Wenig Futter

Perus Zoos leiden unter der Krise: «Die Tiere können nicht warten»

AP

24.4.2020

Seltene Tiere im Hochipa Zoo nahe der peruianischen Hauptstadt Lima: ein Gemeiner Zwergameisenbär und ein Tamandua aus der Unterordnung der Ameisenbären
Bild: Keystone

Nicht nur Menschen, auch Tiere leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie. In Peru sind die Schliessungen von Zoos für Affen und Vögel lebensbedrohlich.

Für die Dutzenden Affen, Aras und Faultiere in einem Zoo im peruanischen Regenwald gibt es noch genügend Futter für zwei Wochen. Ihre Zukunft danach ist ungewiss. Nicht nur im Animal Shelter in der Nähe der südperuanischen Stadt Puerto Maldonado ist die Lage ernst. Mehr als 140 Aufzuchtstationen und Zoos in Peru haben wegen der Corona-Krise kein Einkommen von Touristen mehr. Einige bitten die Regierung um Hilfe.

«Der Staat muss sich an seine wilden Tiere erinnern», sagt Magali Salinas, die das Animal Shelter gegründet hat. In den vergangenen 15 Jahren hat sie verletzte Tiere aufgenommen und wieder aufgepäppelt, die die Polizei Schmugglern abgenommen hat. Die 63-Jährige hat bereits Schulden bei fünf Banken. Sie fordert die peruanische Regierung auf, einzugreifen, um die Tiere zu retten, die ansonsten verhungern oder getötet werden müssen.

Ein Tierpfleger füttert am 17. April einen Seehund im Hochipa Zoo.
Bild: Keystone

«Glauben Sie, ich habe mich 15 Jahre meines Lebens darum gekümmert, die Fauna zu rehabilitieren, damit der Staat dann wegen dieses furchtbaren Problems alles schliesst und uns keine Unterstützung geben kann?», fragt Salinas. Sie hat nach eigener Aussage angeschossene Tiere gerettet und von menschlicher Grausamkeit gebrochene Knochen geheilt. Jedes Jahr nimmt die Polizei Schmugglern etwa 4'000 Tiere ab und gibt sie in die Zoos.

Kampf ums Überleben

Peru ist eines der am schlimmsten vom Coronavirus betroffenen Länder in Lateinamerika. Offiziellen Angaben zufolge gibt es dort mindestens 19'250 Infektionen und 530 Todesfälle. In der Hoffnung auf Unterstützung wandten sich die Direktoren mehrerer Einrichtungen kürzlich schriftlich an Wirtschaftsministerin María Alva.

Auch Ziegen wollen versorgt werden.
Bild: Keystone

Sie warten noch auf eine Antwort. Hunger zieht in die Tierunterkünfte ein, selbst in die kleinen Zoos, wie den Cogollo Portuario Club am Rand von Lima. «Wir sind dazu verdammt, bis Ende des Jahres nicht zu öffnen», sagte Manuel Cabrera, der den in den vergangenen Jahres erfolgreich gelaufenen Zoo betreibt.

Löwen spielen in ihrem Gehege im Hochipa Zoo. 
Foto:  Martin Mejia/AP/dpa

Jetzt sind die mit Bäumen bewachsenen Wege jedoch so leer wie seine Kassen. Wegen der Pandemie befinden sich die Tiere nun in einem Kampf ums Überleben, sagt Cabrera und ergänzt: «Die Tiere können nicht warten.»

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