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Schweres Erdbeben auf Philippinen

Video zeigt einstürzende Häuser und flüchtende Menschen

01:25

Video zeigt schweres Erdbeben auf den Philippinen

Ein starkes Erdbeben erschüttert die südlichen Philippinen. Die Behörden warnen vor möglichen Tsunami-Wellen und rufen Menschen an den Küsten zur Flucht auf. Mindestens 15 Menschen sind ums Leben gekommen.

Ein starkes Erdbeben erschüttert die südlichen Philippinen. Die Behörden warnten zunächst vor möglichen Tsunami-Wellen und rufen Menschen an den Küsten zur Flucht auf. Mindestens 15 Menschen sind ums Leben gekommen.

Redaktion blue News
DPA

Redaktion blue News, DPA

08.06.2026, 04:55•08.06.2026, 11:17

Ein schweres Erdbeben hat die südlichen Philippinen erschüttert und Tsunami-Warnungen in mehreren Ländern ausgelöst. Gebäude stürzten ein, Menschen liefen in Panik auf die Strassen. Das Beben der Stärke 7,8 ereignete sich am Montagmorgen vor der Küste der Provinz Sarangani auf der Insel Mindanao, wie das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) mitteilte.

Verschiedenen Behörden zufolge sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. 129 weitere seien verletzt, so der Direktor des philippinischen Zivilschutzes, Rod Sosmena. Die meisten Todesopfer habe es in der schwer betroffenen Stadt General Santos City gegeben.

  • Beschädigte Gebäude in General Santos City im Süden der Philippinen. (8. Juni 2026)
  • Von einem Gebäude herabstürzende Trümmer haben in Mindanao Fahrzeuge schwer beschädigt. (8. Juni 2026)
  • In General Santos City auf der Insel Mindanao ist ein beschädigtes Gebäude und viel Staub zu sehen.
  • Menschen in Davao City versammeln sich nach dem Erdbeben im Freien.
  • In der Provinz Davao del Sur stürzte eine Schule ein.

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Beschädigte Gebäude in General Santos City im Süden der Philippinen. (8. Juni 2026)

Bild: Keystone/EPA/Philippines Red Cross

Der Katastrophenschutz bestätigte drei weitere Tote in der Provinz Davao Occidental. «Die Schadensbewertung und die Erfassung der Opfer dauern noch an», sagte Sosmena weiter. So gebe es Berichte, dass Menschen in einer Schule eingeschlossen sind. «Aber wir haben noch keine genaue Zahl», betonte er.

Schäden an vielen Gebäuden

Zudem gingen Meldungen über schwere Schäden an Schulen, Spitälern, Einkaufszentren und Kirchen ein. Das Ausmass der Schäden war aber zunächst unklar.

Auch im benachbarten Indonesien wurden zunächst Tsunami-Warnungen ausgegeben, speziell auf der Insel Sulawesi. Japan warnte ebenfalls vor möglichen Flutwellen an Teilen seiner Pazifikküste.

Das Epizentrum lag südwestlich der Gemeinde Maasim in der Provinz Sarangani. Besonders stark waren die Erschütterungen in der Stadt General Santos City zu spüren. Dort wurde der Flughafen vorübergehend geschlossen.

Das Beben traf die Region um 7.37 Uhr (Ortszeit) am ersten Schultag des neuen Schuljahres. An Schulen und Behörden fanden vielerorts gerade Flaggenzeremonien statt – Glück im Unglück, denn zahlreiche Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte hielten sich gerade im Freien auf. Der Unterricht wurde in den betroffenen Gebieten ausgesetzt, ebenso die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.

Was sagen Augenzeugen?

Viele Menschen reagierten panisch auf die heftigen Erdstösse. «Ich dachte, es wäre mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten», sagte die Provinzreporterin Noreen Ygonia lokalen Medien. «Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte.» Eine Bewohnerin der Stadt Koronadal sagte: «Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten.»

Eine eingestürzte Schule in der Provinz Davao del Sur.

Eine eingestürzte Schule in der Provinz Davao del Sur.

EPA

An einer Schule in der Provinz Davao del Sur stürzte nach Angaben der Schulleitung ein Gebäude ein. Verletzt wurde niemand. «Zum Glück fand gerade unsere Flaggenzeremonie statt und alle waren draussen», sagte Schulleiterin Elene Marie Jane Gamboa. Das Gebäude sei bereits bei einem Erdbeben im Jahr 2019 beschädigt worden und sollte ohnehin abgerissen werden.

US-Geologen registrierten zahlreiche Nachbeben. Nach Einschätzung der US-Erdbebenwarte USGS könnten an einigen Küstenabschnitten Wellen von bis zu drei Metern Höhe auftreten. Die philippinischen Behörden erklärten jedoch, zunächst seien keine ungewöhnlich hohen Wellen beobachtet worden. Die Entwicklung werde weiter überwacht.

Was ist der Pazifische Feuerring?

Präsident Ferdinand Marcos Jr. sicherte den Betroffenen staatliche Unterstützung zu. Die nationale Regierung werde Mindanao nicht alleinlassen, erklärte er. Er stehe in ständigem Kontakt mit den regionalen Behörden vor Ort. Die Bevölkerung rief er auf: «Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht.» Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten.

Die Philippinen und Indonesien liegen am Pazifischen Feuerring – einem gigantischen, hufeisenförmigen Vulkangürtel. Dort treten besonders häufig starke Erdbeben und Vulkanausbrüche auf, weil mehrere Erdplatten aneinanderstossen.

01:17

Tsunami-Warnungen – Erdbeben der Stärke 7,4 vor der Südküste der Philippinen

Menschen in den nahegelegenen Küstengebieten wurden aufgefordert, sich in höhere Regionen zu begeben. Das Epizentrum lag vor der Küste der Stadt Manay in der Region Mindanao. 

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