«Sind am Boden zerstört» Ärzte pflanzen Frau falschen Embryo ein – jetzt sucht das Paar die leiblichen Eltern

Oliver Kohlmaier

3.2.2026

Die Eltern der kleinen Shea verklagen das Kinderwunsch-Zentrum und wollen die biologischen Eltern finden.
Die Eltern der kleinen Shea verklagen das Kinderwunsch-Zentrum und wollen die biologischen Eltern finden.
Alexa Score / GoFundMe

Ärzte in Florida haben einer Frau den falschen Embryo eingepflanzt. Nun klagt das Paar gegen das Kinderwunsch-Zentrum – und will die biologischen Eltern finden.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ärzte in einem Kinderwunsch-Zentrum in Florida haben einer Frau einen falschen Embryo eingepflanzt.
  • Nun geht das Paar an die Öffentlichkeit, um die leiblichen Eltern der kleinen Shea zu finden.
  • Ausserdem verklagt das Paar das Kinderwunsch-Zentrum in Orlando und fordert Entschädigung sowie Mithilfe beim Auffinden der leiblichen Eltern.

Ein Elternpaar aus dem US-Bundesstaat Florida hat ein Kinderwunsch-Zentrum verklagt, nachdem Ärzte der Frau einen falschen Embryo eingepflanzt hatten. Dies berichtet der britische «Guardian» unter Berufung auf Gerichtsakten. 

Demnach stellten Tiffany Score and Steven Mills nach der Geburt ihrer Tochter Shea am 11. Dezember fest, dass ihr Baby offenkundig einer anderen ethnischen Gruppe angehört als die vermeintlichen Eltern. Genetische Tests bestätigten schliesslich, dass Shea «keine genetische Verbindung zu einem der Kläger hatte».

Dies geht aus der Klageschrift hervor, die beim Bezirksgericht von Palm Beach eingereicht wurde. Darin fordert das Paar eine finanzielle Entschädigung von IVF Life Inc., einem Kinderwunsch-Zentrum in Orlando.

«Moralische Verpflichtung, leibliche Eltern zu finden»

Ursprünglich wurde die Klage unter Pseudonymen eingereicht, um die Privatsphäre der Familie zu schützen. Nun jedoch gehen Score und Mills auch an die Öffentlichkeit, um die biologischen Eltern der kleinen Shea zu finden.

Tiffany Score schreibt in einem Facebook-Beitrag: «Wir sind zutiefst dankbar, Shea in unserem Leben zu haben, und lieben sie unendlich. Aber wir sind uns auch bewusst, dass wir die moralische Verpflichtung haben, ihre leiblichen Eltern zu finden.» 

Score schreibt weiter: «Unsere Freude über ihre Geburt wird durch die erschütternde Tatsache getrübt, dass ihre leiblichen Eltern – die wir noch nicht kennen – oder möglicherweise eine ganz andere Familie unseren genetischen Embryo erhalten haben könnten. Wir sind untröstlich, am Boden zerstört und verwirrt.»

Schwester startet Spendenaktion

Indessen hat die Schwester der Mutter, Alexa Score, eine Spendenaktion auf GoFundMe gestartet. Darin bittet sie um Spenden für die junge Familie, unter anderem für Spitalrechnungen, aber auch für die Suche nach den biologischen Eltern von Shea und nach dem genetischen Kind.

Wie Florida today und Orlando Sentinel berichten, hat das «Fertility Center of Orlando» die Situation in einem inzwischen gelöschten Beitrag auf ihrer Website bestätigt. Dort hiess es, man unterstütze eine Patientin dabei, zu ermitteln, wie es zur Geburt eines Kindes kommen konnte, das genetisch nicht mit ihr verwandt sei.

Im Aufruf von Alexa Score heisst es hingegen, das Kinderwunsch-Zentrum habe «kaum bis gar keine Informationen über die Suche nach Sheas leiblicher Familie oder ihren Embryonen gegeben».


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