Nach drei AmtszeitenZürcher SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr tritt 2027 nicht mehr an
Sven Ziegler
6.1.2026
Die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr. (Archivbild)
sda
Die Zürcher SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr wird bei den kantonalen Wahlen 2027 nicht mehr kandidieren. Nach drei Amtszeiten zieht die Justizdirektorin einen Schlussstrich.
Keystone-SDA
06.01.2026, 10:27
06.01.2026, 10:32
Sven Ziegler
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Jacqueline Fehr tritt bei den Zürcher Regierungsratswahlen 2027 nicht mehr an.
Die SP-Politikerin leitete die kantonale Justizdirektion seit 2015.
Nach drei Legislaturen wolle sie Platz für Neues schaffen, teilte Fehr mit.
Die Zürcher SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Bei den kantonalen Wahlen vom 4. April 2027 wird die 62-Jährige nicht mehr antreten. Das gab Fehr am Dienstag in Zürich bekannt. Sie habe ihren Entscheid am Morgen zuerst innerhalb der Regierung und gegenüber ihren Mitarbeitenden kommuniziert.
Fehr steht seit 2015 der Zürcher Justizdirektion vor und absolvierte bislang drei Legislaturen im Regierungsrat. In dieser Zeit setzte sie mehrere Reformen um, darunter eine Neuausrichtung der Untersuchungshaft. Ziel war es, das bis dahin sehr strenge Zürcher Haftregime zu lockern und stärker auf differenzierte Vollzugsmodelle zu setzen. Zudem liess sie die historischen Hintergründe der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen wissenschaftlich aufarbeiten.
Neben politischen Projekten war Fehrs Amtszeit jedoch auch von Kritik begleitet. Wiederholt geriet die Justizdirektion wegen negativer Schlagzeilen unter Druck. Zuletzt sorgte ein Datenleck für Aufmerksamkeit. Zwar betraf die fehlerhafte Entsorgung von Datenträgern Vorgänge aus der Zeit vor Fehrs Amtsantritt, doch ein Untersuchungsbericht kritisierte ihre Kommunikation im Umgang mit dem Vorfall.
Jacqueline Fehr blickt auf eine jahrzehntelange politische Laufbahn zurück. Die ausgebildete Pädagogin begann ihre Karriere 1990 im Winterthurer Gemeinderat, bereits ein Jahr später wurde sie in den Zürcher Kantonsrat gewählt. 1998 folgte der Wechsel in den Nationalrat, dem sie während 17 Jahren angehörte.
In dieser Zeit erarbeitete sich Fehr parteiübergreifend Einfluss. 2009 bezeichnete sie die «SonntagsZeitung» als «einflussreichste Person des Parlaments». Ein Jahr später kandidierte sie für den Bundesrat, unterlag jedoch bei der parteiinternen Nomination gegen Simonetta Sommaruga.
Mit dem angekündigten Rückzug endet eine der prägenden Karrieren der Zürcher SP in der Exekutive. Wer die Partei 2027 ins Rennen um Fehrs Sitz schicken wird, ist noch offen.