Madrid droht erneuter Lockdown – Über 200’000 Corona-Tote in den USA 

Agenturen/red

22.9.2020 - 21:50

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 286 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Es gab 3 neue Todesfälle, und 14 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Montag hatte das BAG erstmals die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekannt gegeben. Insgesamt waren für die drei Tage 1’095 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet worden. Am Freitag der vergangenen Woche waren 488 Fälle registriert worden, am Donnerstag 530 und am Mittwoch 514 Fälle.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 50' 664 laborbestätigte Infektionen, wie das BAG am Dienstag mitteilte.

Unterdessen breitet sich das Coronavirus weltweit immer schneller aus, betroffen ist von dieser Entwicklung vor allem Europa. In der vergangenen Woche seien weltweit fast zwei Millionen Neuinfektionen registriert worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf in der Nacht zum Dienstag mit. Damit steckten sich innerhalb von sieben Tagen so viele Menschen mit Corona an wie nie zuvor seit Auftreten des Virus' Ende vergangenen Jahres in China. Im Gegenzug sei die Zahl der Todesfälle rückläufig.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mittlerweile mehr als 200’000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Dienstagmittag (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele bekannte Corona-Tote. Die Schwelle von 150’000 Opfern war Ende Juli erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in den USA demnach mehr als 6,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Das Wichtigste im Überblick

  • Madrids Regionalregierung warnt angesichts der weiter rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen vor Lockdown für die ganze Hauptstadt.
  • In den USA hat die Zahl der Corona-Todesfälle die symbolische Schwelle von 200’000 überstiegen.
  • Wegen eines Corona-Falls im Umfeld von EU-Ratspräsident Charles Michel wird der für diese Woche geplante Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs verschoben.
  • In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 286 Coronavirus-Ansteckungen bei 7'949 Tests (Positivitätsrate bei 3,6 Prozent) innerhalb eines Tages gemeldet worden.
  • Wegen der steigenden Infektionszahlen in der Schweiz hat Zypern die Eidgenossenschaft zum Hochrisikoland erklärt.
  • Lang anhaltende Erschöpfung ist laut einer Studie häufige Spätfolge einer überstandenen Covid-19-Infektion. 

22.00 Uhr: Wir beenden den heutigen Corona-Ticker

21.32 Uhr: Covid-Patient in Mexiko bekommt neue Lunge

In Mexiko ist nach Angaben eines Krankenhauses eine Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten geglückt. Nach einer Mitteilung vom Dienstag war der 55-Jährige bereits am 31. August im Privatkrankenhaus Christus Muguerza in der Stadt Monterrey sieben Stunden lang operiert worden. Er war demnach zuvor 52 Tage lang künstlich beatmet worden, nachdem er im Juni erkrankt war.

«Ohne die Transplantation war die Lebenserwartung des Patienten null», wurde der Chirurg Manuel Wong Jaén zitiert. Der Mann befinde sich auf dem Weg der Genesung. Er werde eine praktisch normale Lebensqualität haben.

Nach Angaben der Klinik soll es sich bei der OP um die erste erfolgreiche Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten in Lateinamerika gehandelt haben. Im Mai war in Wien die erste Lungentransplantation an einer Covid-Patientin in Europa geglückt. Auch in den USA hat es das schon gegeben.

21.12: Eurostat: Zahl der Asylbewerber fällt in Corona-Krise drastisch

Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen in der EU geführt. Im zweiten Quartal 2020 sei die Zahl der Erstanträge auf internationalen Schutz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 68 Prozent auf rund 46’500 gefallen, teilte die EU-Statistikagentur Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Dieser starke Rückgang sei auf die Notfallmassnahmen zurückzuführen, die die EU-Staaten seit Anfang März wegen der Coronavirus-Pandemie ergriffen hätten. Insgesamt habe es innerhalb der ersten sechs Monate des Jahres 196’600 Erstanträge auf Asyl gegeben. Zuerst hatte die Funke Mediengruppe berichtet.

Die meisten Anträge – fast ein Drittel (14’200) - wurden zwischen April und Juni in Deutschland gestellt. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgrösse liegt das kleine EU-Land Zypern jedoch mit 880 Anträgen auf dem ersten Platz. Die meisten Anträge EU-weit stellten Syrer (7’700).

Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen in der EU geführt.
Bild: Daniel Karmann

20.32 Uhr: Frankreich meldet mehr als 10’000 Neuinfektionen

Frankreich verzeichnet erneut mehr als 10’000 Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kamen 10’008 Corona-Fälle nach lediglich 5’298 am Vortag hinzu, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In zwölf Tagen überschritt die Zahl der Neuinfektionen sechs Mal die Marke von 10’000. Insgesamt haben sich 468.069 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 31’416.

20.15 Uhr: Unctad: Weltwirtschaft braucht kühne neue Staatsausgaben

Die Erholung der Weltwirtschaft nach dem Corona-Schock braucht nach einem UN-Bericht kühne neue Staatsausgaben, vor allem in den Industrieländern. Nur so könne in aller Welt eine faire und widerstandsfähige Wirtschaft entstehen, heisst es am Dienstag in dem «Handels- und Entwicklungsbericht 2020» der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad). Ihr Mandat innerhalb der UN-Familie ist es, den Handel unter Entwicklungsländern zu fördern. Die ärmeren Länder bräuchten aber erhebliche Unterstützung der reicheren Länder, darunter mehr Entwicklungshilfe und Schuldenerlass.

Die Organisation fordert eine Art Marshallplan für Gesundheit, damit ärmere Länder die Notlage durch die Corona-Pandemie besser meistern können. Der US-Marshallplan hat den Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg angekurbelt. Die Unctad fordert auch eine öffentliche Ratingagentur, die die Kreditwürdigkeit von Regierungen und Unternehmen objektiv beurteilt. Das würde auch den Wettbewerb im sehr engen privaten Markt der Ratingagenturen fördern.

19.38 Uhr: Madrids Regionalregierung warnt vor Lockdown für ganze Hauptstadt

Angesichts der weiter rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen in Madrid hat Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso vor einem Lockdown auch der gesamten Hauptstadtregion gewarnt. Bereits seit Montag sind Wohngebiete mit insgesamt 850’000 Einwohnern teilweise abgesperrt. Die Bewohner dürfen sie nur verlassen, um unter anderem zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt zu gehen. «Es macht keinen Sinn, Beschränkungen in einigen Vierteln anzuordnen und in anderen nicht», sagte Ayuso spanischen Medien zufolge am Dienstag. Sie schloss nicht aus, dass womöglich auch die ganze Hauptstadtregion mit insgesamt 6,6 Millionen Einwohnern betroffen werden könnte, wie die Zeitung «El País» berichtete.

Tatsächlich liegt die Zahl der Neuinfektionen nach Informationen vom Dienstag bereits in 16 weiteren Stadtgebieten ebenso wie in den bereits teilweise abgeriegelten Gegenden bei über 1’000 je 100’000 Einwohner binnen 14 Tagen. Zur Einordnung: In Deutschland liegt dieser Wert derzeit bei 13,5 auf sieben Tage gerechnet. Die Vergleichszahl zu Madrid wäre also rein rechnerisch 27 zu gut 1’000.

