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Schutzhütten funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Sie stehen allen offen, im Gegenzug wird von den Besuchern ein sorgfältiger und respektvoller Umgang erwartet.
Screenshot Facebook/Rifugio Luig
Eine offene Tür hat in den italienischen Alpen einen unwiederbringlichen Verlust verursacht. Nach einem Unwetter wurde das Gipfelbuch des Rifugio Luigi Mambretti zerstört – ein Ort voller Erinnerungen, Geschichten und persönlicher Botschaften von Wanderern.
Nach einem Unwetter ist das Gipfelbuch des Rifugio Luigi Mambretti in der italienischen Provinz Sondrio vollständig zerstört worden. Laut den Betreibern hatte offenbar ein Besucher die Tür der rund um die Uhr zugänglichen Schutzhütte offen gelassen. Als während eines Unwetters Wasser eindrang, wurden die gesammelten Einträge unlesbar.
Für die Verantwortlichen ist der Verlust besonders schmerzhaft. Das Gipfelbuch sei weit mehr als ein Notizheft gewesen – es habe Erinnerungen, Geschichten und Gedanken zahlreicher Wanderer bewahrt. «Ein Teil der Geschichte dieses Ortes ist für immer verloren», schreiben sie auf Facebook.
Die Hütte steht allen offen und dient als Schutzraum bei Notfällen und schlechtem Wetter. Dieses Angebot basiere auf Vertrauen und dem respektvollen Umgang der Besucher mit dem Ort. Nicht die offene Tür sei das eigentliche Problem, betonen die Betreiber, sondern das schwindende Bewusstsein für Verantwortung gegenüber gemeinschaftlichem Eigentum. Ihre Warnung fällt deutlich aus: «Wenn wir nicht fähig sind, das zu respektieren, wird es früher oder später nichts mehr geben, das man offen lassen kann.»

Im Rifugio Luigi Mambretti hat jemand die Tür der Hütte offen gelassen. Als schlechtes Wetter aufzog, drang Wasser ins Innere und zerstörte das Gipfelbuch.
Screenshot Facebook/Rifugio Luigi Mambretti
In den sozialen Medien erhält die Kritik viel Zustimmung. «Wenn wir nicht fähig sind, diese Orte zu respektieren, sollten wir es bleiben lassen, in die Berge zu gehen», schreibt etwa Pier Botacchi. «Es hat zu viele Menschen ohne die geringste Spur von Respekt in den Bergen», findet auch Silvia Marsetti.
Zahlreiche Kommentierende sehen den Vorfall als Ausdruck eines allgemeinen Verlusts an Rücksichtnahme. Andere fordern praktische Lösungen, etwa Türen, die sich automatisch schliessen.