Bereits grosse Schäden durch Vulkanausbruch

dpa

21.9.2021 - 10:42

Vulkanausbruch auf Kanaren – Massive Evakuierungen

Vulkanausbruch auf Kanaren – Massive Evakuierungen

Erstmals seit 50 Jahren ist auf der spanischen Kanareninsel La Palma am Sonntag wieder ein Vulkan ausgebrochen. Um kurz nach 15 Uhr Ortszeit erschütterten heftige Explosionen die Gegend im Süden der kleinen Insel. Rauch, Asche und Steine wurden in den Himmel geschleudert. Bis zum späten Abend wurden mindestens sieben Schlote gezählt, also verschiedene Stellen, an denen Vulkanmaterial austrat. Einen eigenen Namen hat der Vulkan noch nicht, in spanischen Medien ist nur von «dem Vulkan» die Rede. Die Behörden riefen die Alarmstufe rot eines Vulkannotfallplanes aus und begannen mit Evakuierungen. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

20.09.2021

Die mehr als 1000 Grad heisse Lava bahnt sich weiter ihren Weg vom Vulkan hinunter. Über 150 Häuser wurden bisher zerstört, mehr als 100 Hektar Land sind schon mit einer meterdicken schwarzen Schicht bedeckt.

dpa

21.9.2021 - 10:42

Der Vulkanausbruch auf der zu Spanien gehörenden Kanareninsel La Palma richtet immer grössere Schäden an. Bisher seien mehr als 160 Gebäude von der Lava zerstört worden, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE.

Mehr als 100 Hektar Land seien bereits mit einer schwarzen, meterdicken Schicht aus rund 1000 Grad heisser Lava bedeckt, die aus mittlerweile neun Schloten im Bereich der Cumbre Vieja im Süden der Insel austrete. Die Zahl der Evakuierten habe sich nach Angaben des Zivilschutzes auf knapp 6000 erhöht. Die meisten von ihnen kamen den Berichten zufolge bei Verwandten unter oder wurden in Privathäusern in anderen Teilen der Insel aufgenommen. Verletzte gebe es weiterhin nicht, betonten die Behörden.

Warnung vor Vulkankristallen

Es wurde erwartet, dass die Lava im Laufe des Tages die Westküste der Insel erreichen werde. Die Behörden warnten, dass dabei giftige Gase entstehen, wenn die um die glühend heisse Lava ins Meer stürzt. Dabei komme es nicht nur zu einer explosionsartigen Verdampfung von Seewasser, sondern beim Kontakt der Lava mit dem salzhaltigen Wasser entstünden auch Salzsäure und feine Vulkankristalle. Diese können Reizungen der Haut, der Augen und der Atemwege hervorrufen. Die verschiedenen Lavaströme seien jedoch langsamer geworden, so dass es unklar war, wann genau sie die Küste erreichen würden.

Der Vulkan war am Sonntag erstmals seit 50 Jahren wieder aktiv geworden. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, der eigentlich zur UN-Vollversammlung in New York reisen wollte, war stattdessen nach La Palma geflogen, wo er den Betroffenen unbürokratische Hilfe zusagte.

La Palma liegt ganz im Nordwesten der Kanaren, einer Inselgruppe vulkanischen Ursprungs im Atlantik vor der Westküste Afrikas. Sie ist 85 Kilometer von der nächstgelegenen grösseren und auch bei deutschen Touristen sehr beliebten Insel Teneriffa und 57 Kilometer von La Gomera entfernt. Massentourismus wie auf den bekannteren Kanareninseln Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote gibt es auf La Palma nicht.

dpa