Ein Polizist spricht an einem Kontrollpunkt in Madrid mit einer Autofahrerin.
Bild: Manu Fernandez/AP/dpa

19.00 Uhr: Putin wirbt bei UN-Rede für Russlands Corona-Impfstoff

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei den Vereinten Nationen für den ersten Impfstoff seines Landes gegen das Coronavirus geworben. Russland sei bereit, kostenlos alle UN-Mitarbeiter mit dem Vakzin impfen zu lassen, sagte Putin in einer am Dienstag bei der Generalversammlung in New York gezeigten Videoansprache. Russland sei es als erstem Land der Welt gelungen, einen Impfstoff zu registrieren, betonte Putin. Der Kremlchef schlug auch eine Online-Konferenz auf höchster Staatsebene für Länder vor, die an einer Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Impfstoffs interessiert seien.

Die Corona-Pandemie bezeichnete er als grosse Herausforderung für die Menschheit. Die Experten müssten zwar noch das ganze Ausmass der Folgen der Krise und des «sozial-wirtschaftlichen Schocks» bewerten. «Aber schon jetzt ist offensichtlich, dass es lange, sehr lange dauern wird, um die globale Wirtschaft wieder aufzubauen», sagte er.

18.10 Uhr: Macron lehnt in der Corona-Krise Isolierung von älteren Menschen ab

Im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie lehnt der französische Staatschef Emmanuel Macron eine Isolierung älterer Menschen ab. «Wir werden das Virus nicht besiegen, indem wir unsere Mitbürger isolieren», sagte der Präsident am Dienstag bei einem kurzfristig angesetzten Besuch eines Altersheims in der zentralfranzösischen Loire-Region in der Nähe von Blois. Der 42-Jährige wies auf soziale und familiäre Bande hin, die für ältere Menschen wichtig seien.

In Frankreich gibt es grosse Sorge, denn die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt seit Wochen an – die tägliche 10’000er-Marke wurde bereits überschritten. Die Behörden registrierten bereits mehr als 31’000 Tote.

17.41 Uhr: Zahl der Corona-Toten in den USA übersteigt Schwelle von 200’000

In den USA hat die Zahl der Corona-Todesfälle die symbolische Schwelle von 200’000 überstiegen. Die Marke wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität am Dienstag überschritten. Die USA stehen damit für rund jeden fünften Corona-Todesfall weltweit. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land rund 6,86 Millionen Infektionsfälle bestätigt – auch das ist ein internationaler Höchstwert.

Kritiker machen US-Präsident Donald Trump für das Ausmass der Krise in dem Land mitverantwortlich. Der Rechtspopulist hatte die Gefahr durch das Virus öffentlich lange kleingeredet. Nach dem Lockdown im Frühjahr pochte er dann auf eine rasche Rückkehr zur Normalität, um die Wirtschaft im Wahljahr wieder in Gang zu bringen. Trump selbst bezeichnet seinen Umgang mit der Pandemie regelmässig als großen Erfolg: Ohne seinen Einsatz wären noch viel mehr Menschen gestorben, erklärte er.



17.40 Uhr: Erste Schadenersatz-Klagen gegen Österreich

Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich im Skiort Ischgl mit dem Coronavirus infiziert haben, klagen gegen die Republik Österreich und das Land Tirol. Am Mittwoch will ein österreichischer Verbraucherschutzverein beim Landgericht Wien die ersten Muster-Klagen einreichen. Es geht um Schadenersatz und die Anerkennung von Folgeschäden. Details sollen bei einer Pressekonferenz am Vormittag (10.00 Uhr) bekanntgegeben werden.

Mehr als 6'000 Tirol-Urlauber, davon viele Deutsche, hatten sich nach Angaben des Vereins bis Ende August gemeldet. Rund 1'000 Menschen hatten sich demnach bis dahin dem Strafverfahren als Privatbeteiligte angeschlossen. Darunter seien auch Fälle von Deutschen, die entweder durch die Erkrankung gestorben seien oder – wie im Fall eines Mannes aus dem Rheinland – nach langem Aufenthalt auf der Intensivstation mit Folgeschäden zu kämpfen hätten.

Nach Darstellung des Vereins haben die Verantwortlichen zu spät und nicht umfassend genug auf den Ausbruch des Virus reagiert. Von dem für seine Après-Ski-Szene bekannten Ischgl aus sei das Coronavirus in 45 Staaten getragen worden.

17.28 Uhr: Chinas Präsident Xi: Corona-Pandemie nicht politisieren

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping hat Vorwürfe wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus zurückgewiesen. «Alle Versuche, zu politisieren oder zu brandmarken, sollten vermieden werden», sagte der chinesische Präsident am Dienstag in einer vorher auf Video aufgezeichneten Rede für die Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York.

Vielmehr sollte die Welt solidarisch im Kampf gegen die Pandemie zusammenstehen. «Covid-19 erinnert uns daran, dass wir in einem miteinander verbundenen globalen Dorf mit gemeinsamen Interessen leben.» Der chinesische Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass die Pandemie bewältigt werden könne. «Wir werden die Schlacht gewinnen.» Er beteuerte, dass China «umfassende Bemühungen unternommen hat, um die Verbreitung des Virus zu stoppen».

Chinas Präsident Xi Jinping hat weltweite Solidarität im Kampf gegen das Coronavirus gefordert.
Bild: Keystone

Er plädierte auch für den Zusammenhalt des multilateralen Handelssystems. Alle sollten zusammenarbeiten, eine reibungslose Funktion der globalen Lieferketten sicherzustellen. «Wir sollen uns gegen Unilateralismus und Protektionismus aussprechen», sagte Xi Jinping, ohne die USA oder US-Präsident Donald Trump direkt zu nennen.

Die Weltordnung mit den Vereinten Nationen in der Mitte müsse gewahrt bleiben. China habe friedliche Absichten und werde niemals Vorherrschaft suchen. «Wir haben nicht die Absicht, einen Kalten Krieg oder einen richtigen Krieg zu kämpfen», sagte Xi Jinping.

Sein Land werde sich auch nicht hinter verschlossenen Türen entwickeln. Vielmehr wolle es seine heimische Wirtschaft als wesentliche Stütze entwickeln, die von der globalen Zirkulation unterstützt werde, verwies der Präsident indirekt auf Chinas neue Strategie der «dualen Kreisläufe». Damit will die zweitgrösste Volkswirtschaft vor dem Hintergrund des Handels- und Technologiekrieges der USA gegen China in Zukunft ihre Abhängigkeit vom Ausland verringern.

17.12 Uhr: EU-Gipfel wegen Corona-Fall verschoben

EU-Ratspräsident Charles Michel hat den für Donnerstag und Freitag geplanten Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs auf Anfang Oktober verschoben. Dies teilte sein Sprecher Barend Leyts am Dienstag auf Twitter mit. Er verwies auf eine Corona-Infektion bei einem von Michels Sicherheitsleuten.

«Der Präsident des Europäischen Rats hat heute erfahren, dass ein Sicherheitsbeamter, mit dem er Anfang vergangener Woche in engem Kontakt war, positiv auf Covid getestet wurde», schrieb Leyts. «Der Präsident hat sich regelmässig testen lassen und wurde erst gestern negativ getestet. Entsprechend den belgischen Regeln hat er sich heute in Quarantäne begeben.» Als neuen Termin für den EU-Sondergipfel nannte der Sprecher den 1. und 2. Oktober.

Thema des ursprünglich für Donnerstag und Freitag geplanten Sondergipfels sollten unter anderem die Beziehungen der EU zur Türkei sein. Die EU hatte der Türkei wegen umstrittener Ergas-Erkundungen im östlichen Mittelmeer Ende August ein Ultimatum gesetzt und mit zusätzlichen Sanktionen gedroht. Wenn es keine Fortschritte gebe, könne auf dem Sondergipfel eine Liste weiterer Strafmassnahmen diskutiert werden, sagte damals der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell. Diese würden auch Wirtschaftssanktionen umfassen.

