Zürcher SechseläutenBöögg explodiert nach 12 Minuten und 48 Sekunden – der Sommer soll schön werden
Noemi Hüsser
20.4.2026
Der Böögg explodierte nach 12 Minuten und 48 Sekunden
Am 20. April fand in Zürich das traditionelle Sechseläuten statt. Um 18 Uhr wurde auf dem Sechseläutenplatz der Böögg entzündet. Sein Kopf explodierte nach 12 Minuten und 48 Sekunden – der Böögg verspricht also einen guten Sommer.
20.04.2026
Am Montag findet in Zürich das Sechseläuten statt. Der Böögg ist nach etwas mehr als 12 Minuten explodiert und verspricht einen guten Sommer. Der Ticker zum Nachlesen.
Am Montag, 20. April, findet in Zürich das Sechseläuten statt.
Um 18 Uhr wurde der Böögg verbrannt. Es heisst, je schneller sein Kopf explodiert, desto schöner soll der Sommer werden.
12 Minuten und 48 Sekunden dauerte es dieses Jahr – laut Böögg dürfte es also einen schönen Sommer geben. Seine Prognosen sind aber oft nicht besonders zuverlässig.
Für einmal ging es dem Böögg früh an den Kragen: 12 Minuten und 48 Sekunden dauerte es, bis sein Kopf explodierte. Ob es denn ein so guter Sommer wird, bleibt offen. Als Wetterfrosch ist der Böögg nicht immer sehr zuverlässig.
Um Punkt 18 Uhr, beim sechsten Schlag der Glocken, entzündete der Bündner Regierungspräsident Martin Bühler den Holzstoss unter dem Böögg. Noch nicht ganz alle Zünfte waren da auf dem Sechseläutenplatz angekommen. Mit seinem bei SRF geäusserten Tipp von 18 Minuten lag Bühler leicht daneben.
Während die Reitergruppen der Zünfte zum «Sechseläutenmarsch» den Böögg umrundeten, schien die Sonne, der Wind ging nur leicht. Nach 10 Minuten explodierten die erste Böller, die Flammen schlängelten sich zum Böögg hoch. Während der Holzstoss noch länger brannte, ging die Winterfigur schnell in Flammen auf.
Beliebte Ehrengäste
Auffällig gut kamen die prominenten Ehrengäste aus Musik und Sport bei den Besucher*innen an, allen voran Sängerin Beatrice Egli.
Unter den 120 Ehrengästen liefen in diesem Jahr neben Egli Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, die Eishockeylegenden Mark Streit und Andres Ambühl oder der Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain mit.
Vom Bundesrat war ausser Baume-Schneider niemand vertreten. 2025 waren noch vier Bundesräte dabei. Der Präsident des HC Davos, Gaudenz Domenig, gönnte sich den Ausflug nach Zürich, bevor sein Verein am Abend das zweite Finalspiel gegen Fribourg-Gottéron bestreitet. Auch Armeechef Benedikt Roos nahm den Marsch zum Sechseläutenplatz auf sich.
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider bekommt am Umzug von einer Besucherin Blumen geschenkt.
Keystone
Besonders viele Ehrengäste kamen aus dem Gastkanton Graubünden, unter anderem war der gesamte Regierungsrat vertreten. Auch Ständeratspräsident Stefan Engler, Schauspielerin Tonia Maria Zindel, Ex-Mister Schweiz Renzo Blumenthal und Ex-Langläufer Dario Cologna waren dabei. Während Schwingerkönig Armon Orlik bei den Bündnern mitlief, war sein Bruder Curdin, dreifacher Eidgenosse, Ehrengast bei der Zunft zum Weggen.
Hochräder und Roboter
Eine Premiere gab es dank den Bündnern zu bestaunen: Ein humanoider Roboter lief am Umzug mit. Er machte auf den Tech-Summit in Davos im Sommer aufmerksam und konnte mit den menschlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mithalten.
Diverse Bündner Gruppen liefen an der Spitze des Umzugs. Sie zeigten sich in Trachten, als Heuer oder Skifahrer und Bergführer aus längst vergangenen Zeiten.
Einige Mitglieder der Stadtzunft waren auf Hochrädern unterwegs, ein nicht ungefährliches Fortbewegungsmittel zwischen den Tramschienen. Bei den Reitern sah das doch etwas sicherer aus.
Ein Roboter läuft am traditionellen Umzug der Zünfte am Zürcher Sechseläuten mit.
Keystone
Tausende Besucher*innen säumten die Strassen der Zürcher Innenstadt. Traditionell verteilten sie Blumen an die Ehrengäste und die Zünfter. Die Strecke verlief die Bahnhofstrasse entlang bis zum Bürkliplatz und zurück. Über das besonders stark bevölkerte Limmatquai liefen Zünfter, Bündner*innen und Ehrengäste dann zum Sechseläutenplatz.
Auf dem Sechseläutenplatz harrte der Böögg zuvor stundenlang seines Schicksals, die Fliege zierten zwei Steinböcke, die an den Gastkanton Graubünden erinnern sollten. Nach dem langen Warten kam das Ende dann schnell. Die Glut des Feuers nutzen Zürcher*innen danach traditionellerweise, um auf dem Sechseläutenplatz Würste zu braten.
Da war er noch unversehrt: Der Böögg bevor er angezündet wurde.
Keystone
Der Ticker zum Nachlesen:
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Liveticker beendet
18.45 Uhr
Hoffentlich hat der Böögg recht
Damit beenden wir unseren Ticker. Und in der Hoffnung, dass der Böögg recht behält, wünschen wir dir einen schönen Sommer. Danke fürs Mitlesen.
18.37 Uhr
So schnell ist auch alles schon wieder vorbei
Wenns den Böögg schnell verjagt, ist das Ganze relativ schnell auch schon wieder vorbei. Der Scheiterhaufen brennt jetzt noch ab. Danach werden sich auf dem Sechseläutenplatz Menschen versammeln, welche die Glut nutzen, um Würste zu braten.
18.28 Uhr
Der Scheiterhaufen brennt weiter
Auch wenn der Böögg schon explodiert ist – der Scheiterhaufen brennt weiter. Gleichzeitig reiten Zünfter mit Pferden um ihn herum. Die Tradition wird jedes Jahr kritisiert: Die Pferde sind viel Lärm und Stress ausgesetzt. 2017 zeigte eine Untersuchung der Universität Zürich, dass sie während des Umzugs zwar eine erhöhte Herzfrequenz haben, insgesamt sei die Stressbelastung aber moderat und für die Pferde zumutbar.
Eine Ausnahme war das Jahr 1965. Damals ritten die Zünfter aufgrund einer Pferdegrippe mit Steckenpferden um den Scheiterhaufen.
Zünfter reiten mit Pferden um den brennenden Böögg herum.
Keystone
18.17 Uhr
Böögg-Prognose ist nicht wirklich verlässlich
Der Böögg hat prognostiziert: Es wird ein schöner Sommer. Aber ist diese Prognose verlässlich? Kurze Antwort: Nein. Lange Antwort: «Die statistische Analyse ergibt keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Brennzeit des Bööggs und der Sommertemperatur im Mittelland der Schweiz. Oder anders ausgedrückt: Eine Vorhersagequalität des Bööggs ist nicht nachweisbar.» So schreibt es Meteo Schweiz.
Die Brennzeit hänge vielmehr vom Aufbau des Scheiterhaufens, der Feuchtigkeit des verwendeten Holzes, dem jeweiligen Wetter am Tag des Sechseläutens und der Menge des eingesetzten Brandbeschleunigers ab.
18.13 Uhr
12 Minuten und 48 Sekunden
Der Sommer wird schön. Dem Böögg hats nach 12 Minuten und 48 Sekunden den Kopf verjagt.
Der Moment, in dem der Kopf des Bööggs explodierte.
Keystone
18.12 Uhr
Jetzt brennt schon der ganze Böögg
Der Böögg brennt komplett. Lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis es ihm den Kopf verjagt.
Der ganze Böögg brennt.
Keystone
18.11 Uhr
Erste Explosionen
Nach 10 Minuten sind erste Explosionen zu hören: Der Böög hat Sprengkörper auch in seinem Körper verbaut. Es kommt aber darauf an, wann die Sprengkörper in seinem Kopf explodieren.
