Sci-Fi wird Wirklichkeit China will riesigen Weltraum-Flugzeugträger bauen

Maximilian Haase

16.1.2026

Die Pläne für einen chinesischen Weltraum-Flugzeugträger von gigantischen Ausmassen sollen bis 2040 umgesetzt werden.
Die Pläne für einen chinesischen Weltraum-Flugzeugträger von gigantischen Ausmassen sollen bis 2040 umgesetzt werden.
CCTV / Screenshot

Was sonst nur in Sci-Fi-Szenarien vorkommt, soll in China Realität werden: Als erste Nation will man einen fliegenden Weltraum-Flugzeugträger bauen. Verwirklicht werden soll das gigantische Projekt bis 2040.

Maximilian Haase

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  • China will als erste Nation der Welt einen gigantischen Weltraum-Flugzeugträger bauen, wie das Staatsfernsehen berichtete.
  • Das 120'000-Tonnen-Schiff, dessen Entwürfe bereits 2017 vorgestellt wurden, soll im Rahmen des im Rahmen des «Nantianmen»-Projekts bis zum Jahr 2040 Realität werden.
  • Das Mutterschiff «Luanniao», das zudem von weiteren Raumschiffen und Jets begleitet wird, soll 242 Meter lang werden und mit 88 Hyperschallraketen beladen sein.

Was klingt, als sei es einer Sci-Fi-Story entsprungen, will China in den kommenden Jahren Realität werden lassen: Ein geplanter riesiger Weltraum-Flugzeugträger soll bis 2040 tatsächlich gebaut werden, wie das  chinesische Staatsfernsehen CCTV nun laut der südkoreanischen Zeitung «The Chosun Daily» bestätigte. 

Schon 2017 hatte das staatliche Rüstungsunternehmen Aviation Industry Corporation of  China (AVIC) das sogenannte «Nantianmen»-Projekt (übersetzt: «südliches Himmelstor») vorgestellt, in dessen Zentrum das Mutterschiff «Luanniao» steht. Nun soll es von der Planungs- in die Umsetzungsphase gehen.

Gigantische Ausmasse

Als erster fliegender Flugzeugträger überhaupt soll das nach einem mythischen Vogel benannte Schiff Kampfjets, Drohnen und andere Luft- und Raumfahrzeuge aufnehmen. Seine Ausmasse sind gigantisch: 242 Meter Länge, 684 Meter Breite und ein Gewicht von bis zu 120'000 Tonnen.

Kern der Bewaffnung sollen unbemannte Systeme sein: Auf dem Mutterschiff ist Platz für 88 Luftfahrzeuge vom Typ «Xuan Nü», die Hyperschallraketen tragen und hochpräzise im All manövrieren können. Der Start aus grosser Höhe spart Treibstoff und erleichtert den Übergang in den Orbit. Dort wären die Systeme schwerer zu entdecken, zudem erlaubt die dünnere Luft höhere Geschwindigkeiten und kürzere Anflugzeiten.

Weitere Projekte könnten eingebunden werden

In den vergangenen Jahren stellte China laut «The Chosun Daily» mehrere Konzepte vor, die in das System eingebunden werden könnten. 2024 tauchte erstmals ein Modell des Stealth-Jets «Baidi» auf, auch bekannt als «Weisser Kaiser». Das Flugzeug ist für Einsätze in extremen Höhen vorgesehen.

Ein weiteres Projekt trägt den Namen «Zihuo», übersetzt «violettes Feuer». Dabei handelt es sich um ein VTOL-Luftfahrzeug, das senkrecht starten und landen kann, bis zu 800 km/h erreichen soll und sowohl bemannt als auch autonom für Aufklärungsmissionen gedacht ist.

Videos zeigen möglichen Einsatz

Nach Angaben von CCTV soll die «Luanniao» bis 2040 fertiggestellt werden. In sozialen Medien kursieren bereits computergenerierte Videos, die einen möglichen Einsatz zeigen. Ob aus der Vision tatsächlich ein einsatzfähiges System wird, bleibt offen. Tatsächlich wäre ein solches Projekt Neuland: Bislang hat kein Staat offiziell Waffen im All stationiert.

Der chinesische Militärexperte Wang Mingzhi bezeichnete «Nantianmen» in der chinesischsprachigen Tageszeitung «Lianhe Zaobao» aus Singapur als innovativ und zukunftsweisend. Das Projekt basiere auf Ideen der Science-Fiction, doch die Frage sei nicht ob, sondern wann die entsprechenden Technologien realisiert würden.

Es scheint, als könnte die erfolgreiche chinesische Sci-Fi à la «Die drei Sonnen» in nicht allzu ferner Zukunft von der Wirklichkeit des Landes eingeholt werden.

China startet Notmission ins All

China startet Notmission ins All

STORY: Es ist eine Notfall-Mission, zu der die chinesische Raumfähre Shenzhou-22 am Dienstag ins All gestartet ist. Der Einsatz soll Sicherheitsrisiken für Chinas bemanntes Raumfahrtprogramm und die Raumstation beheben, nachdem ein Raumschiff Anfang des Monats im Orbit beschädigt wurde. Live-Aufnahmen des staatlichen Senders CCTV zeigten, wie die Trägerrakete vom Typ «Langer Marsch-2F» kurz nach Mittag Ortszeit von einem Satellitenstartgelände im Nordwesten Chinas abhob. Shenzhou-22 soll zur dauerhaft bewohnten chinesischen Raumstation Tiangong fliegen. Dort halten sich derzeit drei Astronauten auf, die kein flugtaugliches Raumschiff für eine Rückkehr zur Erde im Notfall haben. Am 5. November sollte die Raumfähre Shenzhou-20 drei chinesische Astronauten zur Erde zurückbringen. Sie wurde jedoch als flugunfähig eingestuft, nachdem sie durch einen mutmasslichen Einschlag von Weltraumschrott beschädigt worden war. Um die gestrandeten Raumfahrer zur Erde zurückzubringen, musste China die erst Ende Oktober an der Raumstation angekommene Shenzhou-21 einsetzen. Sechs Monate vor dem geplanten Termin. Seitdem ist die Besatzung der Tiangong ohne Raumschiff. Die Ankunft der Shenzhou-22 soll dieses Sicherheitsrisiko nun beseitigen.

25.11.2025