Operation «Alpenrose»Zürcher Wirt scheitert mit Restaurant – und landet als Drogenboss vor Gericht
Lea Oetiker
13.11.2025
Das Bezirksgericht in Zürich.
sda
Die Zürcher Staatsanwaltschaft zerschlug 2023 das Drogennetzwerk «Alpenrose». Der Haupttäter erhielt zwölf Jahre Haft, sein Komplize acht Jahre. Ein drogensüchtiger Kurier bekam eine Therapie statt Gefängnis.
Nach fast einem Jahr Observation und intensiver Ermittlungen hat die Zürcher Staatsanwaltschaft im Juni 2023 zugeschlagen – die verdeckte Operation «Alpenrose» richtete sich gegen ein international tätiges Drogenhändlernetzwerk.
Anfang November mussten sich der mutmassliche Haupttäter, ein 55-jähriger Schweizer, und zwei Mitangeklagte vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten.
Am Mittwoch fiel das Urteil: Der Anführer der Bande wurde zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Sein 54-jähriger italienischer Komplize und rechte Hand erhielt acht Jahre Haft und wird zusätzlich für fünf Jahre aus der Schweiz ausgewiesen. Der dritte Angeklagte, ein 63-jähriger drogensüchtiger Kurier, erhielt dreieinhalb Jahre Haft, deren Vollzug zugunsten einer ambulanten Drogentherapie aufgeschoben wird, wie «20 Minuten» berichtete.
Drogen wurden in Fingerlinge verpackt und geschluckt
Die Ermittlungen ergaben, dass die Gruppe zwischen 2018 und 2023 über 15 Kilogramm Kokain in hoher Qualität aus der Dominikanischen Republik und Brasilien in die Schweiz schmuggelte. Vier Kuriere führten insgesamt 23 Flüge durch und transportierten die Drogen im Körper – in Fingerlingen verpackt. Für jeden Einsatz erhielten sie mehrere tausend Euro. Der drogensüchtige Kurier durfte jeweils einen Teil der Ware für den Eigenkonsum behalten.
Zusätzlich soll das Netzwerk 2023 4,5 Kilogramm Kokain an einen Grosshändler im Kanton St. Gallen verkauft und 500 Gramm in Zürich angekauft haben. Zudem flossen rund 100’000 Franken an Lieferanten in der Dominikanischen Republik – mutmasslich zur Geldwäscherei.
Der Hauptbeschuldigte machte im Prozess keine Angaben und gestand die Taten nicht. Er erklärte lediglich, er sei nach dem Konkurs seines Restaurants im Kreis 4 in Zürich während der Pandemie «wieder ins alte Fahrwasser» geraten, schrieb «20 Minuten».
Das Gericht sah ihn als zentrale Figur der Organisation, die die Fäden in der Hand hielt. Sein italienischer Komplize habe ihn unterstützt und vertreten. Beim Strafmass folgte das Gericht weitgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Der drogensüchtige Kurier darf seine Therapie in Freiheit fortsetzen – eine Inhaftierung wäre laut Gericht kontraproduktiv gewesen.
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