Streiktag für das Klima: Greta Thunberg zeigt sich zufrieden

SDA/dpa/afp/ap/uri

20.9.2019 - 13:09

In über 2'500 Städten und in fast 160 Staaten haben heute vor allem junge Klimaschützer aufbegehrt. Wo war Greta Thunberg? Was war in der Schweiz los? «Bluewin» begleitete die Proteste in Wort und Bild. 

18.55 Uhr: Greta ist zufrieden

Dem Aufruf der Jugendbewegung Fridays for Future zum globalen Streik folgten in Australien Hundertausende Menschen, wie die Veranstalter mitteilten. Allein in der britischen Hauptstadt London nahmen nach Veranstalterangaben etwa 100'000 Menschen teil, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. In Brüssel waren es 15'000 Menschen; in Paris versammelten sich rund 10'000 Demonstranten in den Strassen.

Greta wird überall geliebt, so wie hier in Lausanne.
Keystone

Für die internationale Streikwoche, die nun begonnen hat, hatten Aktivisten Proteste in mehr als 2900 Städten in über 160 Staaten angekündigt. Fridays for Future appellierte erstmals auch an alle Erwachsenen, sich anzuschliessen.

Greta Thunberg zeigte sich zufrieden über den Zuspruch. In Australien hätten sich 400'000 Menschen an Kundgebungen beteiligt, sagte sie am Freitag per Livestream aus New York zu Protestteilnehmern in ihrer Heimatstadt Stockholm. Unter anderem gab es auch Demonstrationen im indischen Delhi, im südafrikanischen Johannesburg, in Kampala (Uganda), Nairobi (Kenia) oder in Nigerias ölreicher Niger-Delta-Region.

Greta Thunberg selbst nahm am Streiktag in Stockholm teil.
Keystone

18.16 Uhr: 270.000 Demonstranten in Berlin

Nach Angaben der Jugendbewegung Fridays for Future demonstrierten in der deutschen Hauptstadt Berlin deutlich mehr Menschen für Klimaschutz als zunächst angenommen. «In Berlin sind heute im Rahmen von FridaysForFuture cetwa 270'000 Menschen auf der Strasse», twitterte das Bündnis als Mitveranstalter am Freitagnachmittag. «Diese Gesellschaft ist beim Klimaschutz so viel weiter als ihre Regierung.»

Der Zulauf in Deutschland war auch in anderen Städten gross: In Köln waren es laut Veranstalter 70.000, in Hamburg laut Polizei 70.000. In München und Hannover beteiligten sich gut 25.000 Menschen, und selbst in kleineren Städten wie Münster und Freiburg waren es rund 20.000. Fridays for Future erklärte, 1,4 Millionen Menschen hätten in der Bundesrepublik demonstriert.

17.39 Uhr: Es muss nicht immer ein Plakat sein

Plakate malen kann ja jeder. Diese Stuttgarter Demonstrantin hatte eine andere Idee, um ihre Sorge um den kranken Planeten auszudrücken: 

Kahlschlag für das Klima.
Keystone

Berliner Demonstranten setzten hingegen auf eine recht drastische Darstellung: 

Mit Schlinge um den Hals und Eisblock unter den Füssen demonstrierten Berliner Jugendliche gegen den Klimawandel.
Getty Images

17.05 Uhr: Humor hilft in jeder Lebenslage

Dieses witzige Protestschild aus dem deutschen Bonn wollen wir Ihnen nicht vorenthalten: 

Und auch «Der Postillon» hat – trotz Klimawandel – den Humor nicht verloren: Mit gespielter Empörung nimmt die Satire-Site auf Twitter die oftmals übertriebenen Erwartungen, die an die jungen Klimastreikende gestellt werden, aufs Korn. 

16.55 Uhr: Schüler ziehen durch St. Gallen

Mit Alarmsirene, weissen Schutzanzügen und Transparenten zogen rund 500 Schülerinnen und Schüler in St. Gallen lautstark vom Multertor zum Hauptbahnhof. In Ansprachen kritisierten sie untätige Politiker, aber auch die Finanzindustrie und Grosskonzerne mit ihren rücksichtslosen Geschäftspraktiken. Wie in Basel solidarisierten sich auch in St. Gallen viele Erwachsene und ältere Personen mit den jungen Klimastreikenden.

16.50 Uhr: Über tausend Demonstranten in Basel

In Basel nahmen über tausend Menschen an den Demonstrationen zum Auftakt der Aktionswoche teil. Nach der Besammlung auf dem Barfüsserplatz zogen die Demonstrierenden friedlich durch die Innenstadt zum Theodorskirchplatz am Kleinbasler Ende des Wettsteinplatzes.

«Die Krise betrifft uns alle, uns Menschen», sagte eine Rednerin. Es gehe nicht um die Frage, ob man links oder rechts sei. Weit radikaler war da eine andere junge Frau: «Revolution statt Reform» rief sie ins Megafon und plädierte für einen Systemwechsel. «Wir müssen dem Kapitalismus an den Kragen.»