18.05 Uhr
Das sind die Tipps der Gäste
Tele Züri hatte zum Glück schon den ganzen Nachmittag Zeit, ganz viele Expert*innen und Nicht-Expert*innen zu fragen, wie lange es wohl dauern wird, bis der Kopf des Bööggs explodiert. Hier eine (unvollständige) Übersicht:
- Armon Orlik, Schwingerkönig: 20 Minuten - Felix H. Boller, Präsident Zentralkomitee der Zünfte Zürichs: 21 Minuten - Beatrice Egli, Schlagersängerin: 16 Minuten, 30 Sekunden - Mark Streit, ehemaliger Eishockeyspieler: 7 Minuten - Raphael Golta, voraussichtlich künftiger Zürcher Stadtpräsident: 15 Minuten, 18 Sekunden - Nico Santos, deutscher Musiker: 16 Minuten, 14 Sekunden - Luki Meier, Bööggbauer: 16 Minuten, 22 Sekunden
Wir haben übrigens noch eine KI gefragt: 14 Minuten und 42 Sekunden dauert es laut Google Gemini, bis es dem Böög den Kopf verjagt.
18.00 Uhr
Der Scheiterhaufen brennt
Der Scheiterhaufen, auf dem sich der Böögg befindet, brennt. Letzte Chance für dich, einen Tipp abzugeben, wie lange es dauern wird, bis der Kopf des Bööggs explodiert. Letztes Jahr dauerte es 26 Minuten und 30 Sekunden, 2024 31 Minuten und 28 Sekunden. Und im Jahr 2023 ging es ganze 57 Minuten, so lange wie nie zuvor. Am schnellsten ging es 1968 und 1971: Der Kopf des Bööggs explodierte nach nur 5 Minuten.
Der Scheiterhaufen brennt, auch dieses Jahr verfolgen viele Zuschauer*innen das Spektakel auf dem Sechseläutenplatz.
Keystone
17.45 Uhr
Bald geht es los
Um 18 Uhr wird der Scheiterhaufen, auf dem sich der Böögg befindet, angezündet. Für alle, die es jedes Jahr auch wieder vergessen, es geht so rum: Je schneller der Kopf des Bööggs explodiert, desto schöner wird der Sommer.
17.17 Uhr
Graubünden kostet der Auftritt als Gastkanton 500'000 Franken
Gastkanton am diesjährigen Sechseläuten ist der Kanton Graubünden. Das Motto: «echt patgific.» «Patgific» kommt aus dem Rätoromanischen und bedeutet so viel wie friedlich, gemütlich, locker.
Der Böögg mit der Fliege des Gastkantons Graubünden.
Keystone
Der «Tages-Anzeiger» berichtete Anfang Woche, dass ein Auftritt als Gastkanton am Sechseläuten den jeweiligen Kanton jeweils etwa 500’000 Franken kostet. Das Geld finanziert unter anderem eine viertägige Ausstellung auf dem Lindenhof, verschiedene Aktivitäten und eine eigene Delegation am Umzug.
17.05 Uhr
Hier eskortiert die Polizei den Böögg durch die Stadt
Der Böögg wandert traditionell am Sonntag vor dem Sechseläuten mit dem Kinderumzug auf den Sechseläutenplatz. Doch um überhaupt zum Umzug zu kommen, eskortiert ihn die Polizei vom Atelier des Bööggbauers durch die Stadt. Wie das aussieht, siehst du im Video.
Hier eskortiert die Polizei den Böögg zum Sechseläutenplatz
Am Montag, 20. April, findet in Zürich das Sechseläuten statt. Der Böögg wird jeweils am Tag zuvor mit dem Kinderumzug auf den Sechseläutenplatz gebracht. Auf dem Weg dorthin wird der Böögg von der Polizei eskortiert.
20.04.2026
Wo genau sich die Werkstatt des Böögbauers befindet, ist übrigens seit 2006 geheim. Damals wurde der Böögg nämlich von einer linken Gruppierung gestohlen – am 1. Mai tauchte er wieder auf.
17.00 Uhr
Willkommen zum Sechseläuten-Ticker
Heute findet in Zürich das traditionelle Sechseläuten statt. Um 18 Uhr wird auf dem Sechseläutenplatz der Böögg verbrannt. blue News tickert live.
Pannen, Pech und Pleiten: Als der Böögg baden ging
Ein Attentat, eine Entführung und ein paar Steckenpferde: Der Böögg hat eine bewegte Vergangenheit. blue News zeigt dir die spektakulärsten Auftritte des Zürcher-Wetterorakels im Video.