Keine Hoffnung auf gesundes AufwachsenZoo Zürich schläfert Elefantenbaby ein – Schwierigkeiten beim Aufstehen
SDA
3.6.2026 - 12:46
Elefantenbaby im Zoo Zürich ist nicht überlebensfähig
03.06.2026
Ein erst am Montag geborenes Elefantenkalb musste am Dienstag eingeschläfert werden. Das Jungtier konnte seine Hinterbeine nicht ausreichend belasten und galt laut Zoo als nicht lebensfähig.
Die 40-jährige Elefantenkuh Indi hat am Montag im Zoo Zürich ein männliches Jungtier geboren. Die Geburt ihres fünften Kalbes verlief ohne Komplikationen. Kurz nach der Geburt zeigte sich jedoch ein Problem: Das Jungtier konnte nicht selbstständig aufstehen, da es seine Hinterbeine nicht belasten konnte. Das geht aus einer Mitteilung vom Zoo Zürich hervor.
Asiatische Elefanten leben in sogenannten Matriarchaten, also in engen Familienverbänden unter Führung einer erfahrenen Leitkuh. Auch Indi und ihre Tochter Chandra sind eng verbunden und begleiteten die Geburt gemeinsam. Das Kalb kam um 12.25 Uhr im Innenbereich des Elefantenparks zur Welt, blieb danach jedoch liegen, obwohl es – wie üblich – hätte aufstehen sollen.
«Das Jungtier von Elefantenkuh unternahm wiederholt kräftige Aufstehversuche, konnte seine Hinterbeine jedoch nicht ausreichend belasten, weshalb es auf dem Boden liegen blieb», erklärt Zoodirektor Severin Dressen in der Mitteilung. Auch in den Stunden nach der Geburt habe sich dieser Zustand nicht verändert.
Tierarzt behandelte das Jungtier
Um das Kalb zu untersuchen und zu versorgen, trennte das Team zunächst Chandra von Mutter und Jungtier. Indi wurde zudem medikamentös beruhigt. So konnten Tierpfleger*innen und Tierärzt*innen das Jungtier behandeln, es beim Aufstehen unterstützen und ihm Infusionen geben. Bei der Untersuchung wurden jedoch keine offensichtlichen Verletzungen festgestellt.
Das Elefantenkalb konnte seine Hinterbeine nicht belasten.
Zoo Zürich
Trotz intensiver Betreuung blieb das Kalb weiterhin bewegungsunfähig. Auch über Nacht konnte es nicht aufstehen, obwohl es kontinuierlich überwacht wurde. Am Abend wurde die Mutter wieder zu ihrem Jungtier gelassen, damit sie bei ihm sein konnte.
Mutter erhielt Möglichkeit, sich zu verabschieden
Nach einer erneuten Beurteilung entschied sich das Team schliesslich «im Sinne des Tierwohls für die Euthanasie des Jungtiers», heisst es in der Mitteilung. Die Prognose liess keine Hoffnung auf ein gesundes und lebensfähiges Aufwachsen zu. Indi erhielt danach die Möglichkeit, sich von ihrem verstorbenen Kalb zu verabschieden.
Die 40-jährige Elefantenkuh Indi und ihr Jungtier nach der Geburt.
Zoo Zürich
Zoodirektor Severin Dressen zeigt sich enttäuscht: «Wir hätten uns sehr einen glücklicheren Ausgang der Trächtigkeit von Indi gewünscht – vor allem auch nach dem intensiven und unermüdlichen Einsatz aller beteiligten Zoomitarbeiter*innen und den Tierärzt*innen.» Ein gesundes Jungtier wäre wichtig gewesen – sowohl für die Elefantengruppe als auch für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm.
Nicht der erste tote Elefant
Bereits in den Jahren 2020 und 2023 wurden nicht lebensfähige Jungtiere geboren. Im Jahr 2020 wurde ein Kalb zudem durch andere Elefanten in der Gruppe vermutlich totgetreten. Im September 2025 starb ein Jungtier nach einer Beinverletzung beim Spielen.
Tierschützer*innen forderten den Zoo schon verschiedentlich dazu auf, mit der Nachzucht von Elefanten aufzuhören. Der Zoo scheitere daran, die Jungtiere durchzubringen, schrieb bei einem vergangenen Todesfall die Fondation Franz Weber. Der Zoo stecke Millionen in Neubauten oder den Unterhalt von Gehegen, um die Gefangenschaft für die Tiere erträglicher und für das Publikum attraktiver zu machen. Für den Artenschutz bringe das keinen Nutzen.
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