KonsumgüterDänischer US-Boykott: Apps sortieren Waren im Supermarkt aus
SDA
22.1.2026 - 01:18
Viele Dänen haben eine grosse Wut auf die USA - und lassen die beim Einkaufen raus. Mit Hilfe von Apps vermeiden sie gezielt amerikanische Produkte. (Symbolbild)
Keystone
Die Wut auf die USA angesichts des Grönland-Konflikts verleitet die Dänen zum Boykott im Supermarkt. Was aus den USA stammt, landet bei vielen nicht mehr im Einkaufswagen.
Keystone-SDA
22.01.2026, 01:18
SDA
Mit Apps können die Dänen Lebensmittel jetzt auf ihre Herkunft scannen. Gemeinsam mit seinem Freund Malthe Hensberg hat der 21 Jahre alte Däne Jonas Pipper die App «UdenUSA» ("OhnedieUSA") entwickelt. Die Idee war den beiden schon im vergangenen Jahr gekommen, als US-Präsident Donald Trump erstmals ernsthaft damit drohte, Grönland zu übernehmen.
Aus einer Welle des Protests in Dänemark entstand damals die Facebook-Gruppe «Boykottiert Waren aus den USA», in der sich Dänen dazu austauschen, wie sie amerikanische Produkte am besten meiden können. Inzwischen hat die Gruppe mehr als 100'000 Mitglieder. Zur Einordnung: Dänemark hat rund sechs Millionen Einwohner.
«Wir haben gemerkt, dass es vielen wichtig war, auf Lebensmittel aus den USA zu verzichten», sagt App-Entwickler Pipper der Deutschen Presse-Agentur. «Aber es ist nicht immer so leicht, die im Supermarkt auch zu erkennen.»
App kommt auf ersten Platz im App-Store
Ausserdem schlage die App Alternativen zu US-Produkten vor, damit Verbraucher stattdessen europäische Unternehmen unterstützen könnten. Die Idee scheint auf Anklang zu stossen: Im dänischen App-Store lag «UdenUSA» am Mittwoch auf Platz 1 der Download-Hitliste der kostenlosen Apps.
Schon im vergangenen Jahr hatte es in Dänemark Initiativen gegeben, mit denen die Dänen ein Zeichen gegen Trumps Handelspolitik setzen wollten – so hatten zum Beispiel einige dänische Supermarktketten Waren europäischer Produzenten mit einem Stern auf dem Preisschild gekennzeichnet.
Bringt der Boykott etwas?
Unklar ist aber, was für einen Effekt solch ein Boykott haben kann. Denn die dänische Volkswirtschaft ist vergleichsweise klein – und nur wenige Lebensmittel kommen direkt aus den USA. Selbst wenn ein relevanter Teil der dänischen Konsumenten US-Produkte meide, dürfte dies kaum ausreichen, um spürbare wirtschaftliche oder politische Wirkungen zu entfalten, sagt Sascha Raithel, Professor für Marketing an der Freien Universität Berlin.
«Grössere Boykott-Bewegungen bilden sich üblicherweise erst dann, wenn ein abgelehntes Ereignis nicht bloss angedroht wird, sondern tatsächlich eintritt beziehungsweise eingetreten ist», sagt Jan Landwehr, Professor für Marketing an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Kleinere Boykotte könnten in gewissen Gruppen aber bereits jetzt auftreten. Dabei komme es aber auch darauf an, ob die Produkte leicht zu ersetzen seien, sagt Katharina Gangl, Direktorin des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen.
Dänen wollen ihrem Ärger Luft machen
Für viele Verbraucher sei die bewusste Entscheidung gegen US-amerikanische Lebensmittel einfach eine Art, ihrem Ärger Luft zu machen, sagt der Verhaltensforscher Pelle Guldborg Hansen von der Universität Roskilde dem dänischen Rundfunk. «Viele Menschen sehen Nachrichten und ärgern sich über etwas – und in diesem Fall geht es auch noch um uns und um Grönland», so der Forscher. «Da möchte man einfach irgendetwas gegen seine Wut unternehmen. Und sei es noch so klein.»
Epstein-Skandal: Kronprinzessin bittet um Verzeihung
Oslo, 06.02.2026: Mette-Marit entschuldigt sich: Im Skandal um die Freundschaft von der Kronprinzessin mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wartet ganz Norwegen seit Tagen auf eine Reaktion der Königsfamilie.
Am Freitag ist es dann so weit – in Form einer schriftlichen Mitteilung:
«Es ist mir wichtig, mich bei allen zu entschuldigen, die ich enttäuscht habe», zitiert das Königshaus die Kronprinzessin darin. «Teile des Inhalts der Nachrichten zwischen Epstein und mir repräsentieren nicht den Menschen, der ich gerne sein möchte.»
Sie bedaure auch die Situation, in die sie das Königshaus – besonders König Harald V. und Königin Sonja – gebracht habe.
In E-Mails sollen sich die Kronprinzessin und der Sexualstraftäter über mehrere Jahre zu privaten Themen ausgetauscht haben – nachdem Epstein bereits zum ersten Mal verurteilt worden war und eine Haftstrafe abgesessen hatte. In den kürzlich veröffentlichten Akten zu dem Fall taucht ihr Name mehrere Hundert Male auf.
09.02.2026
Nach Zugunglück in Spanien: Viele Tote und Verletzte
Adamuz, 19.01.2026: Zugunglück im Süden Spaniens: Zahlreiche Tote und viele Verletzte. Nach dem schweren Eisenbahnunglück nahe Adamuz ist die Zahl der Toten auf mindestens 39 gestiegen.
Insgesamt 73 Menschen werden nach dem Zusammenstoss in Krankenhäusern in der andalusischen Stadt Córdoba behandelt. Darunter seien 24 mit schweren Verletzungen, unter ihnen sollen auch Minderjährige sein.
Zahlreiche Fahrgäste sind noch über Stunden in den Zügen eingeschlossen.
Die Tragödie ereignet sich gegen 19.40 Uhr am Sonntag. Ein Hochgeschwindigkeitszug entgleist mutmasslich mit Tempo 300 und gerät in das benachbarte Gleis. Dort kollidiert er mit einem weiteren Hochgeschwindigkeitszug.
Rund 500 Passagiere sollen sich in beiden Zügen aufgehalten haben.
20.01.2026
Brandtragödie in Crans-Montana: Suche nach Ursache
Nach der Brandtragödie in der Silvesternacht im Nobel-Skiort Crans-Montana sind am Freitag viele Fragen offen. Politiker, Staatsanwältin und Polizei bringen ihre Erschütterung zum Ausdruck.
09.01.2026
Epstein-Skandal: Kronprinzessin bittet um Verzeihung
Nach Zugunglück in Spanien: Viele Tote und Verletzte
Brandtragödie in Crans-Montana: Suche nach Ursache