16.45 Uhr: Trump kritisiert China wegen Corona-Ausbreitung

Bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen hat US-Präsident Donald Trump schwere Vorwürfe gegen China wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus erhoben. «Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche auf die Welt losgelassen hat – China», sagte Trump in seiner Videobotschaft für die UN-Vollversammlung am Dienstag. Die Regierung in Peking habe die weltweite Ausbreitung des «China-Virus» nicht gestoppt.

«Die chinesische Regierung und die Weltgesundheitsorganisation - die praktisch von China kontrolliert wird – haben fälschlicherweise erklärt, dass es keine Beweise für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gäbe», sagte der US-Präsident. Er forderte: «Die Vereinten Nationen müssen China für dessen Handlungen zur Rechenschaft ziehen.»

Trump sagte weiter: «75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Vereinten Nationen sind wir erneut in einem grossen globalen Kampf engagiert. Wir haben einen erbitterten Kampf gegen den unsichtbaren Feind - das China-Virus - geführt, das in 188 Ländern unzählige Menschenleben gefordert hat.» In den USA habe die Pandemie zur grössten Mobilisierung seit dem Zweiten Weltkrieg geführt.

Trump kündigte an: «Wir werden einen Impfstoff verteilen, wir werden das Virus besiegen, wir werden die Pandemie beenden, und wir werden in eine neue Ära von beispiellosem Wohlstand, Zusammenarbeit und Frieden eintreten.»

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA nach Angaben der Universität Johns Hopkins in Baltimore rund 200'000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Zudem gab es in den USA demnach mehr als 6,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Auf der UN-Vollversammlung hat US-Präsident Donald Trump China erneut scharf angegriffen. 
Bild. Keystone

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie findet die 75. Generaldebatte der UN-Vollversammlung in diesem Jahr grösstenteils virtuell statt. Die Vertreter aller 193 Mitgliedstaaten – darunter weit mehr als 150 Staats- und Regierungschefs - sprechen nicht wie normalerweise im UN-Hauptquartier in New York, sondern per vorab aufgezeichneten Video-Reden. In der Halle der Vollversammlung ist jedes Land nur mit einem örtlichen Diplomaten vertreten.

16.34 Uhr: Spanien stellt Homeoffice auf gesetzliche Basis

Die spanische Regierung hat die in der Corona-Krise stark zugenommene Arbeit von zu Hause aus auf eine rechtliche Basis gestellt. Demnach muss das Arbeiten abhängig Beschäftigter in den eigenen vier Wänden freiwillig sowie umkehrbar sein. Arbeitgeber haben zudem die Kosten für Geräte aber auch für Möbel zu übernehmen, wie die Zeitung «La Vanguardia» und andere Medien am Dienstag berichteten.

Die Arbeit im Homeoffice ist in Spanien wie in den meisten anderen Ländern seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in die Höhe geschnellt. Während noch 2019 nur knapp fünf Prozent aller Beschäftigten nach eigenen Angaben zumindest teilweise von zu Hause aus arbeiteten, waren es 2020 schon 34 Prozent, wie eine Umfrage des Instituts für Wirtschaftsstudien in Valencia (IVIE) ergab.

Das Arbeiten im Homeoffice ist in Spanien ab sofort gesetzlich verankert. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Das neue Gesetz geht von Heimarbeit aus, wenn mindestens 30 Prozent der Arbeit während drei Monaten von zu Hause aus erfolgt. Es schreibt vor, dass Beschäftigte im Homeoffice mit den anderen Angestellten eines Unternehmens gleichgestellt sein müssen. Eine Kontrolle von Arbeitsleistung und -zeit des Mitarbeiters im Homeoffice ist grundsätzlich erlaubt, das Wie im Gesetz aber nicht spezifiziert.

Bei neuen Arbeitsverhältnissen muss die Heimarbeit im Vertrag geregelt sein. Bei schon bestehender Heimarbeit ist dies nicht erforderlich. Bereits bestehende betriebliche Vereinbarungen zum Homeoffice bleiben von dem neuen Gesetz für maximal drei Jahre unberührt.

Auf die Eckpunkte für das Homeoffice hatte sich die linke Regierung von Regierungschef Pedro Sánchez in wochenlangen Verhandlungen mit den Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden geeinigt.

16.12 Uhr: Impfstoffhersteller setzen auf EU-Schutz bei möglichen Klagen

Pharmakonzerne sollen Verbandsangaben zufolge in Europa bei unerwarteten Nebenwirkungen ihrer Corona-Impfstoffe von der Haftung freigestellt werden. In solchen Fällen gehe sie davon aus, dass es eine Haftungsfreistellung gebe.

Dies sagte die Vorsitzende des Verbands der europäischen Impfstoffhersteller Vaccines Europe, Sue Middleton, am Dienstag bei einer Anhörung vor dem EU-Parlament. «Die Kommission oder die Mitgliedstaaten würden die Unternehmen im Wesentlichen von den Kosten für rechtliche Schritte freistellen.» Diese Ereignisse seien aber selten und noch seien nicht alle Verträge unterzeichnet.

Ein Sprecher der Europäischen Kommission sagte, die Vorkaufsvereinbarungen mit den Unternehmen sähen vor, dass die Mitgliedsstaaten den Hersteller für bestimmte Haftungen entschädigten, die unter bestimmten und strengen Bedingungen stünden. «Die Haftung verbleibt jedoch weiter bei den Unternehmen.»

Wann ein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar sein wird, ist noch immer unklar. (Symbolbild)
Bild: Keystone

EU-Vertreter hatten erklärt, dass der teilweise von der EU angebotene Rechtsschutz die Vorverkaufsabkommen in den vergangenen Monaten behindert und die Impfstoffhersteller dazu veranlasst habe, mehr zu verlangen. Bislang ist in der Europäischen Union noch kein Covid-19-Impfstoff zugelassen, 38 Projekte befinden sich weltweit nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gegenwärtig in der klinischen Entwicklung.

Die Europäische Union hat sich bereits bei einigen Unternehmen Hunderte Millionen Dosen derer Impfstoffkandidaten vorab gesichert. Verbraucherorganisationen und Gesetzgeber fordern, dass Unternehmen für alle möglichen Nebenwirkungen haftbar gemacht werden.

16.02 Uhr: 2020 keine traditionellen Nobelpreis-Zeremonien

Alle Nobelpreisträger werden in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie bei deutlich kleineren Verleihungen mit ihren renommierten Preisen ausgezeichnet. Die traditionelle Nobelpreis-Zeremonie im Konzerthaus von Stockholm werde durch eine im Fernsehen übertragene Preisverleihung im Rathaus der schwedischen Hauptstadt ersetzt, teilte die Nobelstiftung am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Preisträger sollen dabei aus ihrer Heimat zugeschaltet werden, wo sie jeweils auch ihre Nobelmedaillen und -diplome erhalten sollen.

Zuvor hatte bereits das norwegische Nobelinstitut bekanntgegeben, dass die übliche Verleihung des Friedensnobelpreises im Rathaus von Oslo diesmal in die Aula der dortigen Universität verlegt werde.

