Bewohner fordern Notstand Mückenplage in der Toskana – und jetzt drohen riesige Spinnen 

Dominik Müller

20.3.2025

Die Bewohner*innen von Orbetello verlangen von der Politik Massnahmen gegen die Insektenplage.
Die Bewohner*innen von Orbetello verlangen von der Politik Massnahmen gegen die Insektenplage.
Imago

Eine Mückenplage setzt der toskanischen Stadt Orbetello zu. Die Bewohner fordern in einer Petition die Ausrufung des Notstands – und warnen bereits vor einer weiteren Bedrohung.

Dominik Müller

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die italienische Stadt Orbetello ist nicht nur bei Touristen, sondern offenbar auch bei Insekten beliebt.
  • Bewohner fordern in einer Petition aufgrund einer Mückeninvasion die Ausrufung des Notstands.
  • Die Plage wird auf eine schlechte Bewirtschaftung der Lagune zurückgeführt, die im Vorjahr zu einem Fischsterben führte.

Die toskanische Stadt Orbetello wird von einer massiven Mückeninvasion heimgesucht. Die Bewohner*innen leiden so stark unter der Situation, dass in einer Petition die Ausrufung des Notstands gefordert wird. 

«Wir können die Fenster nicht öffnen. Wir sind zu Hause eingesperrt, wie in der Zeit von Covid. Unsere Kinder gehen zur Schule und atmen Luft voller Mücken ein», schreiben die Initianten in der Petition. An ein normales Leben sei nicht mehr zu denken.

Damit nicht die genug – es drohe gemäss der Petition ein weiteres tierisches Problem: «Wenn die toten Mücken von Spinnen gefressen werden, kommt es auch zum Phänomen abnormal grosser Spinnen.» Es sei Zeit, dass die Region eingreift.

Bürgermeister kündigt Massnahmen an

Beim Befall handle es sich nicht nur um ein Ärgernis, sondern das Ergebnis einer ineffektiven Bewirtschaftung der Lagune. Aufgrund falscher und versäumter Entscheidungen habe der Mensch diese Naturkatastrophe verursacht, heisst es in der Petition.

Bereits im vergangenen Sommer spielte sich in der Lagune von Orbetello ein Natur-Desaster ab, als Tausende Fische tot im Wasser trieben. Die Petition hat innert weniger Tagen knapp 10'000 Unterschriften erhalten, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Der Bürgermeister von Orbetello, Andrea Casamenti, hat auf Facebook bereits «sofortige» und «aussergewöhnliche Massnahmen» angekündigt.

Die Gemeinde werde 50'000 Euro für eine Analyse der Larvendichte in den Sedimenten der Lagune bereitstellen, um herauszufinden, wie sich das Phänomen in den kommenden Wochen entwickeln werde.

Orbetello liegt im Süden der Toskana. Aufgrund seiner Lage auf einer Landzunge ist die Stadt bei Touristen äusserst beliebt.