Looks sind ausverkauft«Der Teufel trägt Prada 2» lässt die Kassen klingeln – und die Luxusbranche hoffen
Lea Oetiker
13.5.2026
Anne Hathaway im Niki Patchwork Maxi Dress.
IMAGO/Cover-Images
Der Film «Der Teufel trägt Prada» setzte in den letzten 20 Jahren Modetrends. Nun sind bereits viele der im zweiten Teil gezeigten Kleidungsstücke ausverkauft. Das macht der Luxusbranche Hoffnung.
«Der Teufel trägt Prada 2» begeistert mit Mode-Looks, die schon jetzt stark nachgefragt sind: Viele Stücke aus dem Film sind bereits ausverkauft.
Die Luxusbranche hofft auf einen Aufschwung durch den Film, da sie zuletzt schwächelte.
Gleichzeitig setzen hohe Preise, Kritik der Generation Z und der Secondhand-Boom der Branche zu. Trotzdem könnten Filme wieder wichtige Trends im Luxusmarkt auslösen.
Dior, Chanel, Coach, Yves Saint Laurent, Fendi: Der Film «Der Teufel trägt Prada 2» lässt Modeherzen höher schlagen. Die Looks gelten schon jetzt als ikonisch – und dürften in wenigen Jahren auf den Pinterest-Boards vieler Fashion-Liebhaber*innen als Inspiration wieder auftauchen.
Nicht nur die Mode im Film ist äusserst beliebt, auch der Film selbst erfreut sich grosser Nachfrage. Bereits in seiner zweiten Woche konnte sich die Fortsetzung an den internationalen Kinokassen behaupten und hat bislang 433 Millionen US-Dollar eingespielt. Damit übertrifft das prominent besetzte Sequel bereits jetzt das Gesamteinspielergebnis des Originals von 2006, das – nicht inflationsbereinigt – auf 326 Millionen Dollar kam.
Aber nicht nur die Kinokassen klingeln, sondern auch die der Markenhersteller. Die Fortsetzung setzt stark auf kommerzielle Partnerschaften. Besonders prominent vertreten ist Dior: Im Film wird das Modehaus von der Figur von Emily Blunt geführt.
Darüber hinaus sind unter anderem Diet Coke, die Bekleidungsmarke Old Navy, die Pinzettenmarke Tweezerman, der Kosmetikkonzern L’Oréal sowie Unternehmen wie Google, Samsung und Starbucks stark präsent.
Viele Kleidungsstücke aus dem Film sind ausverkauft
Ebenfalls auffällig ist, dass viele der im Film gezeigten Kleidungsstücke bereits teilweise oder vollständig ausverkauft sind. Ob diese Entwicklung tatsächlich direkt auf den Film zurückzuführen ist, lässt sich nicht eindeutig belegen. Allerdings zeigte sich bereits 2006 ein ähnlicher Effekt: Nach der Ausstrahlung waren zahlreiche im Film getragene Pieces nicht mehr erhältlich.
Ein paar Beispiele aus dem jüngsten Film:
In einem Look trägt Anne Hathaway die Bijou Studded Heels von Ulla Johnson. Sie sind inzwischen überall ausverkauft. Auch die Braided Andreas Pumps von Gabriela Heast, welche in einer Szene im Film von Hathaway getragen wurden, sind derzeit nicht mehr erhältlich:
Die Schuhe von Ulla Johnson sind ausverkauft.
Screenshot
Dasselbe mit dieser Bluse von Bottega Veneta:
Die Bluse von Bottega Veneta ist aktuell ausverkauft.
Screenshot
In einem weiteren Outfit kombiniert Hathaway einen Anzug mit einer roten Weste von Gabriela Hearst. Dieses Stück ist aktuell nur noch in wenigen Grössen verfügbar:
Im Film wird viel Kleidung von Gabriela Hearst getragen.
Scrrenshot
Besonders auffällig ist das Niki Patchwork Maxi Dress, das nur auf Anfrage erhältlich ist. Wie viele Exemplare tatsächlich noch existieren, ist unklar. Aber: Auch Duplikate dieses Kleids sind mittlerweile ausverkauft.
Das Kleid, das im Film vorkommt, ist nur auf Vorbestellung erhältlich ...
Screenshot
... doch auch viele Duplikate davon – wie dieses hier – sind ausverkauft.
Screenshot
In einer weiteren Szene trägt Hathaway diese Jacke aus der Frühling-/Sommerkollektion 2007von Designer Dries van Noten. Die Jacke wurde wieder verkauft, war jedoch schnell ausverkauft:
Auch Vintage Stücke wie diese Jacke von Dries van Noten sind immer wieder im Film zu finden.
Screenshot
Auch der weisse Blazer von Gabriela Hearst ist nur noch in einer Grösse verfügbar:
Ein weiteres Kleidungsstück, das fast komplett ausverkauft ist.
Screenshot
Bemerkenswert ist zudem, dass selbst Looks, über die Hathaway in Interviews lediglich spricht und die im Film gar nicht zu sehen sind, nahezu ausverkauft sind. Beispielsweise ein komplett weisses Ouftit, das aus dem Film herausgeschnitten wurde. Es besteht aus einem Shirt von Phoebe Philo und einer Hose von Nili Lotan:
Das weisse Shirt von Phoebe Philo ist fast komplett ausverkauft.
Screenshot
Auch die weisse Hose gibt es nur noch in wenigen Grössen.
Screenshot
Luxusbranche in der Krise
Der Run auf die im Film gezeigten Looks kommt der Branche gerade recht. Die Luxusindustrie setzt grosse Hoffnungen auf «Der Teufel trägt Prada 2», da sie in den vergangenen Jahren etwas an Schwung verloren hat. Darüber berichtete die «Forbes». Erfolgreiche Filme und Serien waren schon immer wichtige kulturelle Taktgeber: Sie greifen Modetrends nicht nur auf, sondern prägen sie auch aktiv mit, wie das Magazin weiter schreibt.
Als Beispiel: Der erste Teil von «Der Teufel trägt Prada» und die Serie «Sex and the City» waren so beliebt, dass Luxusmarken durch sie in den Mainstream gelangten, wie es im Luxury Report von «Bain» heisst. Sie erreichten so nämlich die Generation der Millennials und prägten das Segment der «aspirational customers». Also Kund*innen ohne wohlhabenden Hintergrund, die sich nach Statussymbolen sehnen.
In dieser Zeit wuchs der persönliche Luxusgütermarkt von 137 Milliarden US-Dollar im Jahr 2001 auf 190 Milliarden im Jahr 2007 – allein zwischen 2005 und 2007 um 16 Prozent, wie «Bain» weiter schreibt.
Preise wurden 20 bis 30 Prozent erhöht
Luxusmarken hoffen nun auf eine Wiederholung dieses Effekts. Zwischen 2022 und 2025 gingen nämlich 55 Millionen aktive Luxus-Kunden verloren, viele aus dem «aspirational» Segment. Zwischen 2023 und 2025 schrumpfte der globale Markt um drei Prozent, von 435 auf 422 Milliarden US-Dollar. Besonders stark betroffen war das Kerngeschäft mit Lederwaren, gefolgt von der zweitgrössten Kategorie Bekleidung.
Diese Zahlen wirken weniger eindeutig, wenn man sie genauer betrachtet: Seit der Pandemie haben Luxusmarken ihre Preise im Durchschnitt um 20 bis 30 Prozent erhöht, manche wie Chanel oder Dior sogar noch stärker. Deshalb ist die Nachfrage in Wirklichkeit noch stärker zurückgegangen, als die Umsatzzahlen auf den ersten Blick zeigen.
An der Kleidung vom ersten «Der Teufel trägt Prada» lässt sich beispielsweise die Auswirkung der Inflation gut erkennen, wie das Magazin «The Cut» berichtete: Hathaways Jimmy-Choo-Slingbacks kosteten damals 645 US-Dollar, heute läge der Preis bei rund 850 US-Dollar.
Ihre engen, hochhackigen Chanel-Stiefel schlugen einst mit 1500 US-Dollar zu Buche, heute wären es 4154 US-Dollar. Und auch die «Vogue» ist teurer geworden: Sie kostete damals 3,99 US-Dollar, heute liegt der Preis bei etwa 10 US-Dollar.
Generation Z ist Luxus gegenüber kritisch
Die Luxusbranche tut sich zudem damit schwer, die Generation Z für sich zu gewinnen. Diese trägt heute rund 19 Prozent zum globalen Luxusmarkt bei, Millennials dominieren weiterhin.
Der Grund dafür: Luxus wird von der Generation Z nicht bewundert, sondern hinterfragt, wie das Marktforschungsinstitut «Kantar» schreibt. Marken müssen Haltung zeigen, nachhaltige Standards erfüllen, glaubwürdig handeln und sich gegen Ausbeutung stellen. Tradition allein reicht nicht mehr.
Neben Werten rücken auch die Produktqualität und Verarbeitung in den Fokus. Logos spielen dabei weniger eine Rolle, heisst es bei «Business of Fashion».
Zudem nimmt auch die Wirkung der klassischen Prominenz ab. Authentische Stimmen in den sozialen Medien sind mittlerweile fast schon beliebter, Events wie die Met Gala werden immer mehr kritisiert.
Secondhand boomt
Auch die Auswahl an Alternativen ist so gross wie noch nie. Händler, welche Billigmode anbieten und für ihre schlechte Umweltbilanz kritisiert wurden, geben sich inzwischen mehr Mühe, wie «Forbes» weiter schreibt. Sie sind zugleich eine preisgünstigere Alternative. Dazu gab es unter anderem im Jahr 2023 Berichte darüber.
Auch Secondhand-Plattformen boomen extrem. Der globale Wiederverkaufsmarkt erreichte 2025 rund 257 Milliarden Dollar und wächst weiter stark, wie «Threadup» schreibt.
«Bain» erwartet für 2026 ein Wachstum der Luxusgüterbranche von 3 bis 5 Prozent. Diese Prognose wurde jedoch noch vor dem Iran-Krieg erstellt. Der Konflikt belastet besonders den Nahen Osten, der zuletzt der stärkste Wachstumsmarkt war.
Macy's trifft den Nerv der Generation Z
Ein Beispiel für einen zeitgemässen Zugang liefert das Warenhaus Macy's, wie «Forbes» schreibt. Zusammen mit der Kostümdesignerin Molly Rogers entstand die Kollektion «On the 34th x Molly Rogers».
Rogers ist unter anderem massgeblich für die ikonischen Looks von «Sex and the City» sowie «Der Teufel trägt Prada 2» verantwortlich.
Zur Kollektion zählt unter anderem ein rosafarbener mehrlagiger Skort – also ein kurzer Rock mit innen eingearbeiteten Shorts – im Stil von Carrie Bradshaws Tüllrock aus «Sex and the City». Und rote Slingback-Pumps mit «cerulean-blauer» Sohle. Die Farbe ist eine Anspielung auf eine Aussage von Meryl Streeps Rolle im ersten Teil von «Der Teufel trägt Prada».
Das Ziel der Kollektion: vor allem ein junges Publikum ansprechen. Mit erschwinglichen Preisen, einer klar erkennbaren Handschrift und bewusst ohne Markeninszenierung. Und genau so haben sie es auch geschafft, die Generation Z abzuholen.
Einige Teile aus der Kollektion.
Screenshot Shop Macy's
Video aus dem Ressort
«Der Teufel trägt Prada 2» jetzt im Kino
Comeback nach 20 Jahren: «Der Teufel trägt Prada 2» bringt Miranda Priestly (Meryl Streep) und Andy Sachs (Anne Hathaway) wieder zurück ins Kino – aber überzeugt die Fortsetzung? blue News hat den Film vorab gesehen.