Intime Details in Tagebüchern Darum verklagt die Witwe des Playboy-Gründers seine Hefner-Stiftung

Philipp Dahm

20.2.2026

Hugh Hefner 1999 mit zwei Playmates in seinem Anwesen in Los Angeles.
Hugh Hefner 1999 mit zwei Playmates in seinem Anwesen in Los Angeles.
KEYSTONE

Hugh Hefner hat angeblich Tausende Frauen ohne ihre Zustimmung nackt fotografiert und Details über Sex mit ihnen festgehalten. Nun verklagt seine Witwe die Stiftung des «Playboy»-Gründers – damit nichts davon öffentlich wird. Auch Minderjährige könnten betroffen sein.

Philipp Dahm

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  • Hugh Hefners Witwe Crystal verklagt die Stiftung des «Playboy»-Gründers, der sie gerade noch als CEO vorstand.
  • Crystal Hefner fordert die Herausgabe von 3000 Fotoalben, die Nacktbilder enthalten – und persönliche Aufzeichnungen zum Sexleben des Verstorbenen.
  • Die Klägerin will die Verbreitung des Materials verhindern, das zum Grossteil ohne Zustimmung entstanden sei und auch Minderjährige betreffen könne.
  • Als die Witwe ihre Sorgen der Stiftung mitgeteilt habe, sei sie gefeuert worden.

Hugh Hefner war nicht bloss der Gründer des «Playboy», sondern hat sich auch stets als solcher gegeben: Sein zügelloses Liebesleben war Teil seiner Marketingstrategie.

Seit den 60ern war Hefner aktiv – und hat in den folgenden Jahrzehnten seine Eroberungen dokumentiert. Als der fleischgewordene Playboy im Alter von 91 Jahren im Jahr 2017 stirbt, soll er nicht weniger als 3000 Fotoalben zusammengetragen haben, die Tausende Nacktbilder enthalten sollen.

Teuflisches Erbe: Hugh Hefner mit Nicky (links) und Paris Hilton 2007 auf einer Halloween-Party in Los Angeles.
Teuflisches Erbe: Hugh Hefner mit Nicky (links) und Paris Hilton 2007 auf einer Halloween-Party in Los Angeles.
KEYSTONE

Weitere Intimitäten hält Hefner angeblich in seinen Tagebüchern fest: Mit wem er geschlafen hat, wie der Sex war – und mitunter auch, wie der Zyklus der Betroffenen verläuft. Diese Dokumente sollen sich im Besitz der Stiftung befinden, die der dreimalige Ehemann bereits zu Lebzeiten – im Jahr 1964 – gegründet hat.

Das sagt zumindest Gloria Allred, die sich als Anwältin gerade beim Kampf für die Rechte der Frauen einen Namen gemacht hat. Sie vertritt Crystal Hefner: Die letzte Gattin des Verstorbenen sagt, die habe nie eingewilligt, dass sie nackt fotografiert würde.

Hugh Hefner und seine spätere Gattin Crystal Harris 2009 in Beverly Hills, Kalifornien.
Hugh Hefner und seine spätere Gattin Crystal Harris 2009 in Beverly Hills, Kalifornien.
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Das würde wohl auch für die vielen anderen Frauen gelten: Einige von ihnen sollen abgelichtet worden sein, als sie nicht bei Sinnen waren. Die Witwe will nicht, dass diese Informationen veröffentlicht oder gestohlen werden: Sie verklagt deshalb die Stiftung ihres Verflossenen.

Dabei ist Crystal Hefner eigentlich selbst CEO der Stiftung: Als sie ihre Bedenken wegen der privaten Daten geäussert hat, warf sie die Stiftung kurzerhand raus, sagt Anwältin Allred am 18. Februar auf einer Pressekonferenz.

Nacktfotos von Minderjährigen?

«Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit versteht, dass ich mich nicht auf Bilder beziehe, die in Zeitschriften erschienen sind», sagt Crystal Hefner auf der Pressekonferenz. «Ich konzentriere mich darauf, wie Hugh Hefner in seinen persönlichen Sammelalben private Momente festgehalten hat, die hinter verschlossenen Türen stattfanden.»

Hefner weiter: «Das Material umfasst Jahrzehnte, beginnend in den 1960er-Jahren. Es kann auch Bilder von Mädchen enthalten, die zu dieser Zeit minderjährig waren und nicht damit einverstanden sein konnten.» Als sie mit der Stiftung darüber gesprochen habe, sei sie aufgefordert worden, als CEO zurückzutreten. Weil sie sich geweigert habe, sei sie entlassen worden.

Ein umtriebiger Mann: Hugh Hefner 1970 in New York.
Ein umtriebiger Mann: Hugh Hefner 1970 in New York.
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Beweise haben Hefner und Allred bei der Pressekonferenz nicht vorgelegt. Die Stiftung hat auf mehrere Anfragen nach einer Stellungnahme von CNN nicht reagiert.

Hefners Witwe betont: «Hier geht es nicht um Geld. Mir geht es um Würde, Sicherheit und die Vernichtung von nicht einvernehmlich intimen Material, damit die Ausbeutung nicht unter dem Banner der Philanthropie weitergeht».