Die diesjährigen Nobelpreisträger werden in zwei Wochen in Stockholm und Oslo bekanntgegeben. Ihre Auszeichnungen bekommen sie wie üblich am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel. Während alle weiteren Preise in Stockholm überreicht werden, wird der Friedensnobelpreisträger in Oslo geehrt.

15.43 Uhr: Flugverband IATA will Corona-Tests für internationale Passagiere

Flugpassagiere sollen wieder sorglos international reisen können – dafür fordert der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) Corona-Schnelltests direkt vor dem Abflug für jeden Reisenden. Damit würden Quarantäne-Vorschriften im Zielland überflüssig, sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac am Dienstag in Genf. Solche Massnahmen würgten jede erhoffte Erholung im Luftverkehr ab, warnte er.

Der Verband sei mit Regierungen direkt und in der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) bereits im Gespräch. Die IATA-Fluggesellschaften stünden zu 100 Prozent hinter dem Vorschlag.

Die IATA geht davon aus, dass Antigen-Tests für weniger als zehn Euro pro Test mit Ergebnissen innerhalb von 15 Minuten ab Oktober auf dem Markt sind und mehr als 99 Prozent akkurate Ergebnisse liefern. Medizinisches Personal sei nicht nötig. Die Tests sollten verpflichtend sein, die Kosten von staatlicher Seite getragen werden.

Alexandre de Juniac vom Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) hofft eine zügige Einführung von Corona-Schnelltests für Flugpassagiere. (Archivbild)
Bild: Keystone

Wer einen Test verweigere, könne nicht einsteigen, sagte de Juniac. Für das Programm seien bei einer Erholung des Betriebs mittelfristig wahrscheinlich vier bis fünf Millionen Tests pro Tag nötig.

IATA sehe bei internationalen Flügen kaum Erholung, sagte de Juniac. Im Juli seien verglichen mit dem Vorjahresmonat nur acht Prozent so viele Passagiere unterwegs gewesen. Grund sei unter anderem, dass sie kaum Reisepläne machen könnten, weil sie stets neue Quarantäneauflagen im Zielland befürchten müssten.

15.22 Uhr: EU baut Reserve an Schutzmasken aus

Mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen in Europa baut die Europäische Union weiter gemeinsame Reserven an medizinischen Schutzmasken auf. Nach Deutschland und Rumänien hätten sich nun auch Dänemark, Griechenland, Ungarn und Schweden bereit erklärt, im Auftrag aller EU-Staaten Depots anzulegen, erklärte EU-Kommissar Janez Lenarcic am Dienstag.

Der Aufbau der gemeinsamen Reserve hatte im Frühjahr begonnen, als viele Staaten in der Corona-Krise viel zu wenig Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger hatten. Aus dieser Reserve seien inzwischen 520'000 medizinische FFP2- und FFP3-Masken an die EU-Staaten Italien, Spanien, Kroatien und Litauen sowie an die Nachbarn Nordmazedonien, Montenegro und Serbien verteilt worden, sagte Lenarcic.

Dank einer gemeinsame EU-Reserve soll auch künftig die Versorgung mit Schutzmasken garantiert werden. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Die Vorräte werden aus dem Gemeinschaftsetat der EU finanziert. Einzelne EU-Staaten schaffen das Material an und lagern es. Im Notfall wird es nach Bedarf verteilt.

14.56 Uhr: Boris Johnson denkt an Einsatz des Militärs

Der britische Premier Boris Johnson will zur Kontrolle schärferer Corona-Massnahmen in England möglicherweise auch das Militär einsetzen. Man werde die schärferen Corona-Massnahmen streng überprüfen und Geldstrafen verhängen, verkündete Johnson am Dienstag im Londoner Parlament. Die Polizei werde dabei präsenter in den Strassen des Landes sein, gegebenenfalls könne zur Verstärkung auch das Militär eingesetzt werden.

In England könnte laut Premier Boris Johnson bei der Kontrolle der verschärften Regelungen in der Corona-Pandemie auch das Militär eingesetzt werden. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Aufgrund der sich zuspitzenden Coronakrise in Grossbritannien verschärft Johnson für England erneut die Schutzvorkehrungen. Pubs und Restaurants sollen von Donnerstag an spätestens um 22 Uhr schließen. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein.

Die Regierung weitet zudem die Maskenpflicht aus: Auch in Taxis oder Geschäften soll das Maskentragen künftig verpflichtend sein, genauso wie in Pubs oder Restaurants, wenn man sich gerade nicht an seinem Sitzplatz befindet. Hochzeiten sind nur noch mit 15 Teilnehmern erlaubt. Ausserdem forderte Johnson Arbeitnehmer wieder auf, wenn möglich von zuhause zu arbeiten - eine Kehrtwende, nachdem er wochenlang eine grosse «Back to Office»-Kampagne («Zurück ins Büro») propagiert hatte.

14.15 Uhr: Bank von England warnt vor erneutem Dämpfer

Die zunehmenden Coronavirus-Fälle bedrohen aus Sicht von Grossbritanniens Notenbank-Gouverneur Andrew Bailey die Wirtschaftsaussichten. «Offensichtlich verstärkt das die Gefahren», sagte Bailey am Dienstag in einer Online-Gesprächsrunde der britischen Handelskammer.

Die Geschwindigkeit der Zunahme sei «sehr bedauerlich». Die Wirtschaft habe einen steinigen Weg vor sich. Die Bank von England werde alles tun, um die Konjunktur zu unterstützen.

Zuletzt legte die Zahl der Neuinfektionen im Vereinigten Königreich binnen 24 Stunden um mindestens 6'000 zu. Die Krankenhaus-Einweisungen verdoppeln sich inzwischen alle acht Tage. Zudem gerät das Test-System immer mehr an seine Grenzen. Experten warnen bereits vor einem rapiden Anstieg der Corona-Todeszahlen, wenn das Land nicht umgehend gegensteuert.

Die Bank von England kündigte an, alles zu tun, um die Konjunktur zu stützen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

13.28 Uhr: Easyjet Schweiz hat Coronakrise gut überstanden

Der Schweizer Ableger der Fluggesellschaft Easyjet ist vergleichsweise unbeschadet durch den Corona-Sommer gekommen. Die Airline konnte laut ihrem Geschäftsführer Jean-Marc Thévenaz in den Ferienmonaten den Grossteil der Destinationen von Schweizer Flughäfen aus bedienen.

Trotz reduzierter Frequenzen setzte die Billigfluggesellschaft zwei Drittel ihrer Flotte ein und bediente 80 Prozent der 150 Ziele ab Genf, Basel und Zürich. «Zwischen Juli und August sind wir mit einer durchschnittlichen Auslastung von 84 Prozent geflogen», sagte Thévenaz in einem Interview am Dienstag mit «24 Heures».

Die Nachfrage nach Ferienflügen habe nicht nachgelassen. Geschäftsreisen hingegen seien aufgrund der Reisebeschränkungen zurückgegangen. Die nun wieder anziehenden Ansteckungsraten insbesondere in Spanien und Frankreich sowie wieder eingeführte Quarantänemassnahmen hätten die Belegung der Flüge hingegen erneut auf ein «sehr niedriges» Niveau sinken lassen.

Jean-Marc Thévenaz zog nach den Ferienmonaten eine positive Zwischenbilanz. 
Bild: Keystone

Dennoch: «Bisher ist der Schweizer Markt lebendiger geblieben als in allen anderen europäischen Ländern», sagt der Chef von Easyjet Switzerland und betonte, dass die Schweizer Kaufkraft von der Krise deutlich weniger betroffen sei als im Rest Europas.

