Kurz nach Glanzresultat Zürcher FDP-Politikerin findet keine Wohnung – und muss auf Amt verzichten

Dominik Müller

26.3.2026

Yasmine Bourgeois (links) neben der Schwyzer FDP-Ständerätin Petra Gössi.
Yasmine Bourgeois (links) neben der Schwyzer FDP-Ständerätin Petra Gössi.
Archivbild: Keystone

Der angespannte Wohnungsmarkt in Zürich trifft auch Politikerinnen: Yasmine Bourgeois findet keine Wohnung in der Stadt und gibt ihren Sitz im Gemeinderat ab. Die FDP sieht darin ein strukturelles Problem.

Dominik Müller

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • FDP-Politikerin Yasmine Bourgeois tritt kurz nach der Erneuerungswahl aus dem Zürcher Gemeinderat zurück.
  • Sie hat in der Stadt keine neue Wohnung gefunden und kann ihr Mandat deshalb nicht antreten.
  • Die FDP kritisiert die Zürcher Wohnpolitik scharf.

Die FDP-Politikerin Yasmine Bourgeois ist am 8. März mit einem Glanzresultat in den Zürcher Gemeinderat gewählt worden. Nun tritt sie bereits ab. Der Grund ist kurios: Sie findet in der Stadt keine Wohnung mehr.

Aufgrund familiärer Umstände musste sie kurzfristig eine neue Wohnung suchen – und wurde in Zürich nicht fündig, heisst es in einer Medienmitteilung ihrer Partei. Künftig lebt sie in Ebmatingen (Gemeinde Maur) und kann ihr Mandat deshalb nicht antreten.

«Die Stadt Zürich, ihr Wohlergehen und ihre Menschen liegen mir am Herzen. Der Abschied aus dem Gemeinderat und der Stadtpolitik fällt mir darum schwer», wird Bourgeois in der Mitteilung zitiert. Politisch wolle sie aber aktiv bleiben – etwa bei Bildungsthemen auf Kantonsebene.

Ex-JFS-Präsidentin rückt nach

Die FDP übt scharfe Kritik: Zürich entwickle sich zunehmend zu einer Stadt, in der auch der Mittelstand keinen Platz mehr finde. Die aktuelle Wohnpolitik verknappe das Angebot und bremse Investitionen.

Bourgeois' letzte Gemeinderatssitzung ist am 15. April. Für sie rückt Brenda Mäder nach. Die frühere Präsidentin der Jungfreisinnigen Schweiz arbeitet heute als Business-Development-Direktorin in der Privatwirtschaft.

Bourgeois sass seit 2018 für die FDP im Gemeinderat und profilierte sich insbesondere in der Bildungspolitik. Dort kämpfte sie gemäss Mitteilung gegen eine «Nivellierung» der Volksschule und setzte sich für mehr Qualität und effizienten Mitteleinsatz ein.


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