Schuldspruch vor Gericht Trump begnadigt Kapitol-Stürmer – jetzt muss er lebenslang ins Gefängnis

Sven Ziegler

6.3.2026

Der Mann wurde nach dem Sturm auf das Kapitol begnadigt.
Der Mann wurde nach dem Sturm auf das Kapitol begnadigt.
Keystone / X / Bildmontage blue News

Ein Mann aus Florida, der nach dem Sturm auf das Kapitol von US-Präsident Donald Trump begnadigt wurde, muss nun lebenslang ins Gefängnis. Ein Gericht verurteilte ihn wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Minderjährigen.

,

DPA, Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein Mann aus Florida, der am Sturm auf das Kapitol beteiligt war und später von Präsident Donald Trump begnadigt wurde, ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
  • Ein Gericht sprach ihn schuldig, zwei Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.
  • Laut Ermittlern versuchte der Mann die Kinder mit Geschenken, Essen und Versprechen über angebliche Millionen aus der Trump-Regierung zum Schweigen zu bringen.

Ein Gericht im US-Bundesstaat Florida hat einen 45-jährigen Mann zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann war zuvor wegen seiner Beteiligung am Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 von Präsident Donald Trump begnadigt worden. Das berichten mehrere US-Medien. 

Der Verurteilte wurde im vergangenen Monat schuldig gesprochen, zwei Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft betraf dies ein Kind unter zwölf Jahren sowie ein weiteres unter 16 Jahren. Das Strafmass wurde am Donnerstag verkündet, wie das Büro des Staatsanwalts im fünften Gerichtsbezirk von Florida mitteilte.

Nach Darstellung der Ermittler nutzte der Mann eine Vertrauensstellung aus. Er lernte die Familie 2023 bei einer politischen Veranstaltung kennen und zog später zeitweise in das Haus der Mutter ein, wo er auf dem Sofa übernachtete. Dort soll er begonnen haben, den damals elfjährigen Sohn der Frau zu missbrauchen.

Mit Geschenken und Essen ruhig gestellt

Der Junge sagte vor Gericht aus, er sei eines Morgens aufgewacht und habe bemerkt, dass der Mann ihn berührte. «Ich wachte auf und er fasste mich an», zitierte der US-Sender NPR aus seiner Aussage. Der Junge erklärte weiter, er habe aus Angst zunächst nichts gesagt.

Im Verlauf der Ermittlungen wurde auch bekannt, dass der Mann die Kinder mit Geschenken und Essen ruhigstellen wollte. Zudem soll er ihnen gesagt haben, sie sollten niemandem etwas erzählen, weil er sonst «in Schwierigkeiten» geraten könnte.

Ein weiteres Opfer war die zwölfjährige Freundin des Jungen. Nach Aussagen der beiden Kinder soll er sich ihnen mehrfach entblösst haben. Ermittler fanden später auch Nachrichten mit sexuellem Inhalt, die über die Plattform Discord verschickt worden sein sollen.

Die Mutter der Kinder bemerkte die Nachrichten schliesslich und sprach die beiden darauf an. Die Mädchen sagten aus, sie hätten zunächst gezögert, etwas zu erzählen, weil sie Angst gehabt hätten.

Mann wurde nach Kapitol-Sturm begnadigt

Das Büro des Sheriffs im Hernando County bestätigte später, dass beide Kinder Anzeige erstatteten. Bei den Ermittlungen stellten die Behörden zudem ein Mobiltelefon sicher, über das der Mann mit den Minderjährigen kommuniziert haben soll.

Der 45-Jährige war bereits zuvor strafrechtlich verurteilt worden. Wegen seiner Rolle beim Sturm auf das Kapitol im Januar 2021 erhielt er im August 2024 eine einjährige Haftstrafe. Laut Bundesanwaltschaft war er damals durch ein eingeschlagenes Fenster in das Gebäude eingedrungen.

Nach dem Amtsantritt von Donald Trump für seine zweite Präsidentschaft begnadigte der Präsident mehr als 1500 Personen, die im Zusammenhang mit dem Kapitolsturm angeklagt worden waren – darunter auch den Mann.

Die Missbrauchstaten, die nun zur lebenslangen Haft führten, ereigneten sich laut Ermittlern teilweise nach seiner Freilassung.

Trump verteidigt Begnadigung von Kapitol-Stürmern

Trump verteidigt Begnadigung von Kapitol-Stürmern

In seinem ersten TV-Interview seit der Amtseinführung am Montag wiederholte der US-Präsident die Behauptung, die Wahl 2020 sei manipuliert worden. Die Freilassung der Aufrührer vom 6. Januar 2021 sorgt bei einem Polizisten, der sich dem Mob damals

23.01.2025