Zudem erwartet Thévenaz, dass die Preise «zunächst» sinken werden, um «eine schnellstmögliche Erholung» zu fördern. In Bezug auf das Personal betonte er, dass durch den Einsatz von Kurzarbeit Arbeitsplätze erhalten werden konnten, «und dies mit viel mehr Flexibilität als in anderen Ländern». Die Priorität des Unternehmens besteht jetzt darin, die Nachfrageentwicklung so gut wie möglich zu antizipieren, um so viel wie möglich vom Aufschwung zu profitieren.

13.17 Uhr: Corona-Impfstoff könnte 5 bis 15 Euro pro Dosis kosten

Corona-Impfstoffe könnten nach Aussagen des Europäischen Pharmaverbands (EFPIA) pro Einheit zwischen 5 und 15 Euro kosten. Dies sei ein angemessener Preis pro Dosis, sagte die Vorsitzende der Verbandsgruppe Impfungen Europa, Sue Middleton, bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag in Brüssel. Genaue Preise seien in den bisher geschlossenen Vereinbarungen zwischen Impfstoff-Herstellern und der Europäischen Union aber nicht festgelegt worden.

Der Vizepräsident des Herstellers Sanofi, Thomas Triomphe, versicherte, dass es einen fairen und niedrigen Preis geben werde. Ein reduzierter Preis solle für Entwicklungsländer gelten. Wie viel genau eine Impfdosis kosten werde, könne man noch nicht sagen. Die Forschung sei noch nicht weit genug, um etwa die genaue Dosierung des Wirkstoffes zu kennen.

ARCHIV - 19.06.2020, Baden-Württemberg, Tübingen: ILLUSTRATION - Ein Mann demonstriert im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen, wie eine Frau geimpft wird. (zu dpa "WHO-Chefforscherin hält breite Corona-Impfung Mitte 2021 für möglich" am 20.07.2020) Foto: Christoph Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Christoph Schmidt)
Experten beziffern die Kosten für eine Dosis eines Corona-Impfstoffes auf bis zu 15 Euro. (Symbolbild)
Bild: Keystone/dpa/Christoph Schmidt

Die EU-Kommission hatte mit den Herstellern Sanofi und GSK sowie mit AstraZeneca Rahmenverträge über die Lieferung von mehreren Hundert Millionen Dosen Impfstoff geschlossen. Mit weiteren Herstellern sind Sondierungsgespräche abgeschlossen. Bisher ist allerdings noch keiner der Impfstoffe abschliessend getestet und zugelassen.

12.55 Uhr: 286 neue Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 286 Coronavirus-Ansteckungen bei 7'949 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Es gab 3 neue Todesfälle, und 14 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Montag hatte das BAG erstmals die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekannt gegeben. Insgesamt waren für die drei Tage 1'095 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet worden. Am Freitag der vergangenen Woche waren 488 Fälle registriert worden, am Donnerstag 530 und am Mittwoch 514 Fälle.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 50' 664 laborbestätigte Infektionen, wie das BAG am Dienstag mitteilte.

12.38 Uhr: WHO meldet Rekordzahl an wöchentlichen Neuinfektionen

Das Coronavirus breitet sich derzeit weltweit immer schneller aus, betroffen ist von dieser Entwicklung vor allem Europa. In der vergangenen Woche seien weltweit fast zwei Millionen Neuinfektionen registriert worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf in der Nacht zum Dienstag mit. Damit steckten sich innerhalb von sieben Tagen so viele Menschen mit Corona an wie nie zuvor seit Auftreten des Virus' Ende vergangenen Jahres in China. Im Gegenzug sei die Zahl der Todesfälle rückläufig.

Der WHO-Statistik zufolge wurden in der vergangenen Woche weltweit 1'998'897 neue Corona-Fälle registriert. Dies sei ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber der Vorwoche und «die höchste Zahl an registrierten Fällen innerhalb einer Woche seit Beginn der Epidemie». In Europa nahmen die Neuinfektionen exponentiell um elf Prozent zu, in Afrika dagegen gingen sie laut den gemeldeten Zahlen um zwölf Prozent zurück.

Ein Arzt bereitet sich auf einen Abstrich in einem Corona-Testzentrum vor. Laut WHO-Regionaldirektor Hans Kluge hat Covid-19 die Schwächen und Stärken der europäischen Gesellschaft ans Licht gebracht. Es habe die Realität unserer Gesundheitssysteme «unverblümt offenbart». Foto: Thierry Roge/BELGA/dpa
In der vergangenen Woche wurden knapp zwei Millionen neue Corona-Erkrankungen weltweit verzeichnet. (Symbolbild)
Thierry Roge/BELGA/dpa

Die Zahl der zusätzlichen Corona-Todesfälle weltweit lag laut WHO bei 37'700 in der vergangenen Woche – die Zahl ging demnach um rund zehn Prozent gegenüber der Vorwoche zurück. Allerdings galt dieser Trend nicht für Europa, wo die Zahl der Toten binnen einer Woche rapide auf über 4'000 stieg. Dies sei ein Anstieg um 27 Prozent gegenüber der Vorwoche, erklärte die WHO.

Insgesamt steckten sich seit dem Auftreten des neuartigen Coronavirus Ende vergangenen Jahres laut einer auf offiziellen Angaben beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP weltweit mehr als 31 Millionen Menschen an, fast 962'000 von ihnen starben.

12.24 Uhr: Kurzfilmtage Winterthur teils im Internet

Was normalerweise keine Meldung wert wäre, ist in Zeiten von Corona eine gute Nachricht: Die 24. Internationalen Kurzfilmtage Winterthur finden statt – vom 3. bis 8. November in hybrider Form.

Der Schweizer und der Internationale Wettbewerb sowie weitere Programmpunkte sollen als «lokalen Screenings» stattfinden; ausgewählte Programme werden online gezeigt, teilten die Veranstalter am Dienstag mit. Ins Internet verlegt werden die Möglichkeiten zur Vernetzung der Kurzfilmbranche sowie die Weiterbildungsangebote. Wegen der Pandemie laden die Veranstalter allerdings weder Schweizer noch internationale Gäste ein.

Die Carte Blanche für den Festivaltrailer hat in diesem Jahr die Thurgauer Autorin und Regisseurin Rhona Mühlebach erhalten. Sie präsentiert einen ironischen Clip mit Operngesang und Pop-Musik. Der Trailer singt eine Ode an die altbekannte Mordwaffe Kettensäge; doch Försterinnen erklären, die Kettensäge sei als Mordwaffe ungeeignet. Seine Leinwandpremiere soll der Trailer am diesjährigen Zurich Film Festival im Rahmen des dortigen Kurzfilmprogramms feiern.

12 Uhr: Wien lässt Schüler und Lehrer bei Verdacht gurgeln

Die Stadt Wien will Kinder und Lehrer bei Verdacht auf eine Corona-Infektion künftig direkt an den Schulen testen lassen. Kommende Woche sollen 600'000 Testkits mit einer Gurgellösung ausgeliefert werden, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker am Dienstag ankündigte. Zusätzlich sollen probeweise mobile Teams bereit stehen. Bei Verdacht auf eine Infektion sollen Kinder oder Lehrer noch in der Schule gurgeln. Die Proben sollen anschliessend sofort ins Labor.

