Bund warnt – Trinkwasser ist nicht überall geschützt

23.1.2019 - 08:18, gusi

Der Bund warnt davor, dass in der Schweiz eine Verschutzung des Grundwassers droht. Er weist auf ungenügende Schutzzonen hin. Aus diesen Zonen werden rund eine Million Menschen mit Trinkwasser versorgt.
Keystone

Das Trinkwasser sprudelt in der Schweiz aus dem Wasserhahn. Nirgends auf der Welt sei das Wasser auch so sauber wie in der Schweiz. Doch ist das wirklich so? Der Bund warnt jetzt vor Verunreinigungen.

Rund 80 Prozent der Bevölkerung werden mit Grundwasser versorgt. Und von hier kommt das Wasser, das in den Haushalten aus dem Wasserhahn fliesst. Nur wird dieses Grundwasser an manchen Orten nicht so geschützt, wie es das Gesetz verlangt. Das zeigt jetzt ein Bericht des Bundesamtes für Umwelt (Bafu).

Von solchen ungenügenden Schutzzonen betroffen sind zwölf Prozent der Schweizer Bevölkerung – etwa eine Million Menschen, heisst es im Bericht.

Dichte Besiedelung ist das Problem

Es ist die Rede von «schweren Nutzungskonflikten», die «eine grosse Gefährdung der Trinkwassernutzung» darstellten. Und von solchen Nutzungskonflikten gehe eine Gefahr fürs Grundwasser aus, sagt Michael Schärer vom Bafu zum SRF: «Es gibt immer mehr Schutzzonen, in denen Bauten und Anlagen stehen, etwa Gebäude mit Abwasserleitungen, oder Strassen oder Eisenbahnen. Und das bedeutet eine Gefährdung dieser Fassungen.» Konkret: Die Abwasser könnten ins Grundwasser gelangen. Besonders gefährlich wird es, wenn Benzin ins Grundwasser sickert.

Nutzungskonflikt hat bereits Folgen

Nutzungskonflikte mit dem Grundwasser hatten bereits Folgen: In den letzten 20 Jahren musste fast jeder dritte Wasserversorger ein Grundwasser-Fassungsgebiet schliessen – vor allem weil sich Siedlungen und der Grundwasserschutz in die Quere kamen. Auch in Bundesbern wird in den nächsten Monaten verstärkt über das Thema Trinkwasser diskutiert – wenn das Parlament die Trinkwasser-Initiative berät.

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