Er hat einen Geisterfahrer gestoppt, sieht sich aber nicht als Held

SwissTXT /pab/lmy

26.10.2021

Laermschutzwaende schuetzen die Bewohner der nahgelegenen Haeuser vor dem Laerm der Autobahn A3, fotografiert am 25. Mai 2021 in Wollerau. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Der Lastwagen fuhr in falscher Richtung. (Symbolbild)
KEYSTONE

Ein Tourist aus dem Wallis hat im Tessin einen Lastwagen auf der Gegenfahrbahn gestoppt. Der betrunkene Chauffeur wurde in Untersuchungshaft genommen.

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26.10.2021

Es war ein Vorfall, der im Tessin für Aufsehen sorgte: Am Samstagabend fuhr in Minusio TI ein Lastwagen vom Hafenkreisel in Mappo aus auf der Gegenfahrbahn – und damit in falscher Richtung – auf der Via San Gottardo. Ein Fussgänger handelte beherzt, kletterte ins Führerhaus – wodurch er den Geisterfahrer stoppen und somit womöglich Schlimmeres verhindern konnte.

Wie RSI am Dienstag berichtet, handelt es sich dabei um einen 50-jährigen Touristen aus dem Wallis, der für einige Tage in der Region Locarno Ferien machte.

Geistesgegenwärtig kletterte er in das Führerhaus des Lastwagens und verhinderte, dass der 49-jährige polnische Fahrer sich wieder ans Steuer setzte. Wie sich herausstellen sollte, war dieser betrunken. Er hatte bereits Verkehrsschilder überfahren, einen Zaun zerstört, den Veloweg überquert und einen Velofahrer angefahren und leicht verletzt.

Fahrer in Untersuchungshaft

Sein Handeln hat dem Walliser sofort den Ruf eines Helden eingebracht, aber er scheint sich nicht als solcher zu sehen. RSI wollte von ihm wissen, was passiert war und wie er auf die Idee gekommen war, in das Führerhaus des Lastwagens zu steigen, nachdem er bemerkt hatte, dass der Fahrer ausgestiegen war. Der 50-Jährige zog es aber vor, nicht interviewt zu werden und anonym zu bleiben.

Der Fahrer wurde sofort in Untersuchungshaft genommen und wird seinen Führerschein eine Zeit lang nicht wieder sehen. Warum er am Samstag um 18:30 Uhr mit seinem grossen Fahrzeug auf der Kantonsstrasse durch Tenero in Richtung Locarno fuhr, ist noch nicht bekannt.

Seine unzureichenden Fahrkünste könnten erklären, warum er sich entschloss, unter der A13-Überführung in Mappo hindurch und in Richtung des Flusses Verbano zu fahren, anstatt auf der Hauptstrasse weiterzufahren.