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Der Mann konnte von anderen Passagieren wieder in die Ryanair-Maschine zurückgezogen werden. (Archivbild)
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Ljubisa Karovic wurde bei einem Ryanair-Flug fast aus dem Fenster gesaugt. Dass er noch lebt, nennt sein Anwalt ein Wunder.
Nach dem dramatischen Zwischenfall an Bord eines Ryanair-Flugs von Griechenland nach Deutschland hat sich der verletzte Passagier erstmals öffentlich geäussert. Wenige Tage nach seiner Entlassung aus dem Spital erholt sich der serbische Unternehmer Ljubisa Karović in Katerini in Griechenland. «Ich habe Glück gehabt. Ich erinnere mich an nicht viel, Kopf und Nacken schmerzen noch immer. Aber ich lebe. «Vielleicht war es der Sicherheitsgurt, vielleicht Schicksal», sagte Karović der britischen Zeitung «The Guardian». Der 61-Jährige trägt laut dem Bericht eine Halskrause, an seinem rechten Arm sind noch deutliche Verbrennungen und Blutergüsse zu sehen.
Der Vorfall ereignete sich am 10. Juli auf dem Ryanair-Flug FR1879 von Thessaloniki nach Memmingen. Während des Flugs zerbrach das Fenster an Karovics Sitzplatz 11F. Durch den plötzlichen Druckverlust wurde er bis zur Brust aus dem Flugzeug geschleudert und verlor das Bewusstsein.
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Sein Anwalt Vasilis Tsiaras spricht von einer lebensbedrohlichen Situation: Karovic habe dem Tod ins Auge geblickt und überlebt. Selbst erinnert sich der Unternehmer vor allem an die Explosion: «Dieses Geräusch verfolgt mich bis heute. Es ist immer da, wenn ich die Augen zum Einschlafen schliesse.»
Nach Angaben seiner Ehefrau Svetlana retteten Mitreisende Karovic das Leben. Sie wirft der Kabinenbesatzung vor, nicht eingegriffen zu haben. Besonders ein albanischer Passagier habe versucht, Karovic zurück ins Flugzeug zu ziehen und das zerstörte Fenster zunächst mit einer Tasche, später erfolgreich mit einem Koffer abzudichten. Karovic hing schätzungsweise eineinhalb bis zwei Minuten teilweise ausserhalb des Flugzeugs und verlor mehrfach das Bewusstsein.
Ryanair weist die Vorwürfe zurück und erklärt, die Crew habe angesichts des Druckverlusts zunächst die vorgeschriebenen Sicherheitsmassnahmen befolgt und Karovic nach dem Sinkflug versorgt. Sein Anwalt widerspricht: Die Piloten hätten korrekt gehandelt, die Kabinenbesatzung habe seinem Mandanten jedoch zu keinem Zeitpunkt geholfen. Zeugen hätten berichtet, die Crew sei aus Angst vor einem Absturz unter Schock gestanden.
Karovic muss die Halskrause mindestens sechs Wochen tragen, erst danach entscheiden die Ärzte über eine mögliche Operation. Trotz seiner langjährigen Flugerfahrung bereitet ihm der Gedanke an einen weiteren Flug grosse Angst. «Die Bilder, das Explosionsgeräusch und das Chaos kehren immer wieder zurück. Ich möchte gesund werden. Und ja, es sollte auch eine Entschädigung geben – nicht nur E-Mails zur Umbuchung des Flugs.»