AstraZeneca will Corona-Impfstoff bis Ende Jahr anbieten

SDA

22.7.2020 - 00:03

Rekordtempo und Optimismus bei Suche nach Corona-Impfstoff

Rekordtempo und Optimismus bei Suche nach Corona-Impfstoff

Mehr als 150 Impfstoffe gegen das Coronavirus werden derzeit getestet. Und Experten gehen davon aus, dass in nicht allzu ferner Zukunft auch Mittel auf den Markt kommen. Ob das dann aber schon der ganz grosse Wurf ist, bleibt abzuwarten.

20.07.2020

AstraZeneca plant, bis Ende 2020 einen Coronavirus-Impfstoff auf den Markt zu bringen. Dieser soll laut dem Chef des britisch-schwedischen Pharmakonzerns weltweit zum Selbstkostenpreis erhältlich sein.

Der erste Impfstoff gegen das Coronavirus könnte bereits dieses Jahr erhältlich sein. Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca will bis Ende 2020 einen Impfstoff auf den Markt zu bringen – und er soll weltweit zum Selbstkostenpreis erhältlich sein, wie der Chef des Unternehmens, Pascal Soriot, am Dienstag dem französischen Radiosender RTL sagte.

Eine Einheit soll demnach für 2,50 Euro (2,68 Franken) verkauft werden. «Unser Ziel ist es, den Impfstoff allen Menschen zugänglich zu machen», sagte Soriot.

Das Unternehmen hoffe, bis Ende des Jahres einen Impfstoff zu produzieren. «Vielleicht etwas früher, wenn alles gut geht», fügte Soriot hinzu.

Erst am Montag hatte eine Studie im Fachmagazin «The Lancet» grosse Hoffnungen in den gemeinsam von AstraZeneca und der britischen Universität Oxford entwickelten Impfstoff geweckt.



Impfstoff sorgt für Antikörper-Bildung

Der Stoff erwies sich in den ersten beiden Testreihen als für die Probanden gut verträglich und sorgte für die Bildung von Antikörpern sowie für eine Immunisierung gegen die Lungenkrankheit Covid-19.

Die Ergebnisse einer dritten Testphase werden im Herbst erwartet. Ist diese erfolgreich, kann der Stoff danach massenweise produziert und verabreicht werden.

Am Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen wurde am 19. Juni 2020 am ersten Proband, einer jungen Frau, ein möglicher Wirkstoff von der Tübinger Firma Curavec gegen das Coronavirus gespritzt.
Bild: Keystone/DPA/Christoph Schmidt

Unterdessen begann ein chinesischer Impfstoffhersteller am Dienstag mit der dritten Phase der Testung seines Wirkstoffes in Brasilien. Nach Angaben eines Arztes in einem Krankenhaus in Sao Paolo bekamen die ersten Freiwilligen den Impfstoff, dessen Wirksamkeit in den ersten zwei Phasen nachgewiesen wurde, wie «Lancet» berichtete.

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