Gift-Tragödie in Istanbul Jetzt steht fest, woran die deutsche Familie gestorben ist

dpa

26.11.2025 - 20:31

In Istanbul ist eine vierköpfige Familie aus Deutschland an einer Vergiftugn gestorben: Ausgelöst wurde diese durch eine Pestizidbehandlung im Hotelzimmer. 
In Istanbul ist eine vierköpfige Familie aus Deutschland an einer Vergiftugn gestorben: Ausgelöst wurde diese durch eine Pestizidbehandlung im Hotelzimmer. 
Francisco Seco/AP/dpa (Symbolbild)

Im Fall der in Istanbul verstorbenen deutschen Familie galt eine Vergiftung als Todesursache wahrscheinlich. Neue Details aus Berichten der Rechtsmedizin schaffen nun Klarheit.

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DPA, Andreas Fischer

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  • Die vier in Istanbul tragisch ums Leben gekommenen deutschen Touristen sind offenbar an einer Vergiftung gestorben.
  • Im Hotelzimmer der vierköpfigen Familie wurde das Gift Phosphin entdeckt, das bei der Schädlingsbekämpfung entstehen kann.
  • Der Obduktionsbericht hat die Todesursache bestätigt.

Im Hotelzimmer der in Istanbul verstorbenen Hamburger Familie ist laut einem Bericht das toxische Gas Phosphin entdeckt worden. Der Stoff sei in aus dem Zimmer entnommenen Wischproben festgestellt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf einen Bericht der Rechtsmedizin. Auch in Handtüchern des Hotels habe man Phosphin entdeckt. Die finale Klärung der Todesursache stehe aber noch aus.

Der Obduktionsbericht hat mehreren Medien zufolge mittlerweile die Vergiftung mit dem Giftgas Phosphin als Todesursache bestätigt. Für eine Phosphin-Vergiftung seien «stichhaltige Beweise» gefunden worden, schrieben das Nachrichtenportal T24 und das private Sendernetzwerk Halk TV am Dienstag unter Berufung auf das Dokument. Im Blut der Todesopfer, im Magen und in den von den ihnen verzehrten Lebensmitteln seien hingegen keine Giftspuren gefunden worden.

Tödliche Chemikalie im Hotelzimmer

Türkische Medien hatten unter Berufung auf Rechtsmediziner bereits in der vergangenen Woche über eine Chemikalien-Vergiftung als wahrscheinliche Todesursache berichtet und dabei das Versprühen eines Mittels gegen Bettwanzen genannt. Dem Obduktionsbericht zufolge fanden die Rechtsmediziner tatsächlich «Beweise» für den Einsatz dieses Mittels.

Bei der Bekämpfung von Schädlingen wird häufig der Stoff Aluminiumphosphid eingesetzt. In Verbindung mit Wasser – Luftfeuchtigkeit genügt – entsteht das toxische Gas Phosphin.

Das Gas schädigt die Körperzellen von Säugetieren und verhindert in grösseren Konzentrationen den Sauerstoff-Transport im Blut. Phosphin kann bei Menschen unter anderem zu Reizhusten, Erbrechen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen führen und beim Einatmen lebensbedrohlich sein.

Schädlingsbekämpfung mutmasslich der Auslöser

Die vier Mitglieder einer Hamburger Familie waren Mitte November im Istanbul-Urlaub gestorben. Laut einem vorläufigen Gutachten der Rechtsmedizin könnte eine Schädlingsbekämpfung im Zimmer unter der Familie deren Tod verursacht haben.

Eine zunächst im Raum stehende Lebensmittelvergiftung als Todesgrund wurde als weniger wahrscheinlich bezeichnet. Tests in den Einrichtungen, in denen die Familie gegessen hatten, hatten keine Auffälligkeiten aufgewiesen, so Anadolu.

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