Vier Haiattacken in zwei TagenAustralische Strandbesucher sollen lieber «ins Schwimmbad gehen»
Jan-Niklas Jäger
20.1.2026
Bullenhaie gelten als extrem aggressiv. (Archivbild)
Bild: Duncan Heuer/Aussie Bubbles/dpa
Vier Menschen sind innerhalb von zwei Tagen in einem australischen Bundesstaat von Haien attackiert worden. Die Behörden raten nun, lieber ein Schwimmbad aufzusuchen. Die Strände seien «unsicher».
Im australischen Bundesstaat New South Wales ist es innerhalb von 48 Stunden zu vier Haiattacken gekommen.
Zwei Buben (11, 12) und zwei Männer (27, 39) wurden von Bullenhaien angegriffen. Der Zwölfjährige und der 39-Jährige befinden sich im Spital.
Die Behörden sehen die Strände nicht mehr länger als sicher an und raten dazu, stattdessen Schwimmbäder aufzusuchen.
Bullenhaie können eine Zeitlang in Brack- und Süsswasser schwimmen und profitieren dabei von schwerem Regenfall. Dieser treibt auch die Fische, von denen sie sich ernähren, in Küstengebiete.
Nach vier Haiattacken in Strandgebieten des australischen Bundesstaates New South Wales raten die Behörden Tourist*innen und Anwohner*innen, das Meer zu meiden.
«Falls irgendjemand mit dem Gedanken spielt, heute Morgen zur Meeresbrandung nahe der nördlichen Strände zu gehen, überlegt euch das noch einmal», sagte ein Vertreter von New South Wales der ABC. «Geht einfach ins Schwimmbad, denn zu diesem Zeitpunkt kommen wir zu der Einschätzung, dass die Strände unsicher sind.»
Die Anweisung folgt auf einen Haiangriff auf einen Surfer am Morgen des heutigen Dienstags, dem 20. Januar 2026, in Point Plomer. Der 39-Jährige musste mit leichten Verletzungen in ein Spital eingeliefert werden, nachdem der Hai sich an seinem Surfbrett festgebissen hätte. Im Zuge der Attacke zog der Mann sich Verletzungen an der Brust zu.
Zwölfjähriger nach Haiattacke im Spital
Der Vorfall folgte auf drei weitere Haiattacken, die sich vorher allesamt innerhalb der letzten 48 Stunden ereignet hatten. In Vaucluse war ein zwölfjähriger Junge von einem Hai attackiert und verletzt worden, das gleiche widerfuhr einem 27-Jährigen in Manly.
Der Zwölfjährige befindet sich immer noch in einem Spital. Ein elfjähriger Bub kam derweil in Dee Why mit dem Schrecken davon: Der Hai biss in sein Surfbrett, der Junge blieb unverletzt.
Bei den angreifenden Tieren handelte es sich in allen vier Fällen um Bullenhaie. Das ist kein Zufall: Die Spezies profitiert von den aktuellen Wetterbedingungen an der Nordküste.
Angriffe hängen mit Wetter zusammen
«Bullenhaie sind eine der wenigen Haispezies, die Brack- und sogar Süsswasser eine Zeitlang tolerieren können», erklärte die Meeresbiologin Jodie Rummer gegenüber dem britischen «Guardian». Dadurch könnten sich die Tiere besser «in Flussmündungen und trübem Küstenwasser nach schwerem Regenfall bewegen».
Durch schwere Regenfälle in der Region halten sich mehr Fische, von denen sich die Haie für gewöhnlich ernähren, im Küstengebiet auf, was wiederum die Haie anlockt. Dazu kommt laut Rummer, dass «mehr Leute als je zuvor» im Meer schwimmen oder surfen würden, was die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung mit einem Hai steigert.
Strandbesucher*innen wird geraten, in Gruppen zu schwimmen und das Wasser sowohl zum Sonnenaufgang und -untergang sowie nach schwerem Regenfall ganz zu vermeiden. «Die Schlüsselbotschaft», so Jodie Rummer, «ist, sich schlau zu verhalten».