Fünf Todesopfer, darunter ein Baby – Fahrer war betrunken

jka/SDA/tgab

1.12.2020 - 17:29

Trier: Autofahrer rast durch Fussgängerzone – Tote und Verletzte

Trier: Autofahrer rast durch Fussgängerzone – Tote und Verletzte

In der deutschen Stadt Trier ist ein Mann durch die Fussgängerzone gerast und hat dabei mindestens zwei Menschen getötet. Bei seiner Festnahme leistete der 51 Jahre alte Deutsche Widerstand.

01.12.2020

In einer Fussgängerzone im deutschen Trier hat ein Auto mehrere Menschen erfasst. Fünf Menschen kamen ums Leben, der Fahrer wurde festgenommen. 

In der deutschen Stadt Trier ist ein Auto durch eine Fussgängerzone gerast und hat dabei mehrere Menschen erfasst. Bei dem Vorfall sind fünf Menschen im Alter zwischen 9 Monaten und 73 Jahren getötet und 15 Menschen verletzt worden. Zahlreiche Menschen in der Innenstadt sind zudem traumatisiert worden. Die Mutter des Babys liegt den Behördenangaben zufolge im Krankenhaus.

Der Fahrer wurde festgenommen, das Auto sichergestellt. Es handle sich um einen 51 Jahre alten Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg, teilte die Polizei mit. Der Mann sei mit einem SUV durch eine Fussgängerzone gefahren und habe offenbar wahllos Menschen angefahren. Bei seiner Festnahme soll er Widerstand geleistet haben. 

Der Mann war bei der Tat betrunken. Er habe zuvor «nicht unerhebliche Mengen Alkohol genossen», sagte der Oberstaatsanwalt Peter Fritzen am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Bei dem 51-Jährigen sei ein Atemalkoholwert von 1,4 Promille gemessen worden.

Gegen den Fahrer wird wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in vier Fällen ermittelt. Außerdem werde ihm in zahlreichen weiteren Fällen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen am Dienstag in Trier.

Ein Grossaufgebot von Polizei und Rettungskräften war im Einsatz, grosse Teile der Innenstadt waren abgesperrt. Nach der Festnahme bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung, hiess es.

Sprecher der Regierung zeigt sich erschüttert

Die genauen Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Augenzeugen berichteten, dass Menschen durch die Luft geschleudert worden seien. 

Oberbürgermeister Wolfram Leibe sprach im Interview mit dem SWR von einem «Amokfahrer in der Innenstadt». «Wir sehen solche Bilder im Fernsehen ganz oft und denken das kann bei uns nicht passieren», so Leibe. «Jetzt ist es auch in Trier passiert.»

«Was in Trier geschehen ist, ist erschütternd», erklärte der Sprecher der deutschen Bundesregierung, Steffen Seibert, auf Twitter. «Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen.»

Auch die Ministerpräsidentin des Bundeslands Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, äusserte sich entsetzt über den tödlichen Vorfall. Sie machte sich Medienberichten zufolge auf den Weg nach Tier. 

Oberbürgermeister von Trier dankt Hunderten Einsatzkräften

Der Oberbrürgermeister von Trier, Wolfram Leibe, hat sich bei den Einsatzkräften bedankt. Es seien rund 700 Helfer im Einsatz gewesen nach der tödlichen Fahrt in der Innenstadt von Trier, sagte er. Es sei nicht selbstverständlich, dass der Täter nach wenigen Minuten gefasst werden konnte. Unter den vier Toten sei ein neun Monate altes Baby. «Es ist der schwärzeste Tag der Stadt Trier nach dem Zweiten Weltkrieg», sagte Leibe.

Ähnliche Fälle in der Vergangenheit

Im Februar hatte im nordhessischen Volkmarsen ein 29 Jahre alter Deutscher sein Auto absichtlich in die Menge gesteuert. Dutzende Menschen wurden verletzt.

2019 hatte ein 50-Jähriger in Bottrop in der Neujahrsnacht gezielt Menschen angefahren. Er wurde in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. In Münster war 2018 ein Mann mit seinem Campingbus in eine Gruppe gerast, es gab fünf Tote. Der Täter erschoss sich, die Ermittler gehen von einer psychischen Erkrankung aus.

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