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Jetzt meldenIn den kalten Gewässern vor Sendai wurde eine bisher unbekannte Quallenart entdeckt. Sie ist eng mit der tropischen Portugiesischen Galeere verwandt – ein ungewöhnlicher Fund, der auf veränderte Meeresströmungen hindeutet.
In den kalten Gewässern der Bucht von Sendai im Norden Japans ist eine bisher unbekannte Art der Portugiesischen Galeere aufgetaucht. Forschende der Tohoku-Universität identifizierten sie als weltweit neue Art, die bislang in keiner wissenschaftlichen Beschreibung erfasst war. Sie erhielt den Namen Mondsichel-Helm-Qualle – in Anlehnung an den Samurai Date Masamune, dessen Helm eine Mondsichel zierte.
Die Kolonieorganismen besitzen lange, giftige Tentakel und sind für ihre schmerzhaften Stiche bekannt. Genetische Analysen zeigen, dass sie zwar mit tropischen Arten wie Physalia utriculus verwandt ist, jedoch eine eigenständige Linie bildet. Ihr Auftreten in den kalten Küstengewässern Nordjapans gilt als aussergewöhnlich.
Strömungsmodelle deuten darauf hin, dass die warme Kuroshio-Strömung die Mondsichel-Helm-Qualle aus südlicheren Regionen bis nach Sendai getragen haben könnte. Der Student Yoshiki Ochiai entdeckte sie zufällig bei einer Küstenuntersuchung: «Ich hatte so etwas hier noch nie gesehen», sagte er laut Reuters. «Ich habe sie in eine Plastiktüte gepackt, auf meinen Roller geladen und direkt ins Labor gebracht.»
Für die Forschenden ist der Fund ein Hinweis darauf, dass sich mit steigenden Meerestemperaturen auch Meeresströmungen und Lebensräume verschieben – und dadurch selbst bislang unbekannte Arten in neue Gebiete gelangen können.