Das «Wunderhaus» von La Palma

sda/tgab

24.9.2021 - 23:30

Lava from a volcano eruption surrounds a house on the island of La Palma in the Canaries, Spain, Thursday, Sept. 23, 2021. A volcano on a small Spanish island in the Atlantic Ocean erupted on Sunday, forcing the evacuation of thousands of people. Experts say the volcanic eruption and its aftermath on a Spanish island could last for up to 84 days. (AP Photo/Emilio Morenatti, Pool)
Ein kleines Haus entkam den Lavaströmen wie durch ein Wunder. Seine Besitzer sind überglücklich.
Bild: KEYSTONE/Emilio Morenatti

Die Lavaströme auf La Palma haben nach dem Vulkanausbruch am Sonntag ein Haus nach dem anderen verschluckt. Doch eines blieb verschont: Das Foto vom «Wunderhaus» geht um die Welt. 

sda/tgab

24.9.2021 - 23:30

Der Vulkanausbruch auf der kleinen Kanaren-Insel La Palma hat Hunderte Häuser zerstört – eines ist jedoch auf wundersame Weise verschont geblieben. Wie auf Bildern und Videos zu sehen ist, floss der Lavastrom um das kleine Gebäude in der Ortschaft «El Paraíso» (Das Paradies) herum.

Das im kanarischen Stil erbaute Einfamilienhaus gehöre einem Rentnerpaar aus Dänemark, berichtete die spanische Zeitung «El Mundo». Die beiden seien über 80 und hätten die Insel seit Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr besucht. «Wir sind erleichtert, dass es noch steht. Irgendwann werden wir das Haus wieder geniessen können. Oder wir überlassen es unseren drei Kindern», habe das Paar unter Tränen gesagt, zitierte die Zeitung eine niederländische Unternehmerin, die das Haus vor Jahren mit ihrem Mann gebaut hatte. «Wir haben alle wie verrückt geweint, als ich ihnen erzählt habe, dass ihr geliebtes Haus intakt ist», ergänzte sie.



Sie bedankte sich zudem bei Alfonso Escalero, dessen Produktionsfirma die ersten Bilder des Hauses in sozialen Netzwerken verbreitet habe. Dort wird es inzwischen das «Wunderhaus» von La Palma genannt – zumal andere Gebäude in der nahen Umgebung sowie die örtliche Schule von den Lavamassen begraben wurden. Der Vulkan im Naturpark Cumbre Vieja spuckt seit Sonntag Asche, Gesteinsbrocken und um die 1000 Grad heisse Lava aus. Auch Bananenplantagen, Strassen und Stromleitungen wurden zerstört. Verletzte gab es bislang aber nicht.

Vulkan weiter aktiv

Die Lava hat nach Angaben des Erdbeobachtungsprogramms der EU inzwischen fast 400 Gebäude im Westteil der Insel zerstört, die von fast 85'000 Menschen bewohnt wird. Sie habe sich über 180 Hektar verteilt und 14 Kilometer der Strassen blockiert. Seit Beginn des Vulkanausbruchs vor fünf Tagen mussten sich bereits 7000 Menschen in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen.

Derweil stiess der Vulkan am Freitag weiter Lava aus. Das nationale geografische Institut teilte mit, in den vergangenen 24 Stunden seien in dem Gebiet keine Erdbeben registriert worden – nach 1130 im Lauf der vergangenen Woche. Der Hauptlavastrom in Richtung Meer habe sich verlangsamt und komme nur noch einen Meter pro Stunde voran.

sda/tgab