«Kaltblütig» erwürgt, Leiche zerkleinert Angeklagter in Femizid an Ex-Miss-Schweiz-Finalistin steht ab heute vor Gericht

SDA

4.5.2026 - 05:50

Der Angeklagte soll aus einer «egoistischen Haltung», Kränkung und einem Kontrollbedürfnis heraus seine Partnerin umgebracht haben. Ab heute wird ihm im Strafjustizzentrum in Muttenz BL der Prozess gemacht. (Archivbild)
Der Angeklagte soll aus einer «egoistischen Haltung», Kränkung und einem Kontrollbedürfnis heraus seine Partnerin umgebracht haben. Ab heute wird ihm im Strafjustizzentrum in Muttenz BL der Prozess gemacht. (Archivbild)
Bild: Keystone/Urs Flüeler

Der gewaltsame Tod einer ehemaligen Miss-Schweiz-Finalistin sorgte landesweit für Entsetzen. Der Mann soll das Ende der Ehe nicht akzeptiert haben. Ab heute steht der Beschuldigte vor Gericht.

,

Keystone-SDA, Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Im Februar 2024 soll ein Baselbieter seine Ehefrau und Mutter seiner zwei Kinder im gemeinsamen Haus getötet und ihre Leiche im Anschluss zerstückelt haben.
  • Der Fall erlangte internationale mediale Aufmerksamkeit.
  • Der Angeklagte muss sich ab dem heutigen Montag vor dem Baselbieter Strafgericht wegen Mordes an seiner Frau und Störung des Totenfriedens verantworten.

Ein Familienvater muss sich ab Montag vor dem Baselbieter Strafgericht wegen Mordes an seiner Frau und Störung des Totenfriedens verantworten. Er wird beschuldigt, seine Frau «kaltblütig» erwürgt und deren Leiche zerkleinert zu haben. Er habe die Frau am 13. Februar 2024 in seinem Einfamilienhaus in Binningen BL getötet, heisst es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Die Polizei nahm den heute 43-Jährigen tags darauf fest.

Das Ehepaar stritt sich vor der Tat. Es ging um eine allfällige Scheidung oder Trennung, wie in der Anklageschrift steht. Daraufhin drückte der Beschuldigte seine Frau an die Wand, schlug, würgte und strangulierte sie mit einem Gegenstand, bis sie qualvoll erstickte. Der Mann habe im «vollständigen Bewusstsein», mit «rücksichtsloser Geringschätzung» des Lebens und mit einer klaren Tötungsabsicht gehandelt, heisst es in der Anklageschrift.

«Zu vollumfänglich rationalem Handeln fähig»

Zuvor soll die Frau, eine ehemalige Miss Schweiz-Finalistin, im Streit die Trennung oder Scheidung erwogen haben und Einsicht in seine Konten gefordert habe. Der Mann war nicht gewillt, sich zeitweise von den beiden Kindern zu trennen und die Frau finanziell zu unterstützen. Aus einer «egoistischen Haltung», Kränkung und einem Kontrollbedürfnis heraus habe er seine Partnerin umgebracht, heisst es weiter.

Der Beschuldigte soll daraufhin die Leiche zerstückelt haben. Er war bei diesem Vorgehen «zu vollumfänglich rationalem Handeln fähig sowie ohne jegliches Ehrfurchtsgefühl», wie es in der Anklageschrift heisst.

Die beiden kleinen Kinder des Paares, Angehörige der Frau sowie die Opferhilfe machen als Privatklägerinnen und -kläger Zivilforderungen geltend.

Internationale Schlagzeilen

Der Fall sorgte auch international für Schlagzeilen. Der Prozess am Strafjustizzentrum in Muttenz BL findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Gericht wird das Urteil am 13. Mai bekanntgeben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

SP- und SVP-Chef streiten sich hitzig – Nationalrat sagt Ja zu Million gegen Femizide

SP- und SVP-Chef streiten sich hitzig – Nationalrat sagt Ja zu Million gegen Femizide

Eine unscheinbare Budgetposition brachte den Nationalrat in die Kritik. Hunderte Frauen protestierten spontan auf dem Bundesplatz. Der Druck wirkte: Der Nationalrat sagte heute Ja zu mehr Geld für die Prävention von Gewalt an Frauen.

15.12.2025