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Jetzt meldenDer Eingang zum Ein-Euro-Haus von George Laing in Mussomeli auf Sizilien, wo rund 10'000 Menschen leben.
Bild: Instagram/george_laing_
George Laing hat genug von den Immobilienpreisen in Grossbritannien. Der Mann aus Eastbourne lebt in London, wo er über 1000 Euro Miete für seine kleine Bleibe zahlt. Laing will ein Haus kaufen, hat aber gerade mal 5000 Euro auf dem Konto.
Also sucht der Brite im Ausland nach einer günstigen Alternative. Zunächst informiert er sich über die Lage in Bulgarien, bevor er digital über die Website 1 Euro Houses stolpert.
«Ich lebte in London und musste mehr als 30 Prozent meines Gehalts für die Miete ausgeben», erinnert sich der 30-Jährige im Gespräch mit Euro News. «Als ich mich entschloss, in eine Immobilie zu investieren, hatte ich nicht mal die Chance, für die Kaution zu sparen.»
In Grossbritannien hätte er nicht mal Geld für eine Hypothek bekommen – und stattdessen landet er in Italien. «Ich habe keine wirkliche Verbindung nach Sizilien», räumt er ein. «Ich bin mal dort gewesen, als ich mit 14 Jahren eine Klassenreise gemacht habe und ich erinnere mich an kaum etwas.»
Aber weil es ihm so wichtig war, selbst ein Haus zu besitzen und es «nicht viele Orte» gebe, an denen sich das für kleines Geld realisieren lasse, machte es ihm nichts aus, nach Mussomeli zu ziehen. Ein Ein-Euro-Haus in Italien zu kaufen, ist speziell, erklärt Laing weiter.
«Wenn du an dem Tag auftauchst, bist du mit zehn anderen Leuten und einer Frau zusammen, die dich mit einem Schlüsselbund mit über 100 Schlüsseln durch die Stadt führt, und es ist reine Glückssache, welche Häuser sie dir zeigen will», so Laing.
Der Brite findet in Mussomeli eine Immobilie, die ihn interessiert. «Das Dach ist nicht zusammengefallen und es wirkte ziemlich vernünftig», erinnert sich der Neu-Italiener. «Ausserdem ist elf meine Glückszahl – und das ist die Hausnummer.» Angesichts des Kaufpreises dürfe man auch nicht zu wählerisch sein.
Doch bei der Hausbesichtigung ist auch ein Amerikaner dabei, der bereits drei Häuser in Italien gekauft hat und nach einer weiteren Investitionsmöglichkeit Ausschau hält. «Ich habe ihn beiseite genommen und ihn gebeten, mir das eine zu überlassen. Ich musste ihm gut zureden.»
Der Amerikaner willigt ein – und der Brite erhält im April den Zuschlag. Allerdings nicht für einen Euro: Zu dem Kaufpreis kommen noch Gebühren für Makler und Anwalt sowie ein Energie-Zertifikat. 5000 Euro kostet am Ende das neue Heim.
Und Laing bekommt mehr, als er erwartet hat: «Das Schockierendste war, dass es dort die Besitztümer eines ganzen Lebens in dem Haus gab, weil der Besitzer unerwartet gegangen ist.» Der Brite findet zwar eine gut erhaltene Marmortreppe vor, aber auch zerstörte Türen und Risse in den Wänden.
Für einen Gutachter, der sich die Risse anguckt, fehlt dem neuen Eigentümer das Geld. Aber: «Das Haus hat sich in den letzten zwei oder drei Jahrhunderten nicht bewegt, deshalb denke ich, es wird das auch in naher Zukunft nicht.»
Weil Wasser und Strom zunächst nicht angeschlossen sind, renoviert Laing vorerst ohne elektrische Geräte. «Ich bleibe zwei Tage im Haus. Dann komme ich an den Punkt, an dem dringend ich eine Dusche brauche und in ein Hotel einchecke.» Handwerkliche Erfahrung hat er nicht: YouTube-Videos helfen bei den Reparaturen.
15'000 Euro beträgt das Budget, mit dem das Haus dereinst erneuert sein soll. Die meisten Kosten hätten zunächst Flüge und Hotelübernachtungen verursacht. Eine Auflage ist, dass Laing innert drei Jahren die Fassade renoviert. Das ist auch der früheste Zeitpunkt, wieder zu verkaufen.
Und Laing hat noch viel vor: In den nächsten fünf Jahren hofft er, zehn Häuser zu erwerben. «Die Leute glauben manchmal, man brauche Hunderttausende, um eine Immobilie zu erwerben, aber das ist nicht wahr.»
Weil eine Immobilie in Grossbritannien zu teuer wäre, hat George Laing ein Haus in Sizilien gekauft – für nur einen Euro. Nun renoviert er – und will anderen helfen, sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen.