ebenfalls angetan

Lüchinger leitete vergangenes Jahr die Task-Force, die die hochrangige Friedenskonferenz zur Ukraine auf dem Bürgenstock organisierte.

Selbst Linke sind laut NZZ nicht abgeneigt. «Gabriel Lüchinger, warum nicht?», sagt die SP-Sicherheitspolitikerin Priska Seiler Graf. «Ich habe ihn als sehr kompetente Persönlichkeit kennengelernt, die bestens vernetzt ist.» Seine Parteizugehörigkeit habe Lüchinger in seiner Arbeit nie durchblicken lassen.

«Das ist nicht nur eine Krise VBS, sondern eine Krise Bundesrat»

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