Neue Wohnungen für mehr Steuern Zürcher Gemeinde kämpft ums Überleben – Bewohner wollen sie retten

Oliver Kohlmaier

18.3.2026

Die kleine Gemeinde Regensberg im Kanton Zürich hat finanzielle Probleme.
Die kleine Gemeinde Regensberg im Kanton Zürich hat finanzielle Probleme.
Bild: Keystone/Michael Buholzer (Archivbild)

Trotz hoher Steuern kämpft die kleine Gemeinde Regensberg im Kanton Zürich ums finanzielle Überleben. Nun schliessen sich Bewohner zusammen, um die Eigenständigkeit ihres Dorfes zu bewahren.

Redaktion blue News

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  • Das kleine Regensberg im Kanton Zürich kämpft trotz hoher Steuern ums Überleben – und damit um die Eigenständigkeit der Gemeinde.
  • Rund ein Dutzend Regensberger*innen wollen ihrer Heimat nun indirekt helfen und neue Wohnungen bauen. Eine grössere Bevölkerung soll das Steueraufkommen erhöhen.
  • Die neu gegründete Baugenossenschaft will 41 Wohnungen für 60 bis 80 Personen bauen und damit auch zu einer Verjüngung der Bevölkerung beitragen.

Seit Jahren hat Regensberg im Kanton Zürich mit einen strukturellen Defizit zu kämpfen. Heisst: Die Gemeinde nimmt nicht genügend Geld ein, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Und das Defizit wächst weiter, obwohl der Steuerfuss zuletzt ein weiteres Mal erhöht wurde – auf zuletzt 115 Prozent. Sollten sich die Finanzen von Regensberg also nicht bessern, droht der Verlust der Eigenständigkeit der Gemeinde.

13 Regensberger*innen wollen dies jedoch nicht einfach so hinnehmen und ihrer Heimat zumindest indirekt unter die Arme greifen. Dazu haben sie kurzerhand eine Baugenossenschaft gegründet, um neuen Wohnraum zu schaffen. Das Kalkül dabei: Mehr Einwohner bringen mehr Steuereinnahmen. Insgesamt sollen 41 Wohnungen errichtet werden,  wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Bevölkerung soll um 15 Prozent wachsen

Die Baugenossenschaft Pünt, benannt nach der Wiese, auf der die Gebäude errichtet werden sollen, rechnet dabei mit 60 bis 80 neuen Bewohner*innen für die Gemeinde. Bei einer Bevölkerung von 477 Personen (Stand Ende 2024) bedeute dies ein Zuwachs von 15 Prozent.

Markus Seiler, Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft, will dabei auch eine Verjüngung des Dorfes erreichen, wie er der Zeitung sagt. Denn Regensberg habe das vierthöchste Durchschnittsalter im Kanton. Ziel sei es, genügend Schüler*innen für die ortsansässige Primarschule zu haben. Geplant sei ein zusammenhängender, vierstöckiger Bau mit 41 Wohnungen mit jeweils zwei bis vier Zimmern. Laufe alles nach Plan, könne nächstes Jahr die Baubewilligung vorliegen und Bauarbeiten 2028 beginnen.

Grosse Wohnungen sollen an Familien gehen

Wie es weiter heisst, wolle die Genossenschaft das Bauprojekt über verschiedene Quellen finanzieren, etwa über Anteilscheine der Genossenschaft, Mitgliederdarlehen, staatliche Fördermassnahmen für gemeinnützige Genossenschaften sowie Hypotheken von Banken.

Bei dem Projekt werde man Mieter*innen aus dem oberen Mittelstand bevorzugen, die grösseren 4- und 5-Zimmer-Wohnungen an Familien mit Kindern vermieten. Diese Ziele der Baugenossenschaften liessen sich durch eine private Eigentümerschaft kaum realisieren, sagt Seiler «Aufgrund der attraktiven Lage wären entsprechende Wohnungen in Regensberg primär Anlageobjekte, nicht Wohnraum im Sinne der formulierten Ziele»


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