Sensationsfund in Norwegen Grösste Seltenerdmetall-Lagerstätte Europas entdeckt

alu

17.6.2024

Ab 2030 sollen in Norwegen Elemente der Seltenen Erden abgebaut werden. (Symbolbild)
Ab 2030 sollen in Norwegen Elemente der Seltenen Erden abgebaut werden. (Symbolbild)
IMAGO/blickwinkel

In einem Bergwerk im Südwesten von Oslo wurden fast neun Millionen Tonnen Metalle der Seltenen Erden entdeckt. Geologen sehen diesen Fund als «Meilenstein für die Energiewende in Europa».

alu

17.6.2024

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Im Südwesten von Oslo wurden in einem Vulkanschlot rund neun Millionen Tonnen Seltenerdoxide entdeckt.
  • Gefundene Elemente wie Neodym oder Praseodym werden bei der Herstellung von Elektroautos oder Windkraftgeneratoren verwendet.
  • 2030 soll in Norwegen mit dem Abbau dieser Rohstoffe begonnen werden, um einen Beitrag zum geplanten Abbau von 10 % des jährlichen Bedarfs in Europa zu leisten.

Im Gebiet des Bezirks Telemark, rund 100 km südwestlich von Oslo, befindet sich der Fen Carbonatite Complex, ein rund 580 Millionen Jahre alter Vulkanschlot. Auf der Erdoberfläche ist von einem Vulkan nichts mehr zu erkennen, darunter verbergen sich allerdings viele Seltenerdmetalle.

Seit 300 Jahren werden im Bergwerk Rohstoffe abgebaut. Im rund 1,4 km2 grossen Gebiet wurde zum Beispiel schon Eisenerz oder Karbonatit entdeckt. Nun ist das Unternehmen Rare Earths Norway auf 8,8 Millionen Tonnen Seltenerdoxide gestossen.

Grösste Lagerstätte Europas

Seltenerdoxide spielen in der Reduzierung von fossilen Energieträgern eine grosse Rolle. Im norwegischen Bergwerk wurden ca. 1,5 Millionen Tonnen von Elementen wie Neodym oder Praseodym gefunden, die für die Herstellung von Akkus, Displays, Elektroautos und Windkraftgeneratoren verwendet werden.

Damit ist das die grösste Lagerstätte von Metallen der Seltenen Erden Europas und übertrumpft die rund eine Million Tonnen, die im Jahr 2023 im benachbarten Schweden gefunden wurden.

«Elemente der Seltenen Erden bald wichtiger als Öl und Gas»

Wie Alf Reistad, CEO von Rare Earths Norway, gegenüber CNBC sagt, erhofften sie sich, dass das Volumen der Seltenerdioxide im Vulkanschlot viel grösser sei: «Für Juli sind weitere Bohrungen geplant, mit dem Abbau werden wir 2030 beginnen.»

Reistad fährt fort: «Zurzeit gibt es in Europa keinen rentablen Abbau dieser Rohstoffe, sie werden hauptsächlich aus China importiert.» China extrahiere ca. 70 % und verarbeite ca. 90 % der globalen Seltenerdmetalle. 2022 betrug der Import aus China in Europa 40 %.

Abschliessend erklärt Reistad, das Ziel der EU sei, «bis 2030 mindestens 10 % des jährlichen Bedarfs in Europa abzubauen». Sein Unternehmen möchte einen Beitrag dazu leisten. Denn gemäss der Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, «werden Lithium und Elemente der Seltenen Erden bald wichtiger als Öl und Gas».

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