Auch in der Schweiz im Einsatz Französischer Jugendbetreuer soll 89 Jungen missbraucht haben

SDA

10.2.2026 - 22:27

Einem 79 Jahre alten Franzosen wird der Missbrauch von 89 Jugendlichen vorgeworfen. (Symbolbild)
Einem 79 Jahre alten Franzosen wird der Missbrauch von 89 Jugendlichen vorgeworfen. (Symbolbild)
Bild: Keystone/Rachel Boßmeyer/dpa

Einem 79 Jahre alten ehemaligen Jugendbetreuer wird der sexuelle Missbrauch von 89 Jugendlichen vorgeworfen. Aufgeflogen war der Mann, weil sein Neffe auf belastende Fotos und Notizen gestossen war.

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Keystone-SDA, Redaktion blue News

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  • Frankreichs Justiz ermittelt gegen einen 79 Jahre alten ehemaligen Jugendbetreuer,, der in einem Zeitraum von fast 60 Jahren 89 Minderjährige sexuell missbraucht haben soll.
  • Ein Neffe fand auf einem USB-Stick des Mannes Fotos von den mutmasslichen Opfern sowie Notizen des Tatverdächtigen, in denen er sich selbst als «Pädophiler» bezeichnet.
  • Der Mann war im Zuge der Ausübung seines Berufs auch in der Schweiz im Einsatz.
  • Neben der Missbrauchsserie wird ihm der Mord an seiner Mutter und seiner Tante vorgeworfen. In ersterem Fall war der Mann bereits geständig.

Frankreichs Justiz ermittelt gegen einen 79 Jahre alten Mann, der in einem Zeitraum von fast 60 Jahren 89 Minderjährige sexuell missbraucht haben soll. Als Jugendbetreuer soll der Mann während Einsätzen in zahlreichen Ländern, darunter auch in der Schweiz und Deutschland, Jungen im Alter von 13 bis 17 Jahren missbraucht haben, wie die Staatsanwaltschaft in der südostfranzösischen Grossstadt Grenoble mitteilte.

Der zuletzt in Marokko wohnhafte Mann sei bereits 2024 während eines Familienbesuchs in Frankreich festgenommen worden, nachdem ein Neffe bei ihm auf einen USB-Stick mit Aufzeichnungen und Fotos zu den missbrauchten Jugendlichen gestossen sei.

Da die Fahnder bislang nur rund 40 der dort aufgeführten Opfer identifizieren konnten, wurden weitere Betroffene aufgerufen, sich bei den Behörden zu melden. Zu den Taten soll es zwischen 1967 und 2022 gekommen sein.

Tatverdächtiger war auch in der Schweiz im Einsatz

In der Schweiz hat der Jugendbetreuer zwischen 1965 und 1980 sowie zwischen 1985 und 1996 arbeitet. In Deutschland hatte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen 1965 und 1969 sowie zwischen 1985 und 1996 Einsätze.

Auf die Jugendlichen habe er eine intellektuelle Anziehungskraft ausgeübt, die er sich für seine Missbrauchstaten zu Nutzen gemacht habe, schrieb der Mann in Notizen auf dem beschlagnahmten USB-Stick.

Bereits von den Ermittlern befragte Opfer hätten angegeben, dass der Betreuer damals viel Zeit damit verbracht habe, ihnen Fremdsprachen beizubringen und ihr kulturelles Bewusstsein zu wecken, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sich selbst habe der Betreuer in den Notizen als «Pädophilen» bezeichnet.

Auch Mordvorwürfe stehen im Raum

Dass eine jahrzehntelange Missbrauchsserie durch detaillierte Aufzeichnungen des Täters aufgedeckt werden kann, weckt in Frankreich die Erinnerung an den Fall des Chirurgen Joël Le Scouarnec, der im vergangenen Jahr wegen des Missbrauchs von knapp 300 meist jugendlichen Patienten verurteilt wurde. Über die Taten zwischen 1989 und 2014 hatte er akribisch Buch geführt.

Dem von den Ermittlern in Grenoble in Untersuchungshaft genommenen ehemaligen Jugendbetreuer werden ausser der jahrzehntelangen Missbrauchsserie auch zwei Morde angelastet.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, habe der Mann eingeräumt, seine Mutter 1974 im Endstadium einer Krebserkrankung mit einem Kissen erstickt zu haben. 1992 soll er auf die gleiche Weise seine über 90-jährige Tante getötet haben.