Deutsche Produktion sinkt überraschend wegen Engpässen

jb

6.8.2021 - 09:41

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im Juni wegen Engpässen bei einigen Vorprodukten überraschend den dritten Monat in Folge gedrosselt. (Symbolbild)
Keystone

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im Juni wegen Engpässen bei einigen Vorprodukten überraschend den dritten Monat in Folge gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,3 Prozent weniger her als im Vormonat.

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6.8.2021 - 09:41

Dies teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mit. Dies war bereits der fünfte Rückgang in diesem Jahr, nur im März hatte es ein Wachstum gegeben. Der Rückschlag kommt überraschend: Von Reuters befragte Ökonomen hatten diesmal mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Im Mai gab es ein Minus von revidiert 0,8 Prozent, das damit gut doppelt so hoch ausfiel als ursprünglich ermittelt.

«Massgeblich waren Versorgungsengpässe bei Halbleitern vor allem im Automobilbereich, die auch aktuell noch Probleme bereiten», schrieb das Ministerium. «Im Baugewerbe ging die Bremswirkung von einer Knappheit von Bauholz aus, die allerdings bald überwunden sein könnte.»

Die Industrieproduktion allein schrumpfte diesmal um 0,9 Prozent. Am Bau gab es einen Rückgang von 2,6 Prozent, die Energieerzeugung sank 0,6 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Corona-Einschränkungen, lag die gesamte Produktion um 6,8 Prozent niedriger.

Pralle Auftragsbücher

Die Industrie hat derzeit dick gefüllte Auftragsbücher. Allein im Juni legten die Bestellungen mit 4,1 Prozent zum Vormonat so kräftig zu wie seit zehn Monaten nicht mehr.

Vielfach können sie nicht abgearbeitet werden angesichts akuter Engpässe bei wichtigen Vorprodukten wie Mikrochips. In der gesamten Industrie geben fast zwei Drittel der Unternehmen an, dass ihnen Engpässe zu schaffen machen, wie das Ifo-Institut in seiner Firmenumfrage herausfand.

Die deutsche Industrie hat daher ihre Produktionserwartungen etwas gesenkt. Das entsprechende Barometer fiel im Juli um 5 auf 22 Punkte, wie das Ifo-Institut ermittelte. Das ist aber noch immer ein sehr hoher Wert im langjährigen Vergleich. «Lieferengpässe bei wichtigen Vorprodukten machen sich nun bemerkbar», sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Gegen den Trend gestiegen sind die Erwartungen in der Autobranche.

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