«Eine Vielzahl der Verdachtsfälle an den Schulen stellt sich als falscher Alarm heraus», sagte Österreichs Bildungsminister Heinz Fassmann. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit des Bildungsministeriums mit der Stadt. Ob es auf andere Regionen ausgeweitet wird, liegt in der Zuständigkeit die jeweiligen Bundesländer.

Zur schnellen Auswertung der Tests sollen die Kapazitäten der Wiener Forschungslabore genutzt werden, die das Gurgelverfahren mitentwickelt haben. Dabei muss eine Minute lang mit einer speziellen Salzlösung gegurgelt werden, damit wie bei einem Abstrich Partikel aus dem Rachen hängen bleiben. Die Probe wird anschliessend auf Virenerbgut analysiert.

Schüler und auch die Lehrer sollen bei Corona-Symptomen in Wien künftig mit einem neuen Testkit auf eine Infektion überprüft werden. (Symbolbild)
Bild: Keystone

11.30 Uhr: Warnung vor «dritter Welle» im Iran

Im Iran hat der Corona-Beauftragte der Regierung vor einer «dritten Welle» der Pandemie gewarnt. «Die Statistiken zeigen, dass wir möglicherweise schon bald die dritte Corona-Welle erleben werden,» sagte Aliresa Sali am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ilna. Die nächste Stufe könnte weitaus schlimmer werden als die ersten beiden Phasen, sagte der Neurologe. Wenn immer mehr Infizierte in Krankenhäuser eingewiesen werden müssten, werde dies zu einem kritischen Engpass führen.

Sali fordert drastische Einschränkungen, besonders in der Hauptstadt Teheran mit ihren mehr als 13 Millionen Einwohnern. Dies lehnt Präsident Hassan Ruhani ab. Seit einigen Tagen steigt die Zahl der Neuinfektionen im Iran wieder drastisch. Vergangene Woche starben täglich zwischen 150 bis 180 Menschen an dem Virus. Bis zu 3'300 Neuinfektionen wurden registriert. Seit Ende Februar starben im Iran bereits mehr als 24'000 Menschen.

Die Fallzahlen im Iran steigen wieder dramatisch an. (Symbolbild)
Bild: Keystone

10.55 Uhr: WEF 2021 in Davos fällt wohl doch aus

Das nächste World Economic Forum WEF in Davos dürfte frühestens im Jahr 2022 wieder stattfinden. Im nächsten Jahr werde das Jahrestreffen hochrangiger Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft nicht im Frühsommer im Davoser Kongresshaus durchgeführt. Einen entsprechenden Bericht der «Südostschweiz» bestätigte Tamara Henderson, Präsidentin von Hotel Gastro Davos.

Demnach sei die Hotellerie vom WEF brieflich mitgeteilt worden, dass es im Frühsommer mit der Veranstaltung nichts werde. Das WEF um Gründer Klaus Schwab hatte zuletzt Ende August darüber informiert, dass man das Weltwirtschaftsforum 2021 aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie üblich Ende Januar in Davos veranstalten wolle. Als ein möglicher Ersatztermin war dann der Frühsommer 2021 ins Spiel gebracht worden.

«Wir sind etwas überrascht worden von diesem Brief», sagte Henderson der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage. Die Hotellerie sei vor Tatsachen gestellt worden. «Wir fühlen uns etwas übergangen und möchten in nächster Zeit Klarheit», sagte Henderson weiter. Die Hotellerie konzentriere sich nun auf das Jahr 2022.

das WEF 2021 in Davos wird laut Medienberichten doch entfallen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

10.15 Uhr: Tui strafft Reiseangebot für Winter weiter

Der weltgrösste Reiseanbieter Tui hat angesichts neuer Reisewarnungen wegen der Covid-19-Pandemie sein Angebot weiter reduziert. Für die Wintersaison stricht Tui rund ein Fünftel des Programms.

Insgesamt stehen damit noch rund 40 Prozent des ursprünglichen Angebots zur Verfügung, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. «Dies spiegelt die anhaltende Unsicherheit im Hinblick auf Reisebeschränkungen wider», hiess es. Das reduzierte Angebot war zuletzt zu rund 30 Prozent gebucht.

Inklusive Staatskredite verfüge Tui über eine Liquidität von rund 2 Milliarden. Gleichzeitig dürfte der Mittelabfluss pro Monat im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen, erklärte das Unternehmen. Derzeit kämpft der Reisekonzern mit Reisewarnungen, etwa für Spanien inklusive der Balearen und Kanaren.

Eine Reisende spricht Mitte August auf dem Flughafen von Palma de Mallorca mit einem Tui-Mitarbeiter. (Archiv)
Bild: Keystone

9.22 Uhr: Grossbritannien empfiehlt wieder Home Office

Angesichts stark steigender Infektionszahlen empfiehlt die britische Regierung ihren Bürgern im Kampf gegen das Coronavirus wieder die Arbeit im Home Office. «Leuten, denen es möglich ist, von zu Hause zu arbeiten, würden wir empfehlen, das zu tun», sagte Staatsminister Michael Gove am Dienstag dem Sender Sky News. «Die Infektionsrate geht nach oben, die Zahl der Menschen, die ins Krankenhaus müssen, geht nach oben, und deswegen müssen wir handeln.»

9.03 Uhr: Philippinen verlängern Katastrophenzustand

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat den wegen der Coronavirus-Pandemie ausgerufenen Katastrophenzustand für sein Land um ein Jahr verlängert. Dieser gestattet den Behörden bis September 2021 Preiskontrollen für wichtige Versorgungsgüter wie Reis oder Öl für Kochstellen. Ausserdem können sie Finanzmittel für Notfälle schneller abrufen. Quarantäne-Vorschriften und Abstandsregeln bleiben in Kraft.

Zugleich kündigte Duterte am Montagabend an, das Ausreiseverbot für philippinische Ärztinnen und Ärzte, Krankenpfleger und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen aufzuheben, die einen abgeschlossenen Arbeitsvertrag im Ausland haben. Wer keinen solchen Vertrag hat, muss dagegen im Land bleiben, damit die medizinische Versorgung dort gesichert bleibt.

Duterte hatte den Katastrophenzustand im März ausgerufen, als es auf den Philippinen knapp 200 Corona-Infektionen gab und in diesem Zusammenhang etwa ein Dutzend Todesfälle. Mittlerweile verzeichnen die Philippinen offiziell mehr als 290'000 Infektionen und knapp 5'000 Tote.

Kritik, die Regierung unternehme zu wenig, wies Duterte zurück. Er könne die Philippinen ja wohl nicht mit Pestiziden besprühen und alle umbringen lassen, sagte der für seine unverblümte Sprache bekannte Präsident in Davao. «Das einzige was wir wirklich tun können, ist eine Maske aufzusetzen, eine Gesichtsmaske und das wars – und auf die Impfung warten», sagte er.

Rodrigo Duterte hat den Katastrophenzustand für die Philippinen um ein Jahr verlängert. 
Bild: Keystone

8.46 Uhr: Auch Basel Tattoo-Rettungsaktion abgesagt

Das Basel Tattoo fällt dieses Jahr definitiv der Coronakrise zum Opfer. Am Dienstag haben die Veranstalter auch die für November unter dem Motto «Save the Basel Tattoo» geplante Rettungsaktion abgesagt.

Als Ersatz für das schon Ende April abgesagte traditionelle Basel Tattoo unter freiem Himmel im Sommer haben die Veranstalter im Mai ein Festival in der St. Jakobshalle angekündigt. Vom 20. bis zum 28. November hätten elf zweistündige Veranstaltungen mit Platz für jeweils 6'000 Zuschauern stattfinden sollen. Doch auch daraus wird nichts.

Die Absage des Militärmusikfestivals begründeten die Veranstalter am Dienstag in einer Mitteilung mit den Unsicherheiten beim Bewilligungsverfahren. Auch wenn eine Veranstaltung über eine Bewilligung verfüge, könne ihr diese aufgrund der epidemiologischen Lage von den Behörden jederzeit wieder entzogen werden «Die Konsequenzen der behördlichen Entscheidungen tragen somit einzig die Veranstalter», halten die Tattoo-Organisatoren fest.

Die Basel Tattoo im Jahr 2019: Inzwischen ist nicht nur die Veranstaltung selbst abgesagt worden, sondern auch die Rettungsaktion «Save the Basel Tattoo». (Archiv)
Bild: Keystone

8.35 Uhr: Israelisches Kabinett beschliesst Milliardenhilfen

Zur Abmilderung der Folgen der Coronakrise hat die israelische Regierung weitere milliardenschwere Hilfen für Unternehmen und Angestellte beschlossen. Das Kabinett billigte in der Nacht auf Dienstag Ausgaben von geschätzt 10,5 Milliarden Schekel (umgerechnet rund 2,8 Milliarden Franken). Dazu zählt eine Einmalzahlung an Firmen für die Weiterbeschäftigung von Angestellten im September und Oktober.

Ende vergangener Woche hatte in dem Land ein mindestens dreiwöchiger Lockdown begonnen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte zuvor Rekordwerte erreicht. Das Kabinett gab zudem seine Zustimmung für einen Plan, die Bezüge des Ministerpräsidenten sowie von Abgeordneten und Ministern vorübergehend um zehn Prozent zu kürzen. «Wir alle müssen die Last tragen», erklärte Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Geschlossener Strand in Tel Aviv, Israel: Das israelische Kabinett will Unternehmen und Angestellten in der Krise unter die Arme greifen. (Archiv)
Bild: Keystone

7.15 Uhr: Anhaltende Erschöpfung als Coronavirus-Folge

Einer kleinen Studie zufolge könnte anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung eine recht häufige Folge überstandener Covid-19-Erkrankungen sein. Frauen seien dabei häufiger betroffen als Männer, berichten Forscher um Liam Townsend vom Trinity College in der irischen Hauptstadt Dublin.

Von 128 einbezogenen Patienten fühlten sich demnach etwas mehr als die Hälfte nach der Genesung noch für Wochen abgeschlagen. Ein Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung war nicht erkennbar, wie das Team im Vorfeld einer Konferenz zu Coronavirus-Themen mitteilte.

Die Teilnehmer waren nach im Mittel zehn Wochen nach der Genesung in die Analyse einbezogen worden. Rund 67 Prozent aller Probanden mit Ermüdungssyndrom waren weiblich. Häufiger betroffen waren zudem Menschen, bei denen früher Angstzustände oder Depressionen diagnostiziert worden waren. Von 61 Teilnehmern ohne andauernde Abgeschlagenheit hatte nur einer bereits eine solche psychische Störung. Von 67 Personen mit anhaltender Müdigkeit hatten neun zuvor Angstzustände oder Depressionen.

6.36 Uhr: Regierungskritiker in China muss 18 Jahre in Haft

In China ist ein bekannter Immobilien-Unternehmer und Kritiker von Präsident Xi Jinping zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Peking verhängte am Dienstag das Urteil gegen Ren Zhiqiang, der unter anderem wegen Korruption angeklagt war. Obwohl der 69-Jährige Mitglied der Kommunistischen Partei war, galt er schon lange als Kritiker der chinesischen Führung.

Kurz bevor er im März aus der Öffentlichkeit verschwand, nannte der Unternehmer den Präsidenten in einem Artikel einen «Clown» und kritisierte dessen Politik in der Coronapandemie scharf. Darauf folgte die offizielle Anklage und der Ausschluss aus der Partei.

Während der Anti-Korruptions-Kampagne von StaatschefXi Jinping sollen nach offiziellen Angaben schon mehr als eine Million Beamte und Politiker auf allen Ebenen bestraft worden sein. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, die Kampagne zur Festigung seiner Macht und zur Beseitigung politischer Gegner zu missbrauchen.

6.19 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die absolut am stärksten betroffenen Länder – unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100'000 Einwohner.
Grafik: dpa

5.51 Uhr: Zypern setzt Schweiz auf Hochrisiko-Liste

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen in der Schweiz erklärt Zypern die Eidgenossenschaft zum Hochrisikoland. Wer aus der Schweiz nach Zypern reisen will, muss ab Donnerstag sowohl einen negativen Coronatest vorweisen als auch für 14 Tage in Quarantäne. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Mitteilung der zyprischen Regierung hervor.

Die Regierung hat die Schweiz zusammen mit anderen Ländern wie etwa Österreich auf die Liste der Hochrisikoländer (Kategorie C) gesetzt. Touristische Reisen auf die Mittelmeerinsel werden so deutlich erschwert. Ebenfalls zu den Hochrisikoländern zählen unter anderem Spanien, Frankreich, Kroatien und Tschechien.

Für Schweizer sind Reiseziele wie der Strand von Ayia Napa auf Zypern ab Donnerstag nur noch unter Berücksichtigung der neuen zyprischen Corona-Auflagen möglich.
Bild: Keystone/EPA/Katia Christodoulou

5 Uhr: Einigungskonferenz befasst sich mit Finanzhilfe

Die eidgenössischen Räte feilschen weiterhin um die Details der Coronavirus-Finanzhilfe für «vergessene Branchen» und Selbstständigerwerbende. Nach drei Beratungsrunden sind sich National- und Ständerat in zwei Punkten nicht einig geworden. Nun befasst sich die Einigungskonferenz damit. Beim Covid-19-Gesetz handelt sich um ein sogenanntes dringliches Bundesgesetz, das am Samstag in Kraft treten soll und in weiten Teilen Ende 2021 wieder ausläuft. Der Bundesrat will mit der Vorlage die Corona-Notverordnungen, die er seit dem Frühjahr erlassen hat, wo notwendig in ordentliches Recht überführen.

Das Parlament will mit dem Covid-19-Gesetz per Notrecht beschlossene Finanzhilfen für diverse Branchen auf eine gesetzliche Basis stellen.



4.32 Uhr: Bekanntgabe Krankenkassenprämien 2021

Gesundheitsminister Alain Berset und BAG-Direktor Pascal Strupler geben heute gegen 14:00 Uhr in Bern die Krankenkassenprämien 2021 bekannt. In ihnen dürften sich die Kosten der Covid-19-Pandemie indessen nicht niederschlagen. Früheren Angaben zufolge verfügen die Krankenversicherer über genügend Reserven zur Bewältigung der Coronavirus-Krise. Diese Reserven belaufen sich demnach auf 8,3 Milliarden Franken. Es wird also nur ein moderater Anstieg der Krankenkassenprämien im kommenden Jahr erwartet.

4.01 Uhr: Europaminister beraten über Corona-Hilfsfonds

Kurz vor dem Sondergipfel der EU kommen heute ab 10:00 Uhr die Europaminister der Mitgliedstaaten zusammen. Sie beraten über den Stand der Verhandlungen mit dem EU-Parlament über den nächsten Mehrjahreshaushalt der EU und den damit verbundenen Coronavirus-Hilfsfonds. Zudem bewerten sie die bisherigen Bemühungen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, ein besser abgestimmtes Vorgehen bei Reisebeschränkungen wegen der Pandemie zu erreichen. Weiteres Thema sind die stockenden Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit Grossbritannien nach dem Brexit. Darüber hinaus werden sich die Minister mit den EU-Strafverfahren gegen Ungarn und Polen wegen Verstössen gegen die Rechtsstaatlichkeit befassen. Beschlüsse werden aber keine erwartet.

3 Uhr: Weisses Haus bittet um Hilfe bei möglichem Impfstoff

Das Weisse Haus hat die Gouverneure der US-Bundesstaaten aufgerufen, sich mit der Regierung in Washington für die Nutzung einer zukünftigen Impfung gegen das Coronavirus einzusetzen. Die Gouverneure sollten der Bevölkerung versichern, dass ein Impfstoff nach einem Prüfungsverfahren durch die Arzneimittelbehörde FDA sicher sei, forderte Vizepräsident Mike Pence am Montag in einem Telefonat, dessen Aufzeichnung der Nachrichtenagentur AP vorliegt. «Was wir nicht wollen, sind Leute, die das Vertrauen in den Prozess untergraben», sagte Pence.

Trump hat sein Versprechen wiederholt, dass ein Impfstoff bald vorliege. Doch Demokraten, Parteilose und einige Republikaner vertrauen nicht darauf, dass in so kurzer Zeit ein sicherer und effektiver Impfstoff entwickelt werden kann. Pence betonte, dass es bei der Genehmigung keine Abkürzungen geben werde.

2.33 Uhr: Steuereinnahmen Deutschlands sinken weiter

Die Coronavirus-Pandemie belastet nach wie vor den deutschen Fiskus. Die Steuereinnahmen des Bundes und der deutschen Bundesländer lagen im August mit 51,4 Milliarden Euro rund 2,3 Prozent unter dem Niveau vor Jahresfrist, wie das deutsche Finanzministerium am Dienstag mitteilte.

In den ersten sieben Monaten des Jahres summierte sich demnach der Rückgang auf 7,3 Prozent. «Die konjunkturellen Auswirkungen der Coronakrise belasteten weiterhin das Steueraufkommen.» So gab es bei den Lohnsteuern allein im August ein Minus von 6,6 Prozent. Zudem drückten Massnahmen zur Abfederung der Coronavirus-Krise wie Steuerstundungen auf die Einnahmen.

Wie aus der jüngsten Steuerschätzung hervorgeht, müssen Bund, Länder und Gemeinden für den Zeitraum 2020 bis 2024 mit rund 29,6 Milliarden Euro weniger auskommen als noch im Frühjahr angenommen. Allein für 2020 und 2021 muss der Bund demnach nochmals mit fast 20 Milliarden Euro weniger rechnen.

2.10 Uhr: Drastische Erhöhung der Staatsverschuldung in USA

Die Staatsverschuldung in den USA dürfte sich nach Berechnungen der US-Haushaltsbehörde CBO in den nächsten 30 Jahren drastisch erhöhen. Sie werde im Jahr 2050 bei etwa 195 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes liegen, teilte das CBO am Montag mit. Im laufenden Jahr werde der Wert bei 98 Prozent liegen, nach 79 Prozent im Jahr 2019. Für den aktuell drastischen Anstieg sind nach Angaben der Behörde die deutlich gestiegenen Staatsausgaben zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie verantwortlich. Auf lange Sicht würden höhere Ausgaben für Zinsen, Krankenbehandlung und sozialer Absicherung die Staatsverschuldung steigen lassen, hiess es weiter.

1 Uhr: Frühe Sperrstunde für britische Pubs und Restaurants

Aufgrund der sich zuspitzenden Coronakrise in Grossbritannien hat Premierminister Boris Johnson verschärfte Schutzvorkehrungen angekündigt. Pubs und Restaurants sollen ab Donnerstag um spätestens 22 Uhr schliessen, wie die Regierung am Montagabend mitteilte. Ausserdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein. Johnson wollte sich am Dienstag mit einer Rede an die Briten wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern.

In ganz Grossbritannien steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3'500 bis 4'000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Grossbritannien Mitte Oktober fast 50’000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

Die Regierung denkt deshalb auch über ein temporäres Herunterfahren des öffentlichen Lebens nach, eine Art Zwangspause von zwei bis drei Wochen, während der Restaurants und Pubs wieder ganz geschlossen werden könnten. Grosse Landesteile im Nordosten Englands, Nordirland und Wales leben bereits jetzt mit härteren Massnahmen. «Niemand unterschätzt die Herausforderungen, die die neuen Massnahmen für Unternehmen und Einzelne bedeuten», teilte die Regierung mit. Allerdings müsse man alles tun, um das Gesundheitssystem zu stabilisieren.



0.25 Uhr: Erdogan wirft UN Versagen inmitten Pandemie vor

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Vereinten Nationen Versagen im Corona-Krisenmanagement vorgeworfen. Die UN seien spät dran gewesen, was die «Akzeptanz der Existenz» der Pandemie angehe, sagte Erdogan nach einer Kabinettssitzung in einer TV-Ansprache am Montag. Dann hätten sie darin versagt, Präsenz für die Nationen zu zeigen, die Hilfe im Kampf gegen das Virus bräuchten.

«Die UN, die mit Blick auf Krisen von Syrien bis zum Jemen sowie Entwicklungen in fragilen Regionen in Afrika und Südamerika durchgefallen sind, haben auch die Pandemie verhauen», sagte Erdogan.

Der Präsident äusserte sich vor einem Festakt zum 75-jährigen Bestehen der UN-Vollversammlung diese Woche. Schon seit langem fordert Erdogan eine Reform der UN.

0.10 Uhr: Quarantäne führt in Lateinamerika zu Repression

Zehntausende Menschen sind in Lateinamerika nach Angaben von Amnesty International in der Coronakrise in staatlichen Quarantäne-Einrichtungen unter schlechten Bedingungen festgehalten worden. Die Regierungen der südamerikanischen Staaten Venezuela und Paraguay sowie des mittelamerikanischen El Salvador hätten strenge Quarantänebestimmungen für Bestrafung und Repression genutzt, hiess es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Sie steckten Menschen in von Militär und Polizei verwalteten Zentren, einige für weit länger als die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 14 Tage. Zum Teil fehlte es dort an ausreichender Versorgung mit Essen, Wasser und Medizin. Es gebe auch Berichte von übertriebener Gewaltanwendung, hiess es. Unverhältnismässig oft seien es Menschen mit geringen Mitteln, Flüchtlinge und Migranten gewesen, die in den staatlichen Quarantäne-Zentren festgehalten wurden.

In Venezuela seien im untersuchten Zeitraum von März bis August rund 90’000 venezolanische Migranten betroffen gewesen, die nach Verlust ihrer Jobs aus benachbarten Länder zurückkehrten. Dort würden solche Rückkehrer weiterhin in obligatorische Quarantäne gesteckt. In El Salvador wurden dem Bericht zufolge 16’780 Menschen in dem Zeitraum festgehalten – manche, weil sie sich angeblich nicht an geltende Ausgangsbeschränkungen gehalten hatten. In Paraguay waren es demnach rund 8'000 Menschen – hauptsächlich Arbeitsmigranten, die aus dem Nachbarland Brasilien heimkehrten. In letzteren beiden Ländern sei die Praxis inzwischen beendet oder reduziert worden.

Zurück zur Startseite