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Helmkasuare sind die drittgrössten Vögel der Welt. (Archivbild)
Wilson Ring/AP/dpa
Der Kasuar sieht aus, als würde er direkt aus der Urzeit kommen. Er lebt in Australien und trotz der gefährlichen und hochgiftigen Tiere, die es dort gibt, fürchten sich die Einheimischen am meisten vor dem Kasuar.
Australier gelten als abgehärtet und furchtlos – schliesslich teilen sie ihr Land mit einigen der gefährlichsten Schlangen und Spinnen der Welt. Doch es gibt ein Tier, das selbst die hartgesottenen Australier*innen in Angst und Schrecken versetzt: der Kasuar.
Dieser gigantische, Urzeit-Vogel ist nicht nur einer der grössten Vögel der Welt, sondern trägt auch den Titel des gefährlichsten Vogels der Erde. Mit seinen glänzend schwarzen Federn, durchdringenden Augen und einer dolchartigen Kralle an jedem Fuss kann er bis zu 63 Kilogramm schwer und so gross wie ein Mensch werden. Das berichtet «CNN».
Obwohl Kasuare gefährlich wirken, spielen sie eine entscheidende Rolle im Regenwald-Ökosystem. Sie sind die grössten Fruchtfresser der Welt und verbreiten durch ihren Kot die Samen von Dutzenden Baumarten – ein essenzieller Beitrag zur Erhaltung des Waldes.
Auch in der Brutpflege sind sie einzigartig: Während die Weibchen nach der Eiablage das Weite suchen, übernehmen die Männchen die gesamte Aufzucht – vom Ausbrüten der Eier bis zur Pflege der Küken. Sie sind äusserst beschützend – viele der wenigen Begegnungen zwischen Mensch und Kasuar haben damit zu tun, dass jemand den Jungen zu nahe kam.
Trotz ihres einschüchternden Aussehens sind es oft Menschen, die Kasuaren gefährlich werden, sagt Peter Rowles, Gründer der Community for Coastal & Cassowary Conservation (C4).
Ein virales Video aus dem Jahr 2023 zeigt eine Frau in Queensland, die verzweifelt versucht, ihren McDonald's-Burger aus den Klauen eines Kasuars zu retten. Ein perfektes Beispiel dafür, wie sich das Verhalten der Tiere verändert, wenn sie sich an Menschen gewöhnen.
Falls du jemals einem Kasuar begegnest, gilt: Hände hinter den Rücken legen – keine plötzlichen Bewegungen! Hinter einem Baum Schutz suchen und sich der Umgebung anpassen. Nicht schreien, nicht rennen – das könnte ihn provozieren. Kein Essen zeigen! Falls due etwas Essbares in der Hand hast, steck es weg.
Eine Studie aus dem Jahr 2001 ergab, dass 75 Prozent aller gefährlichen Begegnungen mit Kasuaren darauf zurückzuführen sind, dass Menschen sie zuvor gefüttert hatten. Das Füttern macht die Tiere mutiger und aggressiver – und bei dem einzigen bekannten tödlichen Angriff hatte das Opfer versucht, den Kasuar zu töten.
Eine weitere Auffälligkeit: Kasuare erkennen ihr eigenes Spiegelbild nicht. In der Vergangenheit haben sie dunkelblaue oder schwarze Autos attackiert, weil sie glaubten, ein Rivale stehe ihnen gegenüber. Auch Spiegel und Glasfenster können sie in Rage versetzen – in Mission Beach mussten die Einheimischen Fliegengitter installieren, um Reflexionen zu verhindern.
Eine Kasuar-Dame ging sogar noch weiter: Sie zerstörte eine Fiberglas-Statue eines Kasuar-Männchens, nachdem dieser ihre Avancen ignoriert hatte. Nach drei Tagen ohne «Reaktion» begann sie, die Statue zu attackieren, rammte ihr eine Kralle in die Brust und trat sie zu Boden. Heute steht die Statue sicher – im Inneren des C4-Büros.