Hoffnungsträger verraten Er wollte ins Parlament – doch dann kam die Wahrheit ans Licht

2.6.2026

Anfang Mai begeistert ein politischer Kandidat Nigeria, der nicht aussieht wie 30: Muhammad Sadis Buba sagt, er sei kleinwüchsig. Dass ein früherer Kraftfahrer das Establishment aufmischt, kommt an. Der Haken an der Sache:  Der Kandidat ist nicht das, was er scheint.

Philipp Dahm

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Muhammad Sadis Buba bewirbt sich bei der Partei APC um eine Kandidatur für eine Lokalwahl.
  • Buba sagt, er sei 30, sehe wegen Kleinwüchsigkeit aber jünger aus.
  • Sein Auftritt sorgt für Furore, doch es stellt sich bald heraus, dass er nicht 1995, sondern 2010 geboren wurde.

«Kleiner Körper, grosser Motor», titelt das nigerianische Portal «Peoplesmind»: «Der 30-jährige Muhammad Sadis Buba, ein ehemaliger Berufskraftfahrer, kämpft um einen Sitz im Repräsentantenhaus».

Buba sei am 2. August 1995 geboren und bewerbe sich um einen Sitz im Bundeswahlkreis Sabon Gari bei den Parlamentswahlen 2027, heisst es weiter. Führende Politiker seiner Partei All Progressives Congress (APC) hätten seine Nominierung abgesegnet – auch Senatspräsident Godswill Akpabio habe grünes Licht gegeben.

Dabei stösst die Kandidatur zunächst offenbar auf reges Interesse: Sowohl die Medien reissen sich um Buba als auch das Wahlvolk. Eines überrascht: Der Abgeordnete in spe sieht nicht wirklich aus, als wäre er Jahrgang 1995. Auf die Frage einer Frau seiner Partei APC, wie alt er sei, antwortet er: «30.» 30 Jahre? Wirklich?», fragt die Dame nach. «Wow!»

«Die Leute haben mich aufgerufen, das Amt anzutreten»

Buba begründet sein frisches Aussehen damit, dass er kleinwüchsig sei. Er habe neun Geschwister, sagt der kleine Mann der Frau: Er sei der Älteste von ihnen. Auch die Schule habe er abgeschlossen, was entsprechende Papiere belegen wollen. Er gehe nicht aus eigenem Antritt in die Politik: «Die Leute haben mich aufgerufen, das Amt anzutreten», sagt Buba. 

Die Selbstlosigkeit begeistert die Leute vor Ort. Auch in Ghana ist man beeindruckt: Babu sei ein «Wunder der nigerianischen Politik», staunt das Portal «Modern Ghana»: Dass ein kleinwüchsiger früherer Kraftfahrer das politische Establishment herausfordert, habe Diskussionen über «Inklusion, Leistung und Jugend» angestossen.

«Mahmuds Aufstieg ist ein Zeugnis für Eigenständigkeit, Widerstandskraft und die Kraft der Gemeinschaft», schreibt die ghanaische Website, erwähnt jedoch auch, dass es Zweifel am Alter des Kandidaten gebe, was diesen jedoch nicht aus der Ruhe gebracht habe. Das könnte ein Problem sein: Das Mindestalter für eine Kandidatur ist 25 Jahre. 

Geburtsjahr 2010, nicht 1995

Doch nun sind Dokumente durchgesickert, die eine andere Sprache sprechen – darunter ein angeblicher Reisepass und Schulunterlagen, berichtete die «Times of India»: Buba ist demnach erst 15 oder 16 Jahre alt. Die Enthüllung habe landesweit für Empörung gesorgt und sei eine «politische Peinlichkeit».

Der Junge, der den Beinamen «Al Ajabin Zazzau» trägt, was «Wunder von [der nigerianischen Stadt] Zaria» heisst, soll nicht 1995, sondern 2010 geboren worden sein. Eine politische Kandidatur ist damit passé – und seine Geschichten, wie er wegen seiner scheinbaren Kleinwüchsigkeit diskriminiert wurde, entpuppen sich als Märchen.

Inzwischen hätten frühere Lehrer und Bubas Familie sein junges Alter bestätigt, die die «Times of India». Der hat seine Kandidatur nun offiziell zurückgezogen, nachdem er zuvor von der Wahl ausgeschlossen worden ist. Die APC ist wegen der Angelegenheit unter Beschuss. Dabei kann niemand wissen, ob der Knabe nicht bessere Politik gemacht hätte als Erwachsene.