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Künftig soll der Wechsel in den Zivildienst schwieriger werden. (Symbolbild)
sda
Die Schweiz hat die Verschärfung des Zivildienstgesetzes angenommen. Künftig wird der Wechsel von der Armee in den Zivildienst deutlich schwieriger.
Die Schweizer Stimmberechtigten haben der Verschärfung des Zivildienstgesetzes zugestimmt. Ziel der Vorlage ist es, den Wechsel von der Armee in den Zivildienst weniger attraktiv zu machen und die Bestände von Armee und Zivilschutz zu stabilisieren.
Doch was bedeutet das Ja konkret? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Wer künftig nach der Rekrutenschule in den Zivildienst wechseln will, muss mindestens 150 Diensttage leisten – unabhängig davon, wie viele Militärdiensttage noch offen wären.
Zudem wird der Wechsel für Personen erschwert, die ihre militärische Ausbildung bereits abgeschlossen haben. Wer sämtliche Ausbildungstage in der Armee absolviert hat, kann künftig nicht mehr in den Zivildienst wechseln.
Auch Unteroffiziere und Offiziere müssen künftig mehr Dienst leisten als bisher. Für sie gilt neu ebenfalls der Faktor von 1,5 Zivildiensttagen pro Militärdiensttag.
Hintergrund sind die steigenden Zahlen beim Zivildienst.
2025 wurden 7211 Personen zum Zivildienst zugelassen – so viele wie noch nie. Gleichzeitig befürchten Bund und Parlament Personalprobleme bei Armee und Zivilschutz.
Die Befürworter argumentierten deshalb, der Zivildienst dürfe nicht zu einer bequemen Alternative zum Militärdienst werden.
Betroffen sind vor allem Armeeangehörige, die erst nach der Rekrutenschule oder während ihrer Dienstzeit über einen Wechsel nachdenken.
Wer bereits alle Ausbildungsdienste absolviert hat, verliert künftig die Möglichkeit, auf diesem Weg in den Zivildienst zu wechseln.
Auch Medizinstudierende sind betroffen. Bestimmte Einsätze, die ein begonnenes Studium der Human-, Zahn- oder Tiermedizin voraussetzen, werden gestrichen.
Die Gegner der Vorlage rechnen mit deutlich weniger Zivildienstleistenden.
Der Bund selbst ging im Vorfeld davon aus, dass die Zahl der Zulassungen spürbar sinken könnte. Besonders betroffen wären Einsatzbereiche wie Altersheime, Spitäler, Schulen, Umweltprojekte sowie die Land- und Alpwirtschaft.
Die Befürworter halten dagegen, dass der Zivildienst weiterhin bestehen bleibt – aber wieder stärker auf Personen ausgerichtet werde, die aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten wollen.
Nein.
Der Bundesrat arbeitet bereits an einer grösseren Reform der Dienstpflicht. Diskutiert werden eine Sicherheitsdienstpflicht sowie neue Modelle, die künftig auch Frauen einbeziehen könnten.
Die Abstimmung über das Zivildienstgesetz dürfte deshalb nur ein Zwischenschritt in einer deutlich grösseren Debatte über die Zukunft der Schweizer Dienstpflicht sein.