Bayern

Erhebliche Lawinengefahr in den Alpen – Zehn Menschen sterben

SDA

6.2.2022 - 11:44

Rettungskräfte in Schmirn in Tirol. Foto: Zeitungsfoto.At/APA/dpa
Keystone

Bei traumhaftem Winterwetter, aber gefährlichen Schneeverhältnissen sind in den vergangenen Tagen in Österreich neun Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen. Allein acht Todesfälle gab es in Tirol, einen in Vorarlberg, wie die Polizeistellen berichteten. In Tirol sowie weiter westlich im ganzen Alpenkamm bis ins Wallis in der Schweiz galt auch am Sonntag Alarmstufe 3 von 5, also erhebliche Lawinengefahr. Es gingen Dutzende Lawinen nieder, nicht alle mit Personenschaden. Mehrere Mitgerissene konnten sich selbst auch aus den Schneemassen befreien und blieben unverletzt. Ein tödliches Unglück gab es auch in Bayern.

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6.2.2022 - 11:44

Statistisch passieren bei Alarmstufe 3 zwei Drittel der Lawinenunfälle, sagte Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol. «Diese statistische Tatsache zeigt gerade auch die Gefährlichkeit dieser Lawinengefahrenstufe auf.» Der Freitag war mit acht Toten der bislang folgenschwerste Lawinentag der Saison. In Tirol kamen vier Einheimische und vier Schweden ums Leben. Die Nationalität des 43-Jährigen, der in Vorarlberg verschüttet wurde und ums Leben kam, konnte die Polizei am Sonntag noch nicht nennen.

Am Samstag war in Schmirn rund 40 Kilometer südöstlich von Innsbruck ein Mitglied (58) einer einheimische Skitourengruppe bei einem Lawinenabgang tödlich verunglückt. Vier weitere Verschüttete konnten ausgegraben und ins Krankenhaus gebracht werden. In der Nacht zu Samstag bargen Retter kurz nach Mitternacht die Leichen eines 60 und 61 Jahre alten einheimischen Ehepaars in einem Lawinenkegel. Angehörige hatten die Bergrettung alarmiert, weil die beiden von einer Skitour in der Tiroler Wildschönau nicht zurückgekommen waren.

Am Freitag waren fünf Skisportler aus Schweden sowie ein einheimischer Bergführer im Skigebiet Ischgl/Samnaun an der Grenze zur Schweiz ausserhalb der Pisten unterwegs und wurden von einer Lawine mitgerissen. Ein Schwede wurde nur zum Teil verschüttet und konnte per Handy einen Freund in seinem Heimatland alarmieren, der für den Einsatz der Bergrettung sorgte. Der 42-Jährige mit dem Handy überlebte als einziger.

Auch ausserhalb der Pisten, aber mit einem staatlich geprüften Snowboardführer war eine vierköpfige Gruppe am Freitag im Skigebiet Albona am Berg Knödelkopf in Vorarlberg unterwegs, als eine Lawine herab donnerte. Für einen 43-Jährigen kam nach Polizeiangaben trotz Lawinenairbag jede Hilfe zu spät.

Auch deutsche Wintersportler gerieten am Freitag in Österreich in eine Lawine. Sie waren mit Dänen und Schweden in einer siebenköpfigen Gruppe im Alter zwischen 23 und 33 Jahren im Ötztal unterwegs, wie die Polizei berichtete. Ein gewaltiges Schneebrett riss fünf von ihnen mit. Sie hätten zum Teil ihre Lawinen-Airbags ausgelöst und seien schnell befreit und in ärztliche Behandlung gebracht worden. Im Bezirk Kitzbühel wurde eine vierköpfige Gruppe aus Österreich von einer Lawine mitgerissen. Sie konnte sich aus den Schneemassen befreien, aber ein 24-Jähriger musste schwer verletzt ins Krankenhaus geflogen werden.

Ein Mann aus Österreich starb nach einem Lawinenabgang im Berchtesgadener Land. Ein zweiter Österreicher kam mit schweren Verletzungen in eine Klinik, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Die Skitourengeher waren am Mittag in der Nähe von Ramsau bei Berchtesgaden im Aufstieg über das Sittersbachtal auf das 2468 Meter hohe Steintalhörndl. Etwa 150 Meter vor dem Gipfel löste sich ein massives Schneebrett und riss die beiden Tourengeher (61 und 41 Jahre alt) mit.

SDA