16.15 Uhr: Jesus hat genug!

Dieser Demonstrant im deutschen Hessen verleiht seinem Protest einen religiösen Touch: «Ich möchte nicht schon wieder für eure Sünden sterben», steht auf seinem Protestschild. 

Der als Jesus verkleidete Mann wählt klare Worte. 
Bild: Keystone

In Brüssel fragt eine Demonstrantin derweil: «Wie hätten Sie den Planeten denn gerne: Blutig oder gut durchgebraten?»

Auch in Belgien gehen heute Tausende auf die Strasse. 
Bild: Keystone

16.05 Uhr: Video der Brückenbesetzung in Lausanne

Die Klimaaktivisten der Gruppe Extinction Rebellion blockierten am Freitag in Lausanne die Brücke von Bessières. Einige von ihnen wurden von der Polizei vertrieben, kehrten aber später wieder zurück. 

15:50 Uhr: Bern und Amsterdam preschen vor

Die Schweiz und die Niederlande werden am Samstag im Vorfeld des Uno-Klimagipfels in New York eine gemeinsame Initiative für klimafreundliche Investitionen vorlegen. 

Konkret sollen künftig öffentliche und private Investitionen auf ihre Klimaverträglichkeit geprüft und auf das 1,5-Grad-Ziel des Weltklimarats ausgerichtet werden können, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Freitag mitteilte. 

15:40 Uhr: 70'000 Menschen in Hamburg

Mindestens 70'000 Menschen sind am Freitag auch in Hamburg dem Aufruf zum globalen Klimastreik gefolgt. Diese Schätzung gab die Polizei am Nachmittag bekannt. An dem kilometerlangen Demonstrationszug hinter dem Banner «#allefürsKlima» durch die Innenstadt beteiligten sich neben Schülern und Studenten auch ältere Menschen. Fridays for Future sprach sogar von deutlich mehr Teilnehmern als die Polizei. Ein Aktivist schätzte die Zahl der Teilnehmenden auf 90'000 Menschen.

15:22 Uhr: Weltklimarat berät in Monaco

Rund 100 Forscher des Weltklimrats IPCC untersuchten den Einfluss des Treibhausgases CO2 auf Meer und Eis. Nun beraten sie mit Vertretern der IPCC-Mitgliedstaaten in Monaco über ihre Ergebnisse. Der Report wird mit Spannung erwartet. Er soll am 25. September in Monaco präsentiert werden.

14:55 Uhr: Auch Proteste in Afrika

Auch in Afrika haben sich Aktivisten Gehör verschafft. In Johannesburg hielten mehrere hundert Demonstranten Plakate mit Aufschriften wie «No future on a dead planet» (Keine Zukunft auf einem toten Planeten), «Unite, don’t ignite» (Eint, aber zündelt nicht) oder «Coal kills» (Kohle tötet). Der Kohleproduzent Südafrika setzt bei seiner Energiegewinnung weitgehend auf Kohleverstromung. In anderen Grossstädten des Kontinents, etwa in Kampala (Uganda) oder Nairobi (Kenia), fanden ähnliche Proteste statt.

14:25 Uhr: Darf's auch etwas Humor sein?

Die Macher der deutschen Satiresendungen «extra3» und «HeuteShow» können den Klimaprotesten natürlich auch die eine oder andere Pointe abgewinnen. 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Augen auf #heuteshow

Ein Beitrag geteilt von ZDF heute-show (@heuteshow) am

14:05 Uhr: 15'000 Menschen protestieren in Edinburgh

Laut den Organisatoren haben sich im schottischen Edinburgh rund 15'000 Menschen zu einem 45-minütigen Protestmarsch in Bewegung gesetzt.

13:50 Uhr: Aktivisten besetzen Brücke in Lausanne

In Lausanne findet offiziell keine Veranstaltung der Aktivisten von Fridays for Future statt. Dennoch haben hier Mitglieder der Protestbewegung Extinction Rebellion eine Aktion gestartet. Wie «20 Minuten» berichtet, besetzten etwa 200 Personen die Pont Bessières und drohten damit, dort zu blieben, «bis der Bundesrat die Wahrheit über die Dringlichkeit der Situation sagt».

13:17 Uhr: Hunderte demonstrieren in Basel

An einer Kundgebung in der Basler Innenstadt nahmen weit über tausend Personen Teil. Der Klimastreikbewegung der Schülerinnen und Schüler schlossen sich auch viele ältere Männer und Frauen an, aber auch junge Eltern mit ihren Kindern. Nach der Besammlung auf dem Barfüsserplatz zogen die Demonstrierenden durch die Innenstadt zum Theodorskirchplatz am Kleinbasler Ende des Wettsteinplatzes.

13:15 Uhr: Herbe Kritik an deutscher Regierung

Die deutsche Regierung einigt sich nach zähen Verhandlungen auf weitere Klimaschutz-Massnahmen und sorgt damit bei «Fridays For Future» für ein herbe Enttäuschung. Die Klimaschützer bezeichnen den Kompromiss auf Twitter als «Schlag ins Gesicht aller, die in dieser Stunde zu Hunderttausenden für echten Klimaschutz auf die Strassen strömen!»

13:05 Uhr: «Greta war nur noch ein Auslöser» 

Der renommierte deutsche Klimaforscher Mojib Latif meint im Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», die Zeit für eine Bewegung wie «Fridays for Future» sei reif gewesen. Greta Thunberg müsse man als einen Auslöser verstehen. Immer mehr Menschen würden inzwischen die Worthülsen in der Politik bemerken und dass sonst nichts geschieht: «Ohne Druck von unten, passiert oben nichts. Das ist einfach so.»

11:55 Uhr: Google investiert in Erneuerbare

Google will massiv in erneuerbare Energien investieren. In einem Blog-Eintrag kündigte Sundar Pichai, der Chef des Internetgiganten, zum «Fridays for Future»-Aktionstag den «grössten Einkauf von erneuerbaren Energien in der Geschichte» an.

Der Internet-Konzern werde ein Paket aus insgesamt 1'600 Megawatt in den USA, Chile und Europa beziehen. «Zusammengenommen werden diese Transaktionen unser weltweites Portfolio an Wind- und Solarenergieverträgen um mehr als 40 Prozent auf 5500 MW erhöhen», schreibt Pichai. Das entspreche der Kapazität von einer Million Solardächern. 

11:30 Uhr: Demo in Köln

Auch in deutschen Städten gehen heute die Leute auf die Strasse. Diese Aufnahme aus Köln zeigt eine eindrückliche Menge. Die Organisatoren sind sich sicher: «Das wird gross!»


Der globale Streik für mehr Klimaschutz mit Demonstrationen hat in Australien begonnen. Mehrere Zehntausend Schüler blieben aus Protest gegen unzureichende Massnahmen der Politik gegen den Klimawandel dem Unterricht fern. Insgesamt sollen sich laut den Veranstaltern sogar 300'000 Menschen an den Aktionen beteiligt haben.

Dies seien doppelt so viele wie beim vorherigen Protestmarsch, schrieben die Aktivisten von «Fridays for Future» am Freitag auf Twitter. Es dürften demnach sogar noch mehr werden, weil ihnen am Nachmittag (Ortszeit) noch keine Teilnehmerzahlen aus allen Orten vorlagen.

Grosse Kundgebungen gab es unter anderem in Sydney und Melbourne. Auf den Inseln Vanuatu, den Salomonen und Kiribati starteten bei Sonnenaufgang Protestaktionen, Kinder sangen «Wir sinken nicht, wir kämpfen». Das Stichwort «climatestrike» war das häufigste Hashtag im Internet. Australien ist der weltweit grösste Exporteur von Kohle und Flüssigerdgas.

Hunderte stellen sich tot

In zahlreichen Städten gab es Demonstrationen. «Wir sind hier, um eine Botschaft an die Politiker zu senden und ihnen zu zeigen, dass es uns wirklich wichtig ist», sagte der 16-jährige Will Connor in Sydney. «Sonst werden wir keine Zukunft haben.» In der Stadt Alice Springs im Zentrum Australiens legten sich Hunderte Menschen demonstrativ auf den Boden und stellten sich tot.

In einem Aufruf der australischen Veranstalter heisst es: «Wir bestreiken die Schule, damit unseren Politikern klar wird, dass sie unsere Zukunft ernst nehmen müssen.» Der Klimawandel müsse endlich als Krise verstanden werden.

Greta Thunberg an Demo in New York

Rund um den Globus wollen sich Menschen am Freitag für verstärkte Anstrengungen zum Klimaschutz einsetzen. Eine der grössten Kundgebungen findet in New York statt, wo am Montag zahlreiche Staats- und Regierungschefs zu einem Klimagipfel der UNO erwartet werden. An der Kundgebung in New York wird auch die schwedische Schülerin Greta Thunberg teilnehmen, die prominenteste Figur der neuen Klima-Bewegung.

Weltweit erwartet die Jugendbewegung Fridays for Future mehrere Hunderttausend Teilnehmer. Auch in der Schweiz sind zahlreiche Aktionen geplant, darunter Demonstrationen in Basel und St. Gallen.

Für die internationale Streikwoche, die heute beginnt, haben Aktivisten Proteste in mehr als 2600 Städten in fast 160 Staaten angekündigt. In Bern wird für den 28. September zur «Nationalen Klimademo» aufgerufen. Zuvor soll es am 21. September Aktionen in Chur und am 27. September in Aarau, Baden, Biel, Frauenfeld, Freiburg, Genf, Lausanne, Neuenburg, Pruntrut, Rapperswil, Schaffhausen, Winterthur und Zürich geben.

Bilder des Tages
Zurück zur Startseite