Ob ihr wollt oder nicht! Vance besucht mit Ehefrau Trumps Wunschinsel Grönland

tpfi

28.3.2025 - 20:19

Der US-Besuch auf der zu Dänemark gehörenden halbautonomen Insel ist umstritten, nachdem Trump den Wunsch geäussert hat, dass die USA die Kontrolle über Grönland übernehmen. Das ursprüngliche Reiseprogramm wurde eingeschränkt.

DPA, tpfi

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  • Immer wieder hat sein Chef Interesse an der grössten Insel der Erde geäussert, nun reist J.D. Vance samt Ehefrau für einige Stunden dorthin.
  • Er ist der bislang ranghöchste Trump-Vertreter, der Grönland besucht.
  • Der Grönland-Besuch wurde im Umfang reduziert, nachdem es einen Aufschrei unter der einheimischen Bevölkerung und Däninnen und Dänen gegeben hatte.

US-Vizepräsident J.D. Vance ist zu einem umstrittenen Besuch auf Grönland eingetroffen. Der Stellvertreter des US-Präsidenten Donald Trump landete am späten Nachmittag (MEZ) auf dem amerikanischen Militärstützpunkt Pituffik, wie in Live-Aufnahmen des Senders CNN zu sehen war. Er stieg demnach zusammen mit seiner Ehefrau Usha aus der Maschine.

Der eintägige Besuch am Freitag am Standort der US-Raumfahrttruppe in Pituffik an der Nordwestküste des halbautonomen Territoriums Dänemarks sah laut dem Büro des Vizepräsidenten eine Ansprache Vances vor örtlichen US-Soldaten vor. Der nationale US-Sicherheitsberater Mike Waltz und der Energieminister Chris Wright waren Teil von Vances Delegation.

Der Grönland-Besuch wurde im Umfang reduziert, nachdem es einen Aufschrei unter der einheimischen Bevölkerung und Däninnen und Dänen gegeben hatte. Grund dafür war, dass das ursprüngliche Reiseprogramm der Amerikaner geplant worden war, ohne es vorher mit Grönland und Dänemark zu besprechen. Zwischen Dänemark und den USA gibt es Spannungen, nachdem US-Präsident Donald Trump die Meinung geäussert hat, dass die USA die Kontrolle über das mineralienreiche Grönland haben sollten.

«Inakzeptabler Druck»

Wie aus US-Regierungskreisen verlautete, wollte Vance bei seinem Besuch den Standpunkt vertreten, dass die dänische Regierung die Bevölkerung Grönlands «jahrzehntelang schlecht behandelt» habe. Die Grönländer würden «wie Bürger zweiter Klasse behandelt». Die örtliche Infrastruktur sei vernachlässigt worden. Vance hat wiederholt langjährige europäische Verbündete der USA dafür kritisiert, sich auf militärische Hilfe von Washington zu verlassen. Das hat Bedenken darüber hervorgerufen, wie stark man sich noch auf die USA verlassen kann.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte am Dienstag, der Besuch aus den USA, der ursprünglich auf drei Tage angelegt war, habe «inakzeptablen Druck» erzeugt. Frederiksen hat erklärt, dass Dänemark mit den USA beim Thema Verteidigung und Sicherheit zusammenarbeiten wolle. Grönland gehöre aber der grönländischen Bevölkerung, sagte sie.

Reiseprogramm nach Protesten geändert

Eigentlich wollte Vances Ehefrau Usha alleine zum Hundeschlittenrennen Avannaata Qimussersua in Sisimiut reisen. Daraufhin sagte der Vizepräsident, er werde sie begleiten. Nach Protesten aus Grönland und Dänemark änderte er sein Reiseprogramm, dem zufolge das Ehepaar Vance jetzt nur den Militärposten besucht. Kurz nach der Ankunft dort am Freitag sagte Vance bei einem Mittagessen mit den Soldaten, dass er sich «sehr für arktische Sicherheit» interessiere. «Wie Sie alle wissen, ist es ein grosses Thema und es wird in den kommenden Jahrzehnten nur noch grösser werden.»

Trump bekräftigte in einem Interview am Mittwoch seinen Wunsch, dass die USA Grönland kontrollieren. Auf die Frage danach, ob die Bevölkerung von Grönland daran interessiert sei, Staatsbürger der USA zu werden, sagte Trump, dass er das nicht wisse. «Aber ich denke, wir müssen es tun und wir müssen sie überzeugen.»

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