ABB erleidet im Schlussquartal Verlust trotz höherem Umsatz

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4.2.2021 - 07:46

Praktisch alle Geschäftsbereiche von ABB haben letztes Jahr unter der Corona-Pandemie gelitten, gegen Ende Jahr zog der Umsatz aber wieder an. Im Bild: Ein an einer Messe zu Showzwecken aufgestellter ABB-Industrieroboter (Archiv).
Keystone

Der Industriekonzern ABB blickt auf ein relativ stabiles viertes Quartal 2020 zurück. Der Umsatz legte zumindest in der Berichtswährung US-Dollar leicht zu. Auch der operative Gewinn konnte verbessert werden, wogegen das Reinergebnis negativ ausfiel.

Der Umsatz nahm um 2 Prozent auf 7,18 Milliarden US-Dollar zu, wie ABB am Donnerstag mitteilte. Rechnet man die Konsolidierungs- und die Währungseffekte heraus, ergab sich organisch eine Seitwärtsbewegung. Der Abschwungs wurde damit gestoppt, denn im dritten Quartal resultierte auf bereinigter Basis noch ein Umsatzminus von 4 Prozent.

Ähnlich präsentierte sich die Situation beim Auftragseingang. Dieser zog um 2 Prozent auf 7,00 Milliarden Dollar an, organisch ergab sich hier ein knappes Minus von 1 Prozent. Das Marktumfeld habe sich im vierten Quartal verbessert, in einigen wichtigen Absatzmärkten sei die Situation jedoch herausfordernd geblieben, schreibt ABB dazu. Und die Unsicherheit wegen der Pandemie-Einschränkungen habe im Verlauf des letzten Quartals zugenommen.

Deutlich mehr Aufträge holte der Geschäftsbereich Industrieautomation herein, während die Bereiche Robotik & Fertigungsautomation, Antriebstechnik und Elektrifizierung allesamt einen Rückgang verzeichneten.

Die Erwartungen von Analysten wurden bei Umsatz und Auftragseingang übertroffen, insbesondere aber beim operativen Ergebnis. So kletterte der operative Gewinn auf Stufe EBITA auf vergleichbarer Basis um 12 Prozent auf 825 Millionen US-Dollar und die entsprechende Marge um 140 Basispunkte auf 11,5 Prozent.

Quartalsverlust wegen Pensionskosten

Das Reinergebnis fiel dagegen mit -79 Millionen Dollar negativ aus. Zu diesem Verlust trug ein Nettofinanzaufwand von 200 Millionen Dollar bei, wovon 162 Millionen durch die vorzeitige Rückzahlung von Anleihen entstanden. Zudem fiel eine Belastung durch nicht operative Pensionsaufwendungen von rund 130 Millionen an.

Im Gesamtjahr setzte ABB 26,13 Milliarden Dollar um und damit 5 Prozent weniger als im Vorjahr, während der Auftragseingang um 6 Prozent auf 26,51 Milliarden zurückging. Der EBITA lag mit 2,90 Milliarden um 8 Prozent unter dem Vorjahr. Auf Jahressicht kletterte der Reingewinn allerdings dank der Einnahmen aus dem Verkauf der Stromnetzsparte um über 250 Prozent auf 5,15 Milliarden Dollar. Die Dividende bleibt allerdings stabil bei 80 Rappen.

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