Hells Angels gegen BandidosVerfeindete Rockerbanden treffen sich vor Berner Gericht – Polizei rückt mit Grossaufgebot an
zc, sda
13.2.2025 - 05:08
Kein Rocker-Aufmarsch am Berner Berufungsprozess
Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen hat am Montag in Bern der Berufungsprozess gegen acht Rocker begonnen. Vor dem Amthaus blieb es am Morgen zunächst ruhig.
Im Rockerprozess vor dem Berner Obergericht müssen die fünf in der Schweiz wohnhaften Beschuldigten am 13. Februar zur Urteilsverkündung erscheinen. Das hat das Gericht am Montag zum Auftakt des Berufungsprozesses entschieden.
Mehrere Verteidiger hatten geltend gemacht, mit einer Dispensation könnte das Risiko eines gewaltsamen Aufeinandertreffens minimiert werden. Beim erstinstanzlichen Prozess 2022 war es vor dem Amthaus zu Scharmützeln zwischen den verfeindeten Rockergruppen gekommen.
27.01.2025
Das Berner Obergericht verkündet am heutigen Donnerstag die Urteile im Rockerprozess. Die Kantonspolizei will mit einem Grossaufgebot dafür sorgen, dass es rund um das Amthaus in Bern friedlich bleibt.
Keystone-SDA, zc, sda
13.02.2025, 05:08
13.02.2025, 06:52
SDA
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Das Berner Obergericht verkündet am heutigen Donnerstag die Urteile im Rockerprozess.
Der Prozess dreht sich um eine blutige Fehde 2019 in Belp, bei der mehrere Personen schwer verletzt worden waren.
Der Prozess vor dem Regionalgericht endete mit 17 Schuldsprüchen.
Sechs Rocker fochten ihre Verurteilung wegen Raufhandels an.
Fünf erhoffen sich vom Obergericht einen Freispruch – der sechste Mann hofft auf eine mildere Strafe.
Die Kantonspolizei will mit einem Grossaufgebot dafür sorgen, dass es rund um das Amthaus in Bern friedlich bleibt.
Mitglieder der verfeindeten Motorradclubs Bandidos und Hells Angels werden zur Urteilsverkündung im Gerichtssaal erwartet. An den einzelnen Verhandlungstagen konnten sie sich aus dem Weg gehen.
Mehrere Verteidiger hatten beantragt, die Rocker vom Erscheinen an der Urteilsverkündung zu dispensieren. So könne das Risiko eines gewaltsamen Aufeinandertreffens beider Lager in Bern minimiert werden. Das Gericht lehnte dies ab.
Die Mitglieder der Hells Angels und ihre Anwälte betreten das Berner Gerichtsgebäude für den ersten Prozess im Juni 2022.
Bild:Keystone
Der Prozess dreht sich um eine blutige Fehde 2019 in Belp. Dabei waren mehrere Personen schwer verletzt worden. Der Prozess vor dem Regionalgericht endete mit 17 Schuldsprüchen.
Insgesamt sechs Rocker fochten ihre Verurteilung wegen Raufhandels an. Fünf von ihnen waren zu mehrmonatigen bedingten Freiheitsstrafen verurteilt worden. Sie erhoffen sich vom Obergericht einen Freispruch. Der sechste Mann hofft auf eine mildere Strafe.
Die Befragungen waren auch vor Obergericht wenig ergiebig. Die Beschuldigten schwiegen konsequent.
Die beiden Bandidos, die in erster Instanz am härtesten bestraft wurden, werden im laufenden Verfahren nicht beurteilt. Der eine verzichtete auf den Weiterzug und sitzt seine Freiheitsstrafe von acht Jahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung ab.
Der andere hat zwar Berufung gegen die Verurteilung wegen versuchter schwerer Körperverletzung eingelegt, befindet sich aber in stationärer psychiatrischer Behandlung. Sein Fall wird später beurteilt.
Der erste Prozess im Mai 2022 hatte landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Rund 200 Mitglieder der beiden Rockergruppen waren mit ihren Motorrädern nach Bern gefahren. Die Polizei setzte Gummischrot und Wasserwerfer ein, um die beiden Lager voneinander fernzuhalten.