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Jetzt meldenEin verlorener Ehering im Schnee, ein verschwundenes Hörgerät oder Diebesgut im Gebüsch: Polizeihund Tarek von der Stadtpolizei Zürich kommt längst nicht nur bei der Verbrecherjagd zum Einsatz. Hundeführer Fabio Gandolfi erzählt, welche überraschenden Aufgaben die «Supernase» im städtischen Alltag übernimmt.
«Man hat immer das Gefühl, der Schutzhund sucht nur nach Verbrechern», sagt Diensthundeführer Fabio Gandolfi von der Stadtpolizei Zürich. Aber das ist nur ein Teilaspekt von Tareks Arbeitseinsatz.
Der vierjährige Airedale-Terrier hat eine besondere Mission: Er ist mit Feldweibel Gandolfi als Schutz- und Drogenspürhund für die Stadtpolizei Zürich im Einsatz.
Zu den ungewöhnlichsten Einsätzen gehören Suchaktionen für Privatpersonen. «Jemand hat einmal angerufen, um sein Hörgerät wiederzufinden», erzählt Gandolfi.

Diensthundeführer Fabio Gandolfi von der Stadtpolizei Zürich mit Tarek – die Spürnase für alle Fälle.
zVg
Der kurioseste Fall sei jedoch ein verlorener Ehering im Schnee gewesen. Auch verlorene Schlüssel können die Hunde aufspüren. Voraussetzung ist, dass die betroffene Person ungefähr weiss, wo sie unterwegs war. Wer einen Gegenstand verliert, kann sich bei der Stadtpolizei melden. Sofern es die Auftragslage zulässt, wird eine Suche eingeleitet.
Bei Straftaten kommen die Hunde ebenfalls regelmässig zum Einsatz. Nach Einbrüchen oder Diebstählen verlieren Täter auf der Flucht immer wieder Gegenstände.
«Da finden wir alles – von Jeans über Münzen bis zu Handys oder Ausweisen», sagt Gandolfi.
Die Hunde helfen ausserdem bei Grosskontrollen und bei der Absicherung von Einsatzorten. Dabei kann ihre blosse Präsenz Wirkung zeigen. «Wenn ein Hund bellt, kann das sehr einschüchternd wirken.»
Als Drogenspürhund sucht Tarek nicht nur nach Betäubungsmitteln. Immer wieder stösst er auch auf Deliktsgut. «Es kommt vor, dass wir eigentlich fertig sind und der Hund plötzlich noch etwas anzeigt.» So fand Tarek einmal sogar ein in Bern gestohlenes Handy in einem Gebüsch.
Wie erfolgreich eine Suche ist, hängt laut Gandolfi von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sei oft, wie schnell die Einsatzkräfte vor Ort sind.
Besonders anspruchsvoll seien Einsätze in Grossstädten wie Zürich. In Menschenmengen, Trams und anderen Verkehrsmitteln können Tatverdächtige rasch verschwinden oder untertauchen.
Gandolfi erinnert sich an einen Trickdiebstahl in einer Bijouterie nahe dem Paradeplatz. Die Täter hatten unbemerkt einen Stein im Wert von rund 200'000 Franken gestohlen. Der Polizeihund konnte die Spur zunächst aufnehmen, verlor sie jedoch beim Paradeplatz. «Dort fahren alle Trams. Das ist die Problemstellung, mit der wir kämpfen.»
Bis ein Hund wie Tarek einsatzbereit ist, dauert es lange. Bereits im Alter von neun Wochen beginnt das Training. Nach einem Jahr folgt ein Eignungstest, danach die eigentliche Ausbildung und die Anpassung an den Einsatz in der Stadt. Insgesamt dauert die Ausbildung rund drei Jahre.
Nicht jeder Hund eignet sich dafür. Bei der Stadtpolizei kommen vor allem klassische Gebrauchshunderassen zum Einsatz. Dazu gehören Deutsche und Belgische Schäferhunde, Riesenschnauzer, Dobermänner und – derzeit noch – ein Rottweiler oder Airedale-Terrier wie Tarek. Rottweiler dürfen im Kanton Zürich seit Anfang 2025 nicht mehr neu angeschafft werden, weshalb die Polizei nach dem aktuellen Hund keinen weiteren dieser Rasse mehr einsetzen wird.
Für Gandolfi ist Tarek bereits der dritte Diensthund. «Die grösste Herausforderung für Hundeführer ist, die Erwartungshaltung herunterzuschrauben», sagt er. Hunde würden nicht immer so funktionieren, wie man es sich vorstellt. Gandolfi lacht und streicht Tarek übers Fell.
Anfang Juli wartet die nächste Herausforderung auf das Duo. Bei der Schweizer Meisterschaft der Armeehunde wird Tarek seine erste sportliche Diensthundeprüfung absolvieren. «Wir haben keine Podest-Ambitionen», sagt Gandolfi. «Unser Ziel ist, die Prüfung zu bestehen und Erfahrungen zu sammeln.»
Wie Hundeführer Fabio Gandolfi und Tarek verstecktes Geld aufspüren, siehst du im Video oben.
In «Supernase Tarek» (Wörterseh Verlag) erzählt Autor Frank Baumann die Geschichte des Polizeihunds Tarek – vom Welpen bis zu seinen ersten Einsätzen. Die Idee, einen Polizeihund zu porträtieren, trug Baumann länger mit sich herum. Mit Tarek und Hundeführer Fabio Gandolfi fand er das Duo, das er über längere Zeit begleiten konnte – auch dank der Unterstützung der Stadtpolizei Zürich, die das Projekt